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Kommentar

Christa Dietrich

Objekte, die die Leute berühren

Wer die momentane Ausstellung im Kunstraum Dornbirn besucht, die nun aufgrund des großen Interesses bis 18. Dezember verlängert wird, erfährt Kunstgeschichte. Zu begegnen ist nämlich nicht nur einer aktuellen Arbeit des Vorarlbergers Gottfried Bechtold (geb. 1947), sondern auch dem bildhauerischen Formwillen seines Großonkels Albert Bechtold (1885-1965), eines Künstlers also, dessen innovatives Schaffen erst spät, das heißt, erst vor einigen Jahren im Kontext der österreichischen Kunst beleuchtet wurde. 

„Mitten durchs Herz“ zeigt eine Pietà, die von einer Schiene durchbohrt wird. Die bisherigen Betrachter dürften das Werk zwar auch im Hinblick auf mögliche religiöse Inhalte interpretiert haben, Bechtold selbst beschäftigen, wie man von seinen Betonporsches oder den Schienen weiß, die unter anderem bei Großausstellungen in Japan präsent waren, eher nüchterne Mathematik, Physik, Philosophie, gegebenenfalls auch Anachronismen.

 

Wie auch immer, Kommentaren zufolge ist es eine Arbeit, die viele Menschen berührt. In der Montagehalle neben dem Naturkundemuseum inatura in Dornbirn zeigt sich ein Bild, das sich einprägt. Anfang Dezember legt der Kunstraum Dornbirn das Katalogbuch zur Installation auf. Ihrer Rolle als eine der wichtigsten Kunst-Institutionen des Landes wird die junge Einrichtung, deren Umzug von einer kleinen Stadtvilla in die große Halle etwa der Künstler Wolfgang Flatz einst mit einem starken Statement begleitete, jedenfalls gerecht. Mit der Präsenz der Arbeiten von Künstlern internationaler Herkunft geschieht das gleichsam wie mit österreichischen Künstlern von internationaler Bedeutung.

 

Apropos Bechtold: Das Museum Lentos in Linz zeigt – wie berichtet – noch bis 27. Februar eine Werkschau mit Arbeiten des Vorarlbergers. Sie wird bestens frequentiert, ein Katalogbuch ist zu erwarten. So aufschlussreich wie die (unter anderem im Land) realisierten Arbeiten sind jene, die Modell blieben.

 

„Geliebt, gebraucht, gehasst“ lautet übrigens der Titel einer Großausstellung, die für Bonn vorbereitet wird, wo sie ab dem Frühjahr 2017 zu sehen ist. Gottfried Bechtold wird vertreten sein. Thema ist das Auto.

,Geliebt, gebraucht, gehasst‘ lautet übrigens der Titel einer Großausstellung, die für Bonn vorbereitet wird. Gottfried Bechtold wird vertreten sein.

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