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Natur, Technik und die Liebe sind nichts Gegensätzliches

von Christa Dietrich

Die Schriftstellerin Gabriele Bösch ist als bildende Künstlerin zu entdecken.

Feldkirch. Als Schöpferin von Texten ist sie seit der Veröffentlichung des Romans „Der geometrische Himmel“ vor einigen Jahren vielen bekannt. Für einen Manuskript­auszug wurde sie damals mit dem Vorarlberger Literaturstipendium ausgezeichnet. Heuer erhielt sie den Preis zum zweiten Mal, und zwar für Lyrik, die im kommenden Frühjahr gesammelt bei Limbus erscheinen soll. Dass Gabriele Bösch auch zeichnet und fotografiert, wussten bislang nur Insider, in der Wexelstube, einem relativ neuen Kunstraum in Feldkirch, macht die Vorarlberger Schriftstellerin diesen Aspekt ihres Schaffens nun öffentlich.

Die Regisseurin Brigitta Soraperra agiert als Kuratorin der Ausstellung. Den kleinen Ort für Kunst, den Soraperra gemeinsam mit Janine Köchli leitet, nennen die beiden auch „Raum für Begeisterung“, denn, so die Regisseurin gegenüber den VN, „wir zeigen dort Dinge, die uns – und hoffentlich auch andere – begeistern. Außerdem laden wir junge Kreative ein, bei uns mutig etwas auszuprobieren, das zum ersten Mal in der Öffentlichkeit ist“.

Ineinander verzahnt

Mit „Fingerhundszahngras“ ist die Ausstellung von Gabriele Bösch betitelt. Dabei handelt es sich um eine Pflanze, die vielen als lästiges, widerstandsfähiges Unkraut ein Dorn im Auge ist, für Bösch aber derart faszinierende Strukturen aufweist, dass sie das Gewächs immer wieder in den fotografischen Arbeiten festhielt und als Basis für zeichnerische Ausdrucksformen verwendete. „Es gibt ein Zusammenspiel zwischen dem Zeichnen und dem Schreiben“, erklärt sie. In Zukunft werde sie auch wieder mehr von Hand schreiben, bei „Der geometrische Himmel“ ist das so erfolgt. Die Geschichte einer sprachlos gewordenen Familie, in die erst wieder Wärme einzieht, nachdem sich türkische Gastarbeiter in ein Stockwerk des Hauses einmieten, wurde vom Bregenzer Theater Kosmos auch auf der Bühne umgesetzt. Prosa, Drama, Hörspiel, Essays, Lyrik und nun auch Zeichnung und Fotografie: Bösch offenbart nicht nur ihre Vielseitigkeit, ihr schriftstellerisches Arbeiten, das Fotografieren, die Auseinandersetzung mit Natur und Architektur seien derart ineinander verzahnt, dass sie die Disziplinen gar nicht einzeln betrachten will.

Liebeslyrik

Bösch zählt zu jenen Vorarlberger Künstlern, die einen Stipendienaufenthalt im Atelier in Paliano gewinnbringend nutzen konnten. Die in der Natur entstandenen Fotoarbeiten – ihr Interesse gilt vor allem pflanzlichen Strukturen – haben ihr neue Impulse für das zeichnerische Werk wie für die Lyrik geliefert. „Die Natur ist wie ein klares Spiegelbild für mich. Mit meinen Fotografien gebe ich Einblick in dieses Forschen an meiner Wahrnehmung“, sagt sie. Und ein weiteres Nachfragen zu Inhalten der lyrischen Arbeiten fördert zutage, dass ein wesentliches Thema die Liebe ist: „Nein, da ist kein Misstrauen dabei, es geht tatsächlich um die Liebe und ihre Macht.“

Eröffnung am 3. November, 18 Uhr, in der Wexelstube in Feldkirch, Mühletorplatz 10. Geöffnet bis 6. November, 10 bis 18 Uhr, 11. November, 14 bis 20 Uhr, 12. November, 14 bis 22 Uhr, 13. November, 10 bis 18 Uhr.

<p class="caption">Gabriele Bösch bespielt mit der Wexelstube einen neuen Kunstort in Feldkirch. FotoS: Bösch</p>

Gabriele Bösch bespielt mit der Wexelstube einen neuen Kunstort in Feldkirch. FotoS: Bösch

Zur Person

Gabriele Bösch

Geboren: 1964, aufgewachsen in Koblach

Wohnort: Hohenems

Tätigkeit: Schriftstellerin, Literaturvermittlerin, bildende Künstlerin

Werke: Romane „Der geometrische Himmel“, „Schattenfuge“, Theaterstücke, Hörspiele

Auszeichnung: Literaturstipendium des Landes, Prosapreis Brixen-Hall

Familie: verheiratet, fünf Kinder

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