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Starbesetztes Flugzeugdrama

Clint Eastwood hat das „Wunder vom Hundson“ mit Tom Hanks verfilmt.  Foto: AP

Clint Eastwood hat das „Wunder vom Hundson“ mit Tom Hanks verfilmt. Foto: AP

Der auf wahrer Begebenheit basierende Film „Sully“ weiß zu überzeugen.

Drama. 208 Sekunden können schnell vorüber sein oder aber eine Ewigkeit dauern. Im Fall des US-Airways-Flugs 1549 vom 15. Jänner 2009 ging es in dieser Zeitspanne um Leben und Tod. Das „Wunder vom Hudson“, als welches die Beinahe-Katastrophe in die Geschichte einging, hat Oscarpreisträger Clint Eastwood nun verfilmt. 

Die Handlung ist bekannt: Mit 150 Passagieren und fünf Crewmitgliedern an Bord, hebt die Maschine an einem Wintertag vom New Yorker Flughafen LaGuardia ab in Richtung Charlotte. Doch bereits nach wenigen Momenten kracht ein Schwarm Wildvögel in das Flugzeug und zerstört beide Triebwerke. Pilot Chesley „Sully“ Sullenberger (Hanks) und sein Kopilot Jeff Skiles (Eckhart) können schließlich am Hudson notwassern. Alle überlebten.

Der Notlandung begegnet man in Eastwoods Drama gleich mehrfach: Aus der Sicht der Flugüberwachung, die sich plötzlich mit dem „Mayday“-Notsignal der Maschine konfrontiert sieht; aus der teils verzerrten Perspektive der Medien, die innerhalb von Minuten auf das Thema aufspringen; aus der Innensicht des Cockpits, in dem Sully und Skiles für wenige Sekunden wie versteinert wirken.

Spannungsbogen

Ja, vieles hätte schiefgehen können. Und genau auf diesen Aspekt springt auch die Flugsicherheitsbehörde auf, die, was weit weniger bekannt ist, den Vorfall sehr lange und intensiv untersucht hat. Im Film nehmen die Anhörungen in verschiedenen Stadien relativ breiten Raum ein und haben auch das Ziel, den grundsätzlich schnell erzählten Spannungsbogen breiter auszurollen. Es gelingt Eastwood dabei gut, zwischen den Sichtweisen zu wechseln, vermeintliche Details oder Nebenstränge in die Geschichte zu holen und ihr damit eine dichtere Atmosphäre zu verleihen.

Aber egal, ob gerade Sullys Ehefrau Lorrie (Linney) mit ihrem Mann am Telefon spricht, dieser beim nächtlichen Spaziergang durch New York mit seinem Kopiloten nochmals das Erlebte durchgeht oder ein Blitzlichtgewitter über die Protagonisten dieses „Wunders“ hereinbricht: Im Zentrum steht hier ganz klar Tom Hanks, der mit seiner stoischen und sehr präzisen Spielweise den Film zu einem Soloflug macht. Mit weißen Haaren und Schnauzer sucht er als Sully nach Möglichkeiten, den Vorfall zu verarbeiten und zu verstehen, geht die Einzelheiten immer wieder durch und beginnt, an sich zu zweifeln.

Ohne Klischees

Für ein Flugzeugdrama verzichtet „Sully“ weise auf viele der üblichen Klischees, ist dabei ein modernes amerikanisches Märchen, aber ohne sich im unreflektierten Stars-and-Stripes-Patriotismus zu suhlen. Vielmehr trifft man hier auf ehrliches Handwerk, das einem realen Drama an den richtigen Stellen nachvollziehbare Emotionen abgewinnen kann. Ob man das als Heldengeschichte lesen mag oder nicht, ist dabei eigentlich zweitrangig.

Filminfos

» Regie: Clint Eastwood
» Hauptdarsteller: Tom Hanks, Laura Linney, Aaron Eckhart, Anna Gunn, Autumn Reeser

» läuft ab 2. Dezember im Kino

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