Ende der Alleinregierung: Wallner auf Partnersuche

Ende der Alleinregierung: Wallner auf Partnersuche

Klarer Wählerauftrag für LH zur Regierungsbildung. Grüne großer Wahlsieger.

Bregenz. Vorarlberg hat einen neuen Landtag gewählt. Die bisher allein regierende Volkspartei von Landeshauptmann Markus Wallner musste kräftige Verluste hinnehmen und kam nach vorläufigem Endergebnis auf 41,83 Prozent der Stimmen. Wie erwartet hat die ÖVP damit die absolute Mehrheit verloren, blieb aber mit großem Abstand stärkste Kraft im Land.

Trotz leichter Verluste (-1,8 Prozent) erreichen die Freiheitlichen um Spitzenkandidat Dieter Egger mit 23,46 Prozent das zweitbeste Ergebnis.

Der große Wahlsieger sind die Grünen, die sich von 10,37 auf 17,08 Prozent verbessern konnten. Entsprechend groß auch die Freude von Parteichef Johannes Rauch, der in diesem Ergebnis einen Auftrag zu einer Regierungsbeteiligung sieht.

Wahldebakel für die SPÖ

Ein Wahldebakel gab es hingegen für die Sozialdemokraten, die nur noch 8,79 Prozent der Stimmen erreichen konnten. Den Klubstatus und drei Mandate konnte die Partei von Michael Ritsch allerdings verteidigen.

Neu im Landtag sind die Neos, die gleich beim ersten Antreten mit 6,86 Prozent der Stimmen zwei Mandate schafften. Der Klubstatus bleibt der Partei um Spitzenkandidatin Sabine Scheffknecht allerdings verwehrt. Die Kleinparteien spielten beim Ausgang der Landtagswahl keine Rolle.

267.104 Vorarlberger waren gestern wahlberechtigt. Laut vorläufigem Endergebnis lag die Wahlbeteiligung allerdings nur bei 63,83 Prozent. Vor fünf Jahren hatten noch 68,44 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

Der Auftrag zur Regierungsbildung liegt bei der Volkspartei. Landeshauptmann Markus Wallner hat angekündigt, bereits morgen, Dienstag, die ersten Sondierungsgespräche zu führen. Dabei wird Wallner zuerst mit der zweitstärksten Partei, den Freiheitlichen, sprechen, danach folgen Gespräche mit den Grünen, dann mit den anderen Fraktionen. Koalitionspräferenzen ließ Landeshauptmann Wallner gestern noch keine erkennen.

zum Artikel: Neue Kräfteverhältnisse: Sesselrücken im Landtag