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Tunnelbauer in Wartestellung

von Tony Walser

Für die Betreiber des Feldkircher Großprojekts Stadttunnel läuft derzeit alles nach Plan.

Feldkirch, Bregenz. Große Straßenbauprojekte erfordern meist auch große Geduld. Seit den Planungen für den Letzetunnel in den 90er-Jahren warten viele staugeplagte Bürger im Raum Feldkirch auf Entlastung von der Blechlawine. Auch jetzt heißt es wieder warten auf den Stadttunnel. Denn nach dem positiven Bescheid in Sachen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) im Juli 2015 liegt die Entscheidung über eine Beschwerde der Gegner seit mehr als einem Jahr beim Bundesverwaltungsgericht in Wien. Die VN fragten nach: Droht die Tunnelspinne zur unendlichen Geschichte zu werden?

Analysen unter Dach und Fach

Nein, sagt Bernhard Braza (51), Projektleiter des Stadttunnels, dessen Baukosten mit mehr als 230 Millionen Euro beziffert werden. “Die Vorbereitungen laufen nach Plan.” Das Großprojekt bewege sich derzeit auf zwei Ebenen. “Juristisch liegt das Verfahren derzeit beim Bundesverwaltungsgericht. Ich bin aber optimistisch, dass der Bescheid nicht mehr lange auf sich warten lässt. Im Hintergrund werden dennoch mit Hochdruck Vorbereitungen für den Bau getroffen.” Die geologischen Erkundungen und Laboruntersuchungen seien abgeschlossen. Derzeit würden Ausschreibungsplanungen für eine Vielzahl von Einzelgewerken wie Straßenumlegungen sowie Brücken und den Tunnel selbst vorangetrieben.

Ablösen auf gutem Weg

Auch die für den Bau nötigen Grundablösen schreiten flott voran. “Derzeit sind rund 80 Prozent der benötigten Flächen und Dienstbarkeiten unter Vertrag.” Darüber hinaus seien mit den ÖBB Detailplanungen für den Bau eines Verladegeleises samt Förderband über die Ill in der Felsenau in Angriff genommen worden. So soll der Abtransport von Ausbruchmaterial umweltfreundlich erfolgen und dem Stadtgebiet während der Bauzeit 100.000 Lkw-Fahrten erspart werden.

Lärmschutzwand zum Auftakt

Auch die VKW sind mit an Bord. “Sie werden im Sinne einer Aufwertung des Ortsbildes die jetzige Hochspannungsleitung Felsenau-Fellengatter in den Tunnel verlegen.” Der landeseigene Bauhof in der Felsenau soll einen neuen Standort in Tosters beziehen. Als eine der ersten Baumaßnahmen stehen die Errichtung einer 470 m langen Lärmschutzwand im Bereich Felsenau-Fellengatter sowie eine Verlegung der Liechtensteiner Straße beim ehemaligen Schulbrüderareals auf dem Programm. 

„EuGH wäre das nächste Ziel“

Die Kritiker bleiben dennoch optimistisch, die Pläne verhindern zu können. „Im Hinblick auf die Landesfinanzen bin ich mir nicht sicher, ob der Bau überhaupt finanzierbar ist. Es dürfte sogar im Sinne der Befürworter sein, wenn die Umsetzung noch länger auf sich warten lässt“, sagt Marlene Thalhammer (59, Feldkirch blüht), Stadträtin in Feldkirch und eine der Sprecherinnen der Bürgerinitiative „StattTunnel“. Thalhammer & Co. geben sich kämpferisch. Vor allem im Hinblick auf den Bundesverwaltungsgerichtshof, bei dem sie Beschwerde führen. Sollte man dort abblitzen, werde man den Europäischen Gerichtshof (EuGH) anrufen, kündigt Thalhammer an, die im Gegensatz zu ihrem Parteichef und Landesrat Johannes Rauch (57, Grüne) strikt gegen den Bau ist.

<p class="caption">„Wenn alles nach Plan läuft, steht einem Baustart 2018 oder 2019 nichts mehr im Weg“, sagt Projektleiter Bernhard Braza. Foto: VN/Steurer</p>

„Wenn alles nach Plan läuft, steht einem Baustart 2018 oder 2019 nichts mehr im Weg“, sagt Projektleiter Bernhard Braza. Foto: VN/Steurer

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