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Kein Hype, sondern Realität

Marie-Hélène Ametsreiter hält für Speedinvest Ausschau nach Investitionsmöglichkeiten in Start-ups.

Marie-Hélène Ametsreiter hält für Speedinvest Ausschau nach Investitionsmöglichkeiten in Start-ups.

Marie-Hélène Ametsreiter über die Chancen von Kooperationen mit Start-up-Unternehmen.

Bregenz. Uber ist der größte Fahrdienst der Welt, besitzt aber keine Autos. AirBnb managt mehr Übernachtungen als die Hilton-Hotelgruppe, verfügt aber über keine einzige Immobilie. Facebook ist das weltweit am meisten genutzte Medium, erstellt aber keinen Content. Auch der Wiener Riskokapitalgeber Speedinvest investiert ausschließlich in digitale Unternehmen – und das aus gutem Grund, wie Marie-Hélène Ametsreiter auf dem Vorarlberger Wirtschaftsforum erläuterte.

Viele Vorteile

„Wir befinden uns inmitten einer digitalen Revolution, und es ist wahnsinnig viel Wachstumspotenzial in dieser digitalen Welt. Digitale Start-ups bringen natürlich auch eine Reihe von Vorteilen mit sich, einer der wesentlichen Aspekte ist die Skalierbarkeit“, sagt die 46-Jährige.

Da digitale Start-ups in der Welt des Internets und damit global zu Hause sind, gäbe es keine regionale Einschränkung hinsichtlich Zielmärkte und Zielpotenzial. Mit den neuen digitalen Technologien sei es außerdem auf einfachem Weg möglich, „ein Produkt zu entwickeln, das man dann sehr schnell in verschiedene Märkte ausrollen kann, ohne dass dabei einem die Kosten explodieren.“

Lerneffekt

Marie-Hélène Ametsreiter wurde mit gerade einmal 34 Jahren Generaldirektorin der Telekom-Austria-Tochter Vipnet in Kroatien und machte die Firma zum Marktführer. Heute hält die Mittvierzigerin für den Wiener Risikokapitalgeber Speedinvest Ausschau nach Investitionsmöglichkeiten in Start-ups. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde sie durch ihre Teilnahme als Investorin bei der Puls4-Fernsehsendung „2 Minuten – 2 Millionen“.

Einiges von Start-ups lernen könnten traditionelle Unternehmen, ist Ametsreiter überzeugt. „Start-ups kommen meistens zu ihrer Geschäftsidee aus einem Problem heraus und das versuchen sie dann mit ihrem Produkt, mit ihrer Dienstleistung zu adressieren. Unternehmen behaupten sehr oft, dass sie kundenorientiert sind, in Wirklichkeit sind aber alle Prozesse und sehr viele Abläufe um die Mitarbeiter herum gebaut“, führt die Speedinvest-Partnerin aus. Als zweiten wichtigen Aspekt nennt Ametsreiter die agile Entwicklung. Während ein traditionelles Unternehmen immer versuche, das perfekte Produkt zu machen und erst dann rauszugehen, entwickle ein Start-up „mal was ganz winziges, das kann auch in die Leere gehen, nur um eine erste Marktreaktion abzutesten und diese Erkenntnisse wieder in die weitere Produktentwicklung einfließen zu lassen.“

Start-up-Kooperationen, in welcher Form auch immer, seien unbedingt zu empfehlen – wobei dabei immer der Grundsatz gelten sollte: je autarker desto erfolgreicher. „Wenn ich kooperiere, dann muss ich diesem jungen Unternehmen, diesem Pflänzchen die Freiheit geben, sich eigenständig entwickeln zu können. Das heißt, was ich nicht machen darf, ist sofort zu beginnen, sie mit strategischen Fragestellungen aus dem Konzern heraus zu konfrontieren. Damit töte ich diesen Start-up-Spirit sofort wieder ab“, erläutert Marie-Hélène Ametsreiter. Erst wenn das Start-up groß genug ist, dürfe man versuchen, diese Kultur, die sich dort entwickelt hat, langsam auch ins traditionelle Unternehmen überzuführen und daraus zu lernen.

Wer sich auf den digitalen Sturm nicht vorbereitet, dem könnte es nämlich wie dem einstigen Weltunternehmen Kodak ergehen. Oder wie man im Silicon Valley zu sagen pflegt: „Uber yourself before you get kodak’ed.“

Ich muss diesem Pflänzchen die Freiheit geben, sich eigenständig ent­wickeln zu können.

Marie-Hélène Ametsreiter

Zur Person

Marie-Hélène Ametsreiter

ist seit 2014 Partnerin des Wiener Risikokapitalgebers Speedinvest

Ausbildung: Wirtschaftsstudium in Wien und Kalifornien

Laufbahn: in verschiedenen Marketing- und Managementpositionen bei der Telekom Austria, Generaldirektorin der Telekom-Austria-Tochter Vipnet in Kroatien, Leiterin der Nachhaltigkeitsabteilung bei der OMV

Familie: verheiratet mit Hannes Ametsreiter, zwei Töchter

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