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Preis für das Lebenswerk – auf der Straße zum wirtschaftlichen Erfolg

Gratulation zum Lebenswerk (v. l.) IV-Präsident Martin Ohneberg, WKV-Direktor Helmut Steurer, Heidi und Paul Senger-Weiss, VN-Herausgeber Eugen A. Russ und Heinz Senger-Weiss.

Gratulation zum Lebenswerk (v. l.) IV-Präsident Martin Ohneberg, WKV-Direktor Helmut Steurer, Heidi und Paul Senger-Weiss, VN-Herausgeber Eugen A. Russ und Heinz Senger-Weiss.

Heidi und Paul Senger-Weiss wurden beim Wirtschaftsforum für ihre Leistungen geehrt.

Bregenz. Das Vorarlberger Wirtschaftsforum war gestern Bühne für eine besondere Auszeichnung. Die Industriellenvereinigung Vorarlberg, die Wirtschaftskammer Vorarlberg und die Vorarlberger Nachrichten haben den im vergangenen Jahr ins Leben gerufenen „Ehrenpreis der Vorarlberger Wirtschaft für das unternehmerische Lebenswerk“ an die Gesellschafter, Aufsichtsräte und langjährigen Geschäftsführer des Lauteracher Logistikunternehmens Gebrüder Weiss, Heidi und Paul-Senger-Weiss, überreicht.

Engagement, Fleiß und Gespür

VN-Herausgeber Eugen A. Russ erläuterte in seiner Laudatio auf das Unternehmer-Ehepaar die Intention des vor drei Jahren erstmals vergebenen Preises. „Wenigen Menschen in der Wirtschaft gelingt es, in ihrer Schaffens­phase ein solch traditionelles Unternehmen wie es Gebrüder Weiss ist nicht nur zu erhalten, sondern entscheidend weiterzuentwickeln. Mit Mut, Engagement, Fleiß und Gespür für Kunden und Mitarbeiter können Unternehmen wachsen, die Arbeitsplätze und Wohlstand sichern. Solche Ausnahmepersönlichkeiten machen Mut, sie sind interessant und man kann von ihnen lernen.“

Bei den Kriterien wird auf den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg, die vorbildliche Unternehmenskultur, die Treue zum Standort Vorarlberg und die Einzigartigkeit des Lebenswerks der geehrten Person Bedacht genommen. Die Wahl fiel heuer auf die langjährigen Geschäftsführer der Firma Gebrüder Weiss, Heidi und Paul-Senger-Weiss. Ihr Lebenswerk ist imposant, „ihr unternehmerisches Geschick und Gespür für Veränderungen und die damit verbundene Umsetzungskraft schufen die Grundlage für einen Logistikkonzern, der heute weltweit über 6000 Mitarbeiter beschäftigt“, zählte Russ nur einige Eckdaten aus dem Leben des Ehepaars auf, bevor es hieß „Film ab“. Marion Flatz vom ORF Vorarlberg hat zu diesem Anlass ein filmisches Porträt der Geehrten produziert, in dem die Logistikspezialisten, ihre Familie und Mitarbeiter zu Wort kommen und die Porträtierten in historischen Aufnahmen zu sehen sind.

Große Herausforderungen

Von den über 500 Gästen des Vorarlberger Wirtschaftsforums wurde die Auszeichnung von Heidi und Paul Senger-Weiss heftig beklatscht. Im Interview mit Moderatorin Angelika Böhler erzählten die Preisträger über ihre Einstellung zur Arbeit, entscheidende Momente in ihrem Berufsleben, über Rückschläge und Erfolge, die das Unternehmen aber immer weiterbrachten.

Heidi Senger-Weiss ist 1965 ins Unternehmen eingetreten, ab 1968 führte sie mit ihrem Mann Paul Senger-Weiss die Geschäfte. Und stand wie schon die Väter und Vorväter vor großen Herausforderungen. Gebrüder Weiss ist das älteste Unternehmen des Landes. Bereits 1474 betrieb die Familie Vis (Weiss) im Auftrag den Lindauer Boten in Fußach. 1823 führten die Gebrüder Josef, Leonhard und Johann Alois Karl Weiss die Geschäfte in einem neuen Unternehmen. Und in der Geschichte von Weiss gab es zahlreiche Neuanfänge, die durch die Wirren der Geschichte bedingt waren. Immer wieder musste neu aufgebaut werden – etwa nach den beiden Weltkriegen. Als das Ehepaar Senger-Weiss die Geschäfte übernahm, zählte die Firma 1000 Mitarbeiter in Österreich und einer Niederlassung in Hamburg.

Im Haus hatte Heidi Senger-Weiss von Anfang an viel Unterstützung, in der Branche musste man sich daran gewöhnen, dass eine Frau in die Führungsetage eines Spediteurs einzog. Doch auch die Kunden bemerkten schnell die Kompetenz der Weiss-Chefin. „Wir haben in einer guten Phase begonnen“, erzählen die beiden im Gespräch mit den VN, die ab Anfang der 70er-Jahre die Internationalisierung des Unternehmens vorantrieben. „Die Ölkrise ließ das Geschäft auf ein Zehntel einbrechen, die Energiekosten stiegen um 70 Prozent“, so Paul Senger-Weiss. Man reagierte mit neuen Transportmitteln und Angeboten. In der Firma wurden in den folgenden Jahren die geeigneten Strukturen für den weiteren Aufbau geschaffen.

Dank kurzer Entscheidungswege und intensiven Gesprächen des Ehepaares war die Vorarlberger Spedition („Vorarlberg ist nach wie vor unser Heimatmarkt“) auch bei den ersten Firmen, die nach der Öffnung der Ostblockländer zuerst vor Ort waren. Schon 1988 entschieden Heidi und Paul Senger-Weiss, ins Paketgeschäft einzusteigen. Die nächste Herausforderung: Mit dem Eintritt in die EU fielen die Verzollungen weg. „Da war mit einem Schlag die Hälfte des Umsatzes weg und ein Drittel der Wertschöpfung“, schildert Heidi Senger-Weiss diese Phase. Durch massive Reorganisation aller Abläufe und intensivem Einsatz aller Beteiligten ging die Firma, die inzwischen auch zum Logistiker geworden ist, gestärkt aus dieser Krise hervor.

„Wichtig waren uns immer die Mitarbeiter und das Management“, sagt Frau Senger-Weiss. „Sie arbeiten tagtäglich serviceorientiert und mit viel Herzblut für das Unternehmen. Kein Lippenbekenntnis: Das Unternehmen wurde nämlich schon als bester Arbeitgeber des Landes ausgezeichnet.

<p class="caption">VN-Herausgeber Eugen A. Russ hielt die Laudatio auf das Unternehmer-Ehepaar Senger-Weiss.</p>

VN-Herausgeber Eugen A. Russ hielt die Laudatio auf das Unternehmer-Ehepaar Senger-Weiss.

Jeder von uns wäre als Geschäftsführer alleine nicht so gut gewe- sen,­ wie wir beide es als Team sind.

Heidi Senger-Weiss

Paul Senger-Weiss

Geboren: in Wien, 20. Juni 1941

Ausbildung: Technische Hochschule/Universität, Wien – Betriebswissenschaften Dipl. Ing. 1965, Lehigh University, Bethlehem, Pennsylvania, USA – Industrial Engineering and Management Science: Master of Science 1967

Karriere: Finanzberater und Assistent zu Wirtschaftsprüfer in Wien (1966 und 1968), Assistent eines Vorstandsmitgliedes der Pacific Intermountain Express, Oakland, California, USA (1967), seit 1968/69: Gebrüder Weiss Organisation (GW) Mitglied der Geschäftsleitung, seit 1981 Geschäftsführer der Holdinggesellschaft, seit 2002 bis 2004: Geschäftsführer der GmbH und Vorstand der Holding, seit 2005 Mitglied des Aufsichtsrates

Zusätzliche Engagements: Vorsitzender Verkehrspolitischer Ausschuss, Verkehrsforum, KV-Verhandler (alle WKÖ), Vorsitzender des Seehafen Kontaktkomitees, Aufsichtsrat, z. B. bei Austrian Airlines, BTV, Identec Solutions

Zur Person

Dkfm. Heidegunde Senger-Weiss

Geboren: in Wien, 20. Mai 1941

Familie: verheiratet seit 1969 mit Paul Senger-Weiss, 2 Söhne, 1 Tochter,
9 Enkelkinder

Ausbildung: Volksschule und Realgymnasium in Bregenz, Studium an der Hochschule für Welthandel, Wien, zwei Jahre Speditionspraktikum im Ausland

Karriere: 1965 Eintritt bei Gebrüder Weiss, 1968 Gesamtverantwortung, ab 1969 Geschäftsleitung gemeinsam mit  Paul Senger-Weiss 1997 Erweiterung der Geschäftsleitung auf vier Personen, bis Ende 2004 Vorstandsvorsitzende, 2005 Wechsel in den Aufsichtsrat, 2009–2015 Aufsichtsratsvorsitzende.

Zusätzliche Engagements: ab 1968 Vizepräsidentin, später
Präsidentin des Zentralverbandes Spedition und Logistik bis 2007, Spartenobmann Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Vorarlberg in den Jahren 1990 bis 2005

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