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Dichterin leiser Töne: Ilse Aichinger tot

Ilse Aichinger hat Bedeutendes zum Fremdsein verfasst. Foto: APA

Ilse Aichinger hat Bedeutendes zum Fremdsein verfasst. Foto: APA

Wien. Eine immerwährende Todessehnsucht hat sich durch das Leben der Schriftstellerin Ilse Aichinger gezogen. Der Holocaust und private Schicksalsschläge prägten die zurückhaltende und medienscheue Autorin. Sie kapselte sich über die Jahrzehnte immer mehr von der Welt ab. Mit ihren dunklen Erfahrungen, die sie in geheimnisvoller Sprache zu Papier brachte, wurde die Wienerin zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der Nachkriegsliteratur. Ihr Gesamtwerk ist überschaubar, aber umso gewichtiger. Nun ist die Autorin mit 95 Jahren gestorben.

Analytische Schärfe

Auf merkwürdige Weise dunkel, dabei irritierend lyrisch wirken viele ihrer Texte. Auf die Tiefe und die Intensität der Dinge richtet sie ihre Aufmerksamkeit und schafft dabei Bilder von poetischer Dichte und gleichzeitig analytischer Schärfe. Ihre Arbeit bezeichnete Aichinger, die schon viele Jahre vor ihrem Tod nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten ist oder Interviews gegeben hat, als Tarnkappe. „Schreiben kann eine Form zu schweigen sein“, sagte Aichinger einst. In verschlüsselten Bildern beschreibt sie in ihrem Roman „Die größere Hoffnung“ die Erfahrung des Fremdseins.

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