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Polizisten mit Füßen in den Bauch getreten

von Christiane Eckert
Nach seiner Verbringung in die Arrestzelle wehrte sich der Angeklagte buchstäblich mit Händen und Füßen.  Foto: VN/Hofmeister

Nach seiner Verbringung in die Arrestzelle wehrte sich der Angeklagte buchstäblich mit Händen und Füßen.  Foto: VN/Hofmeister

32-Jähriger führte sich wie ein Berserker auf, nun muss er 600 Euro Strafe zahlen.

Feldkirch. (ec) Als Angeklagter am Landesgericht Feldkirch gibt er an, Wissenschaftler zu sein. Doch im Akt fehlt jeder Hinweis auf ein abgeschlossenes Studium. Derzeit ist der 32-jährige Dornbirner jedenfalls arbeitslos und lebt von der Mindestsicherung.Im vergangenen September wurde in Hohenems spät in der Nacht eine Ruhestörung gemeldet, die Polizei rückte aus. Bei dem Hausbesuch ging es dann schließlich auch um das Thema „Gras“.

Zwei Mal war der Mann bereits wegen des Suchmittelgesetzes ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten, doch beide Male wurde von einer Strafverfolgung abgesehen. Der Arbeitslose ging zunächst freiwillig mit den Beamten mit, doch im Journaldienstzimmer verschlechterte sich seine Laune zunehmend.

Aggressiv und ungestüm

„Er wurde plötzlich aggressiv, deshalb brachten wir ihn in die Arrestzelle“, erinnert sich der als Zeuge geladene Beamte. Als die Beamten ihm die Handschellen abnehmen wollten, führte sich der junge Mann wild auf, wollte nach Hause und verletzte sogar zwei Beamte. Der eine Polizist trug eine Schürfwunde am Bein davon, dem anderen trat der Angehaltene mit voller Wucht in den Bauch. Im Krankenhaus diagnostizierte man ein stumpfes Bauchtrauma, zehn Tage Bauchweh waren die Folge. Beide Verletzten wollen Schmerzengeld, 800 Euro erkennt der Verursacher an. Wie und wann er den Betrag zahlen wird, steht auf einem anderen Blatt. Auch wenn der gerichtliche Zuspruch dreißig Jahre lang als Exekutionstitel gilt, bleiben Opfer oft auf ihren Forderungen sitzen.

Geständig

Vor Gericht zeigt sich der Mann einerseits geständig und entschuldigt sich. Doch das Ganze klingt sehr halbherzig.

Als der Angeklagte von seinem Fragerecht Gebrauch machen darf, prangert er erneut das Verhalten der Beamten an, sieht bei ihnen die Schuld und findet deren Auftreten überzogen. „Und das, obwohl ich freiwillig mit­gegangen bin“, betont er immer wieder. Der Polizist fürchtet ein wenig, sein zugesprochenes Schmerzengeld nicht zu erhalten. „Das können wir
irgendwie regeln, ich kann Karten für eine Musikveranstaltung organisieren“, bietet der Beschuldigte lässig an. „Nein, ich will schon das Geld“, kontert der Beamte.

Als Strafe für den versuchten Widerstand gegen die Staatsgewalt und die Verletzungen gibt es jedenfalls 600 Euro Geldstrafe, ebenso viel wird auf Bewährung ausgesprochen.

Weil Beamte einen besonderen Schutz genießen, wird der junge Mann
wegen schwerer Körperverletzung schuldig erkannt. Die Strafe kann er abstottern,
das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Das können wir irgendwie regeln, ich kann Karten für eine Musikveranstaltung organisieren.

Der Angeklagte
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