Kultur
12. August 2013

Beifall für Verfilmung der „Feuchtgebiete“

Autorin Charlotte Roche mit der Hauptdarstellerin von Feuchtgebiete, Carla Juri. Foto: AP
Autorin Charlotte Roche mit der Hauptdarstellerin von „Feuchtgebiete“, Carla Juri. Foto: AP

Locarno. Die Halbzeitbilanz des 66. Internationalen Filmfestivals Locarno fällt ausgesprochen gut aus. Der Wettbewerb um den Hauptpreis, den Goldenen Leoparden, überzeugt mit Qualität. Starken Beifall gab es gestern Abend vom Großteil des Publikums für den deutschen Wettbewerbsbeitrag „Feuchtgebiete“. Die Adaption des bei seinem Erscheinen 2008 als Skandal gehandelten Romans von Charlotte Roche gilt vielen als Anwärter auf den Hauptpreis.

Charlotte Roche ist von der Inszenierung begeistert, wie sie strahlend versicherte. Regisseur David Wnendt setzte das Porträt der 18-jährigen Helen mit viel Feingefühl um. Ihre Obsession für Sperma und Vaginalflüssigkeit wird begreifbar als Flucht vor der Angst, von der Umwelt nicht als Persönlichkeit wahrgenommen zu werden, vor dem Schmerz des Alleinseins. Der mit Meret Becker, Christoph Letkowski und Axel Milberg auch in Nebenrollen exzellent besetzte Film fesselt zudem als sensible Auseinandersetzung mit der Furcht vor dem Sterben. Hauptdarstellerin Carla Juri sieht den Film, „als Auseinandersetzung mit universellen Themen“. Das habe ihr auch das Spielen expliziter Nacktszenen leicht gemacht.