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Kommentar

Walter Fink

Staub von der Bühne gekehrt

Es war ein wunderbares Fest, das am vergangenen Wochenende beim Heurigen Mayer am Pfarrplatz in Heiligenstadt in Wien zu genießen war. Alfred Wopmann, der ehemalige Intendant der Bregenzer Festspiele, feierte mit Freunden seinen achtzigsten Geburtstag. Ein außergewöhnlicher Abend, mit musikalischen Beiträgen auf höchstem künstlerischem Niveau, vom Wienerlied bis zur Opernarie, vor allem mit einer Wopmann gewidmeten Komposition für vier Saxophone von Georg Friedrich Haas. Im Mittelpunkt ein glücklicher Alfred Wopmann, der durch die Reden – unter anderem des früheren Festspielpräsidenten Günter Rhomberg oder des ehemaligen Generalsekretärs der Wiener Symphoniker, Rainer Bischof – an seinen ganz besonderen künstlerischen Werdegang erinnert wurde.

Immer wieder klang in den Reden oder auch Tischgesprächen die Zeit von Alfred Wopmann in Bregenz an. Auch er selbst bezeichnete die Jahre ab 1983, als er von Rhomberg als Intendant nach Bregenz geholt wurde, als seine wichtigste Zeit. Wilhelm Sinkowicz schrieb dazu in der „Presse“: „Wopmann übernahm damals die Intendanz der Bregenzer Festspiele. Und dann muss man nicht mehr viel hinzufügen, denn seine Amtszeit hat sich im kollektiven Gedächtnis der österreichischen Musikfreunde als eine der glückhaftesten eingeschrieben, die je ein heimisches Festival oder auch ein Opernhaus gehabt hat.“

Auch dem muss man nicht mehr viel hinzufügen, damit ist ziemlich viel gesagt. Für Bregenz allerdings darf man noch dazusagen: Diese mehr als zwanzig Jahre, in denen Wopmann für die Festspiele, gemeinsam mit dem kaufmännischen Direktor Franz Salzmann, verantwortlich zeichnete, waren ein Glück für die ganze Region. Denn erstmals konnte man hier auf eine kulturelle Leistung verweisen, deren Ausstrahlung weit über das Land und die Nation hinausging. Dass etwas später das Kunsthaus diese internationale Wahrnehmung noch verstärkte, half auch den Festspielen.

Heute zählen die Bregenzer Festspiele zu den renommierten internationalen Festivals mit einer Besucherzahl von etwa 200.000 Menschen, auf die keine andere Aufführungsstätte für Oper verweisen kann. Das ist nicht zuletzt Alfred Wopmanns Verdienst, der den Festspielen den Staub von der Bühne gekehrt und ein modernes Festival installiert hat. Heute wohnt Alfred Wopmann in Wien – seine Arbeit in Bregenz wird aber noch lange spürbar sein.

walter.fink@vorarlbergernachrichten.at
Walter Fink ist pensionierter Kulturchef des ORF Vorarlberg.

Heute zählen die Bregenzer Festspiele zu den renommierten internationalen Festivals. Das ist nicht zuletzt Alfred Wopmanns Verdienst.

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