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“Illwerke sind gut abgesichert”

von Andreas Scalet
Wird der Stromfluß künftig am Pfänder gestoppt? Fotn

Wird der Stromfluß künftig am Pfänder gestoppt? Fotn

Strommarkt-Trennung schlägt Wellen. Vorarlberg rechtlich gut positioniert.

Bregenz. Schon die vergangenen Jahre waren für die Energiewirtschaft nach dem Beschluss Deutschlands, die Energiewende durchzuführen, sehr schwierig. Die Preise rutschten in den Keller, Investitionen wurden und werden aufgeschoben, auch der Vorarlberger Energiekon­zern illwerke VKW musste darauf mit einem ambitionierten Effizienzprogramm reagieren (die VN berichteten im Frühjahr).

Trennung im Jahr 2018

Nun folgt der nächste Schock für die Energiebranche. Deutschland erwägt, den Stromhandel mit Österreich wegen Netzengpässen an der Grenze einzuschränken, die europäische Energieagentur ACER hat angekündigt, noch im November eine Trennung des gemeinsamen Strom-Marktgebiets Deutschland-Österreich zu beschließen. Die deutsche Bundesnetzagentur hat am Freitag die vier Übertragungsnetzbetreiber angewiesen, entsprechende Maßnahmen vorzubereiten, die ab 3. Juli 2018 greifen sollen. In Österreich stößt diese Maßnahme auf scharfe Kritik – auch in Vorarlberg schrillen die Alarmglocken wegen dieser einseitigen sogenannten Engpassmaßnahmen, die nichts anders bedeuten als eine Aufhebung des freien Energiemarktes.

Dabei ist gerade dieser gemeinsame Markt von Österreich und Deutschland ein europäisches Musterbeispiel für die Energiemarkt-Integration, in Wahrheit der einzige derzeit in Europa funktionierende grenzüberschreitende Strommarkt. „Das bedeutet nichts anderes als einen Zoll für Strom“, analysiert Landeshauptmann Markus Wallner im Gespräch mit den VN. „Das werden wir mit allen Mitteln bekämpfen, da geben wir keinen Millimeter nach.“

Zu früh für Prognosen

Doch in Panik wollen in Vorarlberg weder der Landeshauptmann noch der Vorstand von illwerke VKW, Christof Germann, verfallen. Dass der Strompreis durch diesen einseitigen Eingriff in den Markt vor einem starken Anstieg steht, wie bereits spekuliert wird, will Germann nicht bestätigen. „Das ist sehr schwer vorherzusagen, wie sich der Strompreis bei einer allfälligen Auflösung entwickeln wird. Es gibt Studien, die sagen, der Energiepreis könnte sich um zehn Prozent erhöhen.“ Es sei aber noch zu früh, um irgendwelche Prognosen zu machen. Die Illwerke, die ihren deutschen Partner Energie Baden-Württemberg (EnBW) mit Spitzenregelenergie beliefert, sind seit den 30er-Jahren dem deutschen Regelblock zugeordnet. Diese Verträge wurden erst im Jahr 2011 erneuert und sind bis 2041 gültig. Diese langfristige Bindung hat erst große Investitionen wie jene in das Projekt Obervermuntwerk II  ermöglicht, in das die Illwerke bis 2018 rund 500 Millionen Euro investieren. Wallner, der bei der Erstellung in erster Reihe dabei war, und Germann gehen davon aus, dass „die Verträge wasserdicht und damit die Illwerke sehr gut abgesichert sind“. In diesen Verträgen sind die Lieferungen nach Deutschland im Detail geregelt. „Ein Eingriff ist für mich nicht vorstellbar“, bekräftigt denn auch Wallner.

Die Energiewende ist nicht nur der Grund für die derzeit sehr niedrigen Preise, die am Strommarkt herrschen, sondern auch für die mögliche Trennung des gemeinsamen Marktes, der vom deutschen Wirtschaftsministerium und der Bundesnetzagentur forciert wird. Das Problem ist nämlich der innerdeutsche  Netzengpass, der alternativen Strom aus Windkraft und Sonnenenergie auf seinem Weg von Nord nach Süd behindert. Das lasse sich durch eine künstliche Verschiebung an die deutsch-österreichische Grenze nicht lösen, sind sich Fachleute einig.

<p>Wird der Stromfluß künftig am Pfänder gestoppt? Fotn</p>

Wird der Stromfluß künftig am Pfänder gestoppt? Fotn

Ein Eingriff in die Verträge ist für mich nicht vorstellbar.

LH Markus Wallner
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