IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!
Hier klicken und mitmachen!

Ungewisse Zukunft für das Integrationsteam

Finanzierung für interkulturelles Team nicht gesichert. Mennel-Plädoyer zur Fortführung.

Schwarzach. Vorarlbergs Lehrer sind seit vergangenem Jahr mit einer neuen Herausforderung konfrontiert. Nachdem sich die Anzahl der Flüchtlinge im Jahr 2015 in Österreich rasant erhöhte, sitzen vermehrt Kinder in den Klassen, die besonderer Betreuung bedürfen. Allem voran fehlt es an Deutschkenntnissen, einige Kinder sind durch Krieg und Flucht traumatisiert, müssen innerhalb kürzester Zeit in ein neues Leben finden. 826 Flüchtlingskinder starteten am 12. September in Vorarlberg in einer Pflichtschule ihr Schuljahr. Als Unterstützung für die Lehrer wurde Anfang des Jahres das „inter­kulturelle mobile Team“ eingerichtet, das je nach Bedarf eingesetzt werden kann. Ein Projekt, über das Vorarlbergs Schullandesrätin

Bernadette Mennel (ÖVP) nur Gutes berichten kann: „Das Team unterstützt die Pädagogen, dient als Drehscheibe und ist überaus hilfreich. Die Rückmeldungen sind durchwegs sehr positiv.“ Erst im April gestartet, droht nun schon wieder
das Aus. Die Finanzierung ist nur für das Kalenderjahr

2016 gesichert.

Bildungs-

und Finanzmi-

nisterium

verhan-

deln eine Fortfüh-

rung.

Ein interkulturelles mobiles Team setzt sich aus drei Experten aus dem Sozialbereich mit besonderen Sprachen- und Kulturkenntnissen zusammen. Also Psychologen, Sozialarbeiter und Pädagogen. Im April nahmen die Teams in allen Bundesländern ihre Arbeit auf, österreichweit sind derzeit 83 Personen im Einsatz. In Vorarlberg ist ein solches Dreierteam aktiv. „Sie sollen die Schulen bei der Integration von Flüchtlingskindern und –jugendlichen mit ihrer besonderen Kompetenz unterstützen“, erläutert eine Sprecherin des Bildungsministeriums. Zudem soll es als Drehscheibe zwischen Schule, Eltern und außerschulischen Einrichtungen dienen. Die Kosten deckt der Integrationsfonds. Die Ressorts vereinbarten, das Projekt zunächst bis Ende 2016 zu finanzieren. „Um die Spitze des Flüchtlingsstroms abzudecken“, heißt es aus dem Finanzministerium. 3,3 Millionen Euro seien dafür aufgewendet worden.

Die Sprecherin des Bildungsministeriums ist sich sicher: „Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv. Die Mitarbeiter der mobilen Teams bringen eben eine besondere Kompetenz mit, die in dieser Kombination bisher kaum im Schulsystem vorhanden war.“ Anders sieht es das Finanzministerium: „Bisher konnte das Bildungsministerium auch nicht die Wirksamkeit der Maßnahmen nachvollziehbar darstellen“, sagt ein Sprecher den VN. Derzeit würden die Verhandlungen zwar laufen. „Jedoch muss darauf hingewiesen werden, dass von Beginn an eine Begrenzung bis Ende 2016 vereinbart war“, heißt es aus dem Finanzressort. Die Kollegen vom Bildungsministerium sind dennoch optimistisch: „Wir sind derzeit in guten Gesprächen über eine weiterführende Finanzierung für 2017.“ Fix ist zumindest, dass es auch 2017 einen Integrationstopf geben wird.

Brief aus dem Ministerium

Bernadette Mennel weiß zwar, dass es noch Verträge zu unterzeichnen gilt, sie verweist allerdings auf ein Schreiben des Bildungsministeriums vom 3. Oktober. Darin versichere das Ressort, dass die Teams zumindest in diesem Schuljahr weiter bestehen. „Und dieses Schuljahr dauert bis Juli“, sagt Mennel. „Ich gehe davon aus, dass das Team fortgeführt wird. Mir wurde nichts anderes transportiert“, wundert sich Mennel. Sie fügt dennoch an: „Ich plädiere auch eindringlich dafür. Außerdem soll es natürlich über das aktuelle Schuljahr hinaus weiterarbeiten. Das interkulturelle mobile Team ist eine wesentliche Unterstützung.“

Ich gehe davon aus, dass das Team fortgeführt wird.

BERNADETTE MENNEL
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.