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„Verstorbene leben auf unsichtbarem Planet“

Xavien Christof (9). Fotos: VN/kum

Xavien Christof (9). Fotos: VN/kum

Wie Kinder den Tod sehen: Die VN sprachen mit Schülern der Volksschule Watzenegg.

Dornbirn. (kum) Hannah Malt ist erst neun. Aber sie hat in ihrem jungen Leben schon über den Tod nachgedacht – weil ihr Opa auf einmal nicht mehr da war. „Wir wollten gemeinsam mit einem zweistöckigen Zug fahren. Aber dann ist er krank geworden und gestorben.“

Opa im Himmel wiedersehen

Hannah besucht hin und wieder sein Grab. „Dort ist sein Körper vergraben. Aber seine Seele lebt im Himmel weiter“, ist sie überzeugt. Im Himmel, so vermutet das Mädchen, trifft man daher nicht nur Jesus und Gott, sondern auch jene Menschen, die gestorben sind. „Ich glaube, dass ich Opa dort einmal wiedersehe.“ Der Tod macht ihr eigentlich keine Angst. „Wenn man stirbt, ist es für die anderen Menschen schlimmer als für einen selbst.“

Große Trauer empfunden

Auch Chiara Linder (8) kam mit dem Tod schon einmal in Berührung. Er entriss ihr gnadenlos ihren Spielgefährten. Luki war ihr Großcousin und behindert. „Er konnte weder sprechen noch gehen. Aber wenn ich ihm auf dem Spielzeugklavier Lieder vorgespielt habe, lachte er immer.“ Luki starb an einer versteckten Lungenentzündung. Sein Tod löste große Trauer bei dem Mädchen aus. „Die erste Nacht nach seinem Tod konnte ich nicht schlafen. Es ging mir sehr schlecht.“

Auch heute noch denkt Chiara oft an ihren Spielkameraden, vor allem vor dem Einschlafen. „Dann muss ich weinen.“ Aber Luki hat sich noch nicht ganz aus ihrem Leben verabschiedet. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass er neben mir sitzt. Und manchmal sehe ich ihn. Wenn ich Angst habe, ist er bei mir und beschützt mich.“

Drei Mal sei er nach seinem Tod zu ihr gekommen. „Ich konnte durch ihn hindurchsehen, aber sein Gesicht erkannte ich sofort.“ An Allerheiligen und Allerseelen wird sie mit ihrer Mama Lukis Grab besuchen. Von vorherigen Besuchen weiß sie: „Wenn ich ganz genau auf sein Bild schaue, winkt er mir zu.“

Etwas Gutes tun

Jakob Klocker (10) hingegen hat sich mit dem Tod und dem Sterben gedanklich noch nicht groß auseinandergesetzt. Vielmehr denkt er darüber nach, „wie ich als Erwachsener Gutes tun kann“. Jakob könnte sich vorstellen, Kunstwerke zu schaffen und diese dann zu verkaufen. „Mit dem Geld würde ich die Volksschule Watzenegg und Flüchtlinge unterstützen.“

Aber auch in seine Welt brach der Tod schon ein. „Vor zwei Jahren mussten wir Roxie einschläfern lassen.“ Jakob weinte um seine schöne Katze, die dunkel wie die Nacht war. „Wo sie jetzt ist, weiß ich nicht.“ Hingegen glaubt er zu wissen, was mit den Menschen geschieht, wenn sie gestorben sind. „Nach drei Tagen fahren sie ins Gottesreich hinauf. Das weiß ich von Marlies, meiner Religionslehrerin.“ Der Bub glaubt fest daran, „dass wir nach dem Tod zu Gott im Himmel kommen. Dort kann ich weiterleben und meine Fehler ausbessern, die ich auf der Erde gemacht habe“.

Eigene Vorstellung

Auch Xavien Christof (9) glaubt an die Unsterblichkeit des Menschen beziehungsweise an ein Weiterleben nach dem Tod. „Ich stelle mir vor, dass die Verstorbenen im Weltall sind und auf einem unsichtbaren Planeten leben. Und wenn sie wieder auf die Welt kommen wollen, fliegen sie zur Erde und werden – wenn die Ampel auf Grün ist – geboren.“

<p class="caption">Jakob Klocker (10). </p>

Jakob Klocker (10).

<p class="caption">Chiara Linder (8). </p>

Chiara Linder (8).

<p class="caption">Hannah Malt (9). </p>

Hannah Malt (9).

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