IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!
Hier klicken und mitmachen!

Nein zu Heli für Tiefschneefans

von Tony Walser
VN-Bericht vom 25. Oktober 2016.

VN-Bericht vom 25. Oktober 2016.

Debatte über Heliskiing geht weiter. Der Alpenschutzverein wirft Gutachten in Waagschale.

Bregenz, Lech. Der Alpenverein Vorarlberg spricht sich gegen eine Verlängerung der Genehmigung für Heliskiing am Arlberg aus. Dies geht aus einer Stellungnahme der Organisation hervor. Wie in den VN berichtet, hat die Firma Wucher beim Land um eine Verlängerung der Ausnahmegenehmigung bis 2021 angesucht. Im Landhaus läuft derzeit die Prüfung des Antrags durch Sachverständige, betont Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (61, VP) als ressortzuständiger Landesrat. Auch die Erfahrungswerte der letzten fünf Jahre würden in die Entscheidungsfindung mit einfließen.

Bis zu 470 Euro pro Heliflug

Nachdem es für die Verlängerung offenbar keines Beschlusses der Landesregierung bedarf, wird das Ganze in den nächsten Wochen in Rüdissers Abteilung entschieden. Dass dem Wunsch von Wucher im Landhaus nachgekommen werden dürfte, hatte Rüdisser im VN-Gespräch deutlich durchblicken lassen: Sollte sich das Ganze im bisherigen Rahmen bewegen, so halte er den Antrag für genehmigungsfähig. Konkret geht es dabei um durchschnittlich 250 Flüge pro Wintersaison, bei denen Wucher Tiefschneefans auf zwei bestimmte Berggipfel fliegt (Grafik). Für einen Flug mit Bergführer und drei Wintersportlern sind zwischen 410 und 470 Euro zu berappen.

Analyse der Alpenkonvention

Die Besonderheit, die Touristiker freilich herausstreichen und Kritiker naturgemäß kritisieren: Das Angebot für Heliskiing existiert nur in Lech, in allen anderen Bundesländern wird die Thematik restriktiv beurteilt. Naturschützer lehnen das Ansuchen ab. Auch in der Landesregierung sitzen mit Johannes Rauch (57, Grüne) und Katharina Wiesflecker (52, Grüne) zwei Landesräte, die gegen Heliskiing sind. Jetzt meldet sich auch der Alpenverein Vorarlberg zu Wort: „Wir stützen uns bei unserem Nein auf ein Gutachten der Rechtsservicestelle der Alpenkonvention. Die aufgeführten Argumente aus Sicht des Natur-, Umwelt- und Klimaschutzes möchten wir nicht wiederholen. Heliskiing ist negativ zu beurteilen“, sagt Andreas Schmidt (56) als Obmann, der die Analyse bereits im Sommer im Landhaus vorgestellt hat.

Flugrettung nicht gefährdet?

Seiner Meinung nach muss es andere, stichhaltige Gründe geben, Heliskiing trotzdem zu genehmigen, fügt Schmidt hinzu. Seitens der Touristiker werde vor allem Heliskiing als Alleinstellungsmerkmal und die Flugrettung am Arlberg als Basis für die Genehmigung erwähnt. „Die Flugrettung am Arlberg wird von der Bergrettung betrieben, und wir gehen davon aus, dass Wucher für die Bereitstellung von Heliport sowie Helikopter und Piloten entsprechend entschädigt wird. Die Flugrettung am Arlberg funktioniert also auch ohne Heliskiing. Und wenn, wie behauptet, Außenlandungen im Rahmen des Heliskiings unentbehrliches Training für die Piloten darstellen, dann müssten der ÖAMTC und andere Betreiber bundesweit zum Anbieten von Heliskiing gezwungen werden.“

Alleinstellungsmerkmal

Auch für die Argumentation der Touristiker, wonach das Alleinstellungsmerkmal für Lech bleiben müsse, bringt Schmidt kein Verständnis auf: „Ist es Aufgabe des Landes, mit seinen Entscheidungen für Alleinstellungsmerkmale zu sorgen, in dem es eine Region gegenüber den anderen Skiregionen besserstellt? Wenn wir davon ausgehen, dass es keine Genehmigungen für andere Skiregionen geben wird, widerspricht dies nicht eklatant dem Gleichheitsgrundsatz?“ Die ursprüngliche Begründung für die Ausnahmegenehmigung, nämlich die Sicherstellung der Flugrettung am Arlberg, bestehe nicht mehr. „Im Sinne des Klimaschutzes sollen wir alle auf das Fahrrad umsteigen, für exklusive Skiurlauber am Arlberg soll es aber eine Ausnahme geben. Mit der so gut wie bereits beschlossenen Verlängerung der Genehmigung für das Heliskiing zeigt die Landesregierung, wie wichtig für sie Natur-, Umwelt- und Klimaschutz in Wirklichkeit ist.“

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.