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Vorarlberger, über die man spricht. Harald Bösch (54)

Stadt, Land, Augenblick

Harald Bösch hat aus Ordnern voller alter Bilder 125 für sein Buch ausgewählt. Foto: VN/Pes

Harald Bösch hat aus Ordnern voller alter Bilder 125 für sein Buch ausgewählt. Foto: VN/Pes

Sammler Harald Bösch veröffentlicht alte Bregenzer Fotos und Postkarten in einem neuen Buch.

Bregenz. (VN-pes) Zu Jubiläen richten manche Menschen ein Fest aus, der Bregenzer Rechtsanwalt Harald Bösch aber belohnte sich zum 20-Jährigen seiner Kanzlei damit, dass er ein Buch herausbrachte. Am heutigen Donnerstagabend wird er „Bregenz in alten Ansichten“ in der Vorarlberger Landesbibliothek vorstellen. Darin finden sich 125 historische Fotos und Ansichtskarten der Landeshaupstadt, versehen mit kurzen Texten. Sie stellen nur eine kleine Auswahl aus dem Schatz von Harald Bösch dar. Er sammelt seit rund 35 Jahren Bilder, Stiche, Postkarten etc. aus Bregenz und darüber hinaus. „Ich möchte an diesem Abend auch eine Lanze für alle Sammler brechen“, sagt der 54-Jährige.

Eigentlich ist Harald Bösch kein gebürtiger Landeshauptstädter, sondern stammt aus Fußach. „Aber ich bin acht Jahre in Bregenz ins Gymnasium Mehrerau gegangen“, erzählt er. Gesammelt hat er damals nur so ein bisschen Münzen, erst mit 20 packte ihn die Leidenschaft für alte Fotos und Ansichten. Beim Jus-Studium in Innsbruck ging er bereits auf Flohmärkte zum Stöbern. Heute füllen seine Bregenz-Fotos 20 dicke Ordner. Stiche, Karten und Bilder schmücken die Wände seiner Kanzlei.

Bilder mit Geschichte

Nicht nur Straßen, Plätze und Gebäude haben es ihm angetan, auch die Geschichten der Menschen auf den Fotos üben auf Harald Bösch einen Reiz aus. Ob es die Belegschaft des Maggi-Werks in ihren weißen Arbeitskitteln ist, ein Aufmarsch im Ersten Weltkrieg oder eine Gruppe von Gymnasiasten im Jahr 1910, die brav mit Krawatte vor dem Fotografen strammsteht. Bei der Auswahl der Bilder für sein Buch hat Bösch darauf geachtet, vor allem unveröffentlichte Ansichten zu verwenden.

Die Texte hat der Autor mehrerer juristischer Bücher selbst recherchiert. „Ich habe einiges an alten Büchern und Chroniken“, zeigt er auf ein üppig bestücktes Bücherregal. Der Kontakt zum Verlag “Edition V” war bereits etabliert, “von dort beziehe ich meine juristischen Bücher”. Dem Buchprojekt stand bald nichts mehr im Wege.

Bösch betont, dass das Sammeln kein bloßes Horten von Dingen ist. Sammler müssen sich in ihrem jeweiligen Metier auskennen, werden zu Experten auf ihrem Gebiet und sammeln mit unglaublicher Leidenschaft, sagt er. “Das Leopold-Museum in Wien entsprang ja zum Beispiel einer einzigen Privatsammlung”, vergleicht er.

Sammeln im Wandel

Das Sammeln hat sich im Lauf der Jahre jedoch verändert. Seine Kleinodien fand Harald Bösch früher vor allem auf Sammlerbörsen, in Antiquariaten und bei Auktionen. Manchmal half auch das Glück: Nachbarn überließen ihm alte Fotoschätze, die bis dato unbeachtet in Dachböden geschlummert hatten. „Das Sammeln ist heute eher schwieriger geworden“, sagt Bösch. Heute wird nämlich zu einem großen Teil über das Internet gehandelt. Wenn Bösch früher auf einem Flohmarkt in Graz eine Bregenzer Ansichtskarte fand, war sie meist billig, da in Graz für solche Stücke kaum Nachfrage herrscht. Auf Internetportalen reißen sich heute Liebhaber von überall her um die begehrte Ware.

Auch nach der Buchveröffentichung sammelt Harald Bösch weiter. “Heuer kamen bestimmt schon 50 Neuanschaffungen hinzu”, erzählt er schmunzelnd.

Ich möchte eine Lanze für alle Sammler brechen.

Harald Bösch

Zur Person

Harald Bösch

ist Autor des Buches "Bregenz in alten Ansichten".

Geboren: 1962

Beruf: Rechtsanwalt

Familie: verheiratet, zwei Söhne

Hobbys: Sammeln alter Bilder und Fotos, Fischen

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