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Was Heranwachsende und Erwachsene vereint

von Christa Dietrich
„Unterwegs“ von Bruno Stori hatte gestern Abend als Produktion des Theaters der Figur am Feldkircher Saumarkt Premiere. Foto:VN/CD

„Unterwegs“ von Bruno Stori hatte gestern Abend als Produktion des Theaters der Figur am Feldkircher Saumarkt Premiere. Foto:VN/CD

Theater der Figur bringt mit „Unterwegs“ ein wunderbares Stück nach Österreich.

Feldkirch. Gut, im Moment läuft gerade noch Herrndorfs „Tschick“ am Vorarlberger Landestheater, empfehlenswerte Stücke für Jugendliche sind aber grundsätzlich dünn gesät. Dass das von Johannes Rausch geleitete Theater der Figur ein Garant dafür ist, ein gutes Händchen bei Suche und Auswahl von Brauchbarem zu haben, erwies sich nun im Besonderen mit „Unterwegs“, einer Produktion, deren österreichische Erstaufführung am Donnerstagabend am Feldkircher Saumarkt stattfand, und die nach Aufführungen für Schüler auch ins Theater Kosmos nach Bregenz übernommen wird.

Größere Verbreitung

Die Kooperation einer seit Jahrzehnten aktiven Kulturinitiative mit einer auch überregional bedeutenden Mittelbühne im Hinblick auf das Bereitstellen eines Podiums des ohne festes Haus arbeitenden Theaters der Figur ist bemerkenswert. „Unterwegs“ ist ein Stück, dem Verbreitung widerfahren sollte. Der leise Erzähltext bringt ein Thema auf den Punkt, das stets relevant ist. Erwachsene an ein Lebensgefühl zu erinnern, das selbst einmal ihren Alltag bestimmte, war bereits bedeutend, als die Kluft zwischen Jung und Alt viel größer war als heute bzw. als das Konfliktpotenzial insofern kein Thema war, weil von Jugendlichen weitgehende Unterordnung verlangt wurde. Von der Ferne tönen solche überwunden geglaubte Mechanismen ja noch herein, wenn Chiaro, Marzio und Carlo eines Tages beschließen, das Weite zu suchen. Der italienische Schriftsteller Bruno Stori lässt die drei, die nicht nur Freundschaft verbindet, sondern auch die aufkeimende Anziehung zwischen Mann und Frau (die sehr modern und aufgeschlossen ausgelebt wird), nicht einfach abhauen, das uralte Thema erfährt psychologische und philosophische Auffettung und führt beim Blick auf das Wasser oder in den Sternenhimmel zu Erkenntnis und Reflexion.

Lebendig ausgespielt von Birgit Unger, Steffen Essigbeck und Patrick Kaiblinger setzt Regisseurin Sabine Wöllgens auf große Genauigkeit in Tempo und Lautstärke. Der erste Teil kommt wie ein Musikstück aus einem Guss daher.

Im zweiten Teil erfahren dann die ihre Kinder suchenden Eltern nicht nur die Wohltat eines Ausbruchs aus dem Alltagstrott, sondern sie schaffen es ihrerseits, Vorbehalte abzulegen. Dass der Text hier etwas klischeebe­laden ist, gleichen Johannes Rausch und Evelyne M. Fricker mit einer ideenreich umgesetzten Ausstattung aus.

Weitere Aufführungen am 14., 15. und 16. November, 10 Uhr, am Saumarkt und am 30. November und 1. Dezember im Bregenzer Kosmos.

<p class="caption">„Unterwegs“ von Bruno Stori hatte gestern Abend als Produktion des Theaters der Figur am Feldkircher Saumarkt Premiere. Foto:VN/CD</p>

„Unterwegs“ von Bruno Stori hatte gestern Abend als Produktion des Theaters der Figur am Feldkircher Saumarkt Premiere. Foto:VN/CD

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