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Aus dem Bezirksgericht. Vergehen der Körperverletzung

Kleine Auseinandersetzung mit dem Ex-Freund der Ex-Freundin

Italienischer Pizzaiolo lief wegen Amore heiß wie ein Backofen.

Dornbirn. (VN-gs) „Ich habe ihn nicht mal angefasst, nicht mal mit einem Finger!“, sagt der 47-jährige Pizzabäcker sofort beim Betreten des Verhandlungssaals im Dornbirner Bezirksgericht, noch ehe er von Richter Frank Plasinger überhaupt etwas gefragt wurde.

Schon länger als drei Jahre ist der Vorfall nun bereits her, der das heißblütige Naturell des Sizilianers auf einem Parkplatz zum Kochen brachte. Er erblickte seine Angebetete, wie sie im Begriff war, in das Auto ihres Ex-Liebhabers einzusteigen. Der Sizilianer war damals schließlich liiert mit der Dame, welche heute wiederum zu seinen eigenen Verflossenen zählt.

Dennoch, sein Blut wallte zu jenem Zeitpunkt noch nicht auf, zumindest schien es so. So gab dereinst eine Zeugin vor der Polizei zu Protokoll, dass sich die beiden Herren anfänglich die Hand gaben. „Doch dann schrie er ihn plötzlich an, er erlaube ihm den Kontakt mit seiner Ex-Freundin nicht und dass er sofort verschwinden solle“, wie sie weiter anführte.

Eine „Schubserei“

Anschließend sei es zu einer „Schubserei“ zwischen den beiden Männern gekommen. Nicht mehr und nicht weniger. Fest steht allerdings auch, dass sich der Kontrahent anschließend für mehrere Wochen im Krankenstand befand. Wegen gebrochener Rippen.

Womit der wegen Körperverletzung beschuldigte Sizilianer allerdings nichts zu tun haben will. „Der hatte vorher einen Unfall mit einem Go-Kart. Dort hat er sich seine Knochen gebrochen. Ich habe ihm damals nur die Hand weggestoßen, weil er sie mir auf die Schulter gelegt hat“, beteuert der 47-Jährige nun vor dem Richter. „Sogar die Polizei hat mir damals gesagt, dass es da zu keiner Anklage kommen wird.“

Widersprüchlichkeiten

Was allerdings weit gefehlt war. Schließlich macht aber Bezirksanwalt Stefan Klein auf einige seltsame Widersprüchlichkeiten aufmerksam: „Da stimmt nichts zusammen. So gehen die Zeiten des Krankenstands, der polizeilichen Vernehmung und der Erstellung des Ambulanzblattes des Verletzten völlig auseinander.“

Auch ob es zu mehr als nur einer „Schubserei“ kam, ließ sich nach drei Jahren nicht mehr erhellen. Zudem konnte der Beschuldigte gerichtlich nicht geladen werden, weil sein Aufenthaltsort in Vorarlberg jahrelang unbekannt war.

Um der endlosen, doch offenbar harmlosen Sache ein Ende zu bereiten, schlägt Richter Plasinger sehr zugunsten des Sizilianers ein diversionelles Vorgehen vor. Lässt er sich innerhalb einer Probezeit von einem Jahr nichts zuschulden kommen, wird das Verfahren eingestellt. Der 47-Jährige ist mit dieser Entscheidung einverstanden und verlässt überschwänglich dankend den Gerichtssaal.

Sogar die Polizei hat mir damals gesagt, dass es da zu keiner Anklage kommen wird.

Der Beschuldigte
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