IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!
Hier klicken und mitmachen!

Ein Tal mit vielen Klangdenkmälern

Bruno Oberhammer an der Bergöntzle-Orgel Tschagguns. Foto: Jurmann

Bruno Oberhammer an der Bergöntzle-Orgel Tschagguns. Foto: Jurmann

Bruno Oberhammer hat die Montafoner Orgellandschaft dokumentiert.

TSCHAGGUNS. (ju) Es ist schon ein ganz besonderer Landstrich, das Montafon. Es ist nicht vermessen, aus besonderem Anlass auch von einer Kulturlandschaft zu sprechen. Vor allem, seitdem beim Festival „Montafoner Sommer“ unter dem neuen künstlerischen Leiter Markus Felbermayer heuer erstmals der wertvolle Schatz an historischen und neuen Orgeln in diesen Gemeinden in den Mittelpunkt von Konzerten gestellt wurde. Einer der dabei beteiligten Fachleute ist der Höchster Organist und Musikwissenschaftler Bruno Oberhammer (70). Er hat sich zudem der Aufgabe unterzogen, alle Orgeln dieser Talschaft sorgfältig zu dokumentieren.

Außergewöhnliche Zahl

Seine mit großer Sorgfalt und viel Fachwissen erstellte Arbeit ist dieser Tage im Bildband „Montafoner Orgellandschaft“ erschienen, der einen eindrucksvollen Überblick ihrer Dichte und Reichhaltigkeit gibt.

So kommt nach Oberhammers Berechnung statistisch gesehen eine Orgel auf etwa eintausend Einwohner. Eine außergewöhnliche Zahl, die im Vergleich landesweit nur zur Hälfte erreicht wird. Erbaut wurden die Orgeln vom 17. bis zum 20. Jahrhundert, das Spektrum reicht vom einmanualigen Kleinstinstrument bis zur großen Orgel mit 41 Registern. Aber nicht nur die Anzahl der Orgeln ist nach Oberhammers Erhebungen beeindruckend, sehr oft ist es auch ihre Qualität, vor allem natürlich bei historischen Instrumenten. Einige von ihnen sind sehr gut erhaltene Klangdenkmäler von internationalem Rang und absolutem Seltenheitswert, also ausgeprägte, profilierte Kunstwerke von höchster klanglicher und technischer Qualität. Die Königin unter diesen „Königinnen der Instrumente“ im Montafon ist zweifellos die vor genau 200 Jahren vom Elsässer Joseph Bergöntzle in der Wallfahrtskirche Tschagguns erbaute Jubiläumsorgel, deren speziellen, französisch gefärbten Klang Oberhammer in der aktuellen CD-Einspielung „Te Deum laudamus“ erstmals dokumentiert hat (die VN berichteten).

Das Buch „Montafoner Orgellandschaft“ enthält nach einem Abriss über Geschichte und Funktionalität der Orgel eine samt der jeweiligen Disposition detailreich in Wort und Bild gestaltete Auflistung aller 16 Orgeln des Tals. Der Montafoner Museumsdirektor Michael Kasper hat dazu die Texte über die kunsthistorische Bedeutung der Kirchen verfasst. Dem Fotografen Darko Todorovic, dem Grafiker Christoph Ganahl und der Buchdruckerei Lustenau ist eine prächtige Gestaltung mit elegantem Silberschnitt gelungen.

Bruno Oberhammer/Michael Kasper: „Montafoner Orgellandschaft“, Band 24 der Montafoner Schriftenreihe, Herausgeber: Heimatschutzverein Montafon, 116 Seiten: info@montafoner-museen.at

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.