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Spitzenköche, Prominente und VN-Leser kochen auf. Teil 7/10

Die bunte Kunst des Kochens

Paul Renner hat seine eigene „Pasta e Fagioli“-Version entwickelt – Schweinefuß inklusive. Foto: VN/Paulitsch

Paul Renner hat seine eigene „Pasta e Fagioli“-Version entwickelt – Schweinefuß inklusive. Foto: VN/Paulitsch

Für Künstler Paul Renner ist Kochen ein Teil seiner Arbeit. Die VN durften mit ihm den Kochlöffel schwingen.

Egg. (VN-jun) „Das bunte Gemüse im Kochtopf zu mischen, ist wie Farbe beim Malen zu mischen“, sagt Paul Renner (59) während er Karotten, Sellerie und Zwiebeln mit fachmännischen Messerbewegungen kleinschneidet. Das Zubereiten von Speisen nutzt der Künstler, um von seiner Arbeit im Atelier abzuschalten. Zudem beruhigt ihn das Einkaufen auf dem Markt. „Die schönsten Märkte gibt es in Frankreich. In Italien mag ich die Bauernmärkte sehr“, erzählt der Bregenzerwälder, der schon in verschiedenen Ländern lebte und seit über 30 Jahren einen Wohnsitz in Italien hat.

Geteilte Leidenschaft

Seine Leidenschaft fürs Kochen teilt der Familienvater mit seiner Frau. Irma Renner betreibt seit dreieinhalb Jahren das Gasthaus Adler in Egg-Großdorf als Sonntagsgasthaus. Dort steht der Künstler nun in der Küche und gibt das geschnittene Gemüse in einen großen Topf. Dieses schmort er in Olivenöl an, ehe er es mit Rotwein ablöscht. Es zischt und dampft. Wenn Renner für seine Ausstellungen gerade nicht in New York, Italien oder sonstwo auf der Welt unterwegs ist, dann wohnt er daheim, in Egg. „Hier ist mein Rückzugsort und mein Haupt-Atelier. Zudem lebt meine Familie hier“, sagt er. „Meine Frau und ich wechseln uns täglich mit dem Kochen ab. Wenn Schulferien sind, dann verwöhne ich meine Liebsten mit Essen.“ Für seine beiden zwölf- und 15-jährigen Töchter kocht Renner gerne Hausmannskost, wie Kartoffelgulasch oder Würstchen im Schlafrock. Es gibt aber auch italienische Speisen zu essen, schließlich sind seine Kinder in Italien aufgewachsen. „Erst als sie schulpflichtig wurden, sind wir nach Vorarlberg zurückgekehrt“, berichtet er.

Das Kochen hat Renner von seiner Großmutter gelernt, die selbst ein Wirtshaus führte. „Sie hat mir nach der Schule immer das Mittagessen gekocht und mir gezeigt, wie das geht“, erinnert er sich. „Weil ich dann am Herd was konnte, habe ich selbst schon immer gerne Gäste bewirtet. Ich bringe auch meinen Kindern bei, dass kochen mit Kommunikation und Gesellschaft zu tun hat.“ Während der 59-Jährige erzählt, gibt er zu dem abgelöschten Gemüse Fleischsuppe, Borlotti-Bohnen, ein Stück Bauchspeck, einen Schweinefuß, Lorbeerblätter und getrocknete Tomaten dazu. „Das muss jetzt kochen, bis die Bohnen weich sind“, erklärt er.

Eigene Version

Das Gericht nennt sich „Pasta e Fagioli“ und kommt aus Italien. „Das Rezept gibt es in 50 unterschiedlichen Varianten. Je nach Region wird die Speise anders zubereitet.“ Auch Renner hat seine eigene Version entwickelt. „Ich wandle Rezepte gerne ab und halte mich nicht strikt an die Vorgaben. Ich mache es so, wie mir es schmeckt“, sagt der experimentelle Künstlerkoch.

Als die Bohnen weich gekocht sind, mixt er den Eintopf zu Brei und gibt die vorgekochte Pasta und die restlichen ganzen Bohnen dazu. Auf den Tellern angerichtet, streut Renner noch Parmesan über das Gericht und gießt heißes Rosmarinöl darüber. Es brutzelt und der Käse zerläuft in der Hitze. Buon appetito.

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