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VN-Interview. Julian Fässler (30) und Raphael Wichtl (23), alter und neuer Chef der JVP Vorarlberg

„Grünen Stempel sieht man nicht gravierend“

von Michael Prock, Tony Walser
Julian Fässler (rechts) übergibt heute um 18 Uhr beim Parteitag der JVP in Bregenz seinen Chefsessel an Raphael Wichtl. Foto: VN/Paulitsch

Julian Fässler (rechts) übergibt heute um 18 Uhr beim Parteitag der JVP in Bregenz seinen Chefsessel an Raphael Wichtl. Foto: VN/Paulitsch

Noch-JVP-Chef Julian Fässler spricht im VN-Interview über die Landesregierung.

Schwarzach. Heute, Freitag, 18 Uhr, übergibt ÖVP-Landtagsabgeordneter Julian Fässler seinen Vorsitz der jungen ÖVP (JVP) in Vorarlberg an Raphael Wichtl. Die VN-Gäste im Gespräch über die Koalitionsarbeit mit den Grünen, Sebastian Kurz und Wahlempfehlungen.

Ab wann ist man zu alt, um JVP-Obmann zu sein?

Fässler: 30 Jahre ist die Grenze, obwohl 35 in den Statuten steht. Die junge ÖVP hat unter anderem die Aufgabe, Erstwähler anzusprechen. Mit Mitte 20 geht das noch gut. Da hast du Zugang zu den ganz Jungen, aber auch zum 35-jährigen Rechtsanwalt. Bei Raphael trifft beides zu.

Wie kann ein Innsbrucker Jus-Student Vorarlberger Erstwähler erreichen?

Wichtl: Mein Lebensmittelpunkt ist in Vorarlberg. Das Jus-Studium ist sehr dankbar, wir haben nur wenige Pflichtveranstaltungen.

Werden Sie die Ausrichtung der JVP ändern?

Wichtl: Wir haben uns schon einen sehr guten Ruf erarbeitet. Aber natürlich werde ich der Arbeit meinen eigenen Stempel aufdrücken.

Die sozialistische Jugend (SJ) geht oft innerparteilich auf Oppositionskurs. Die JVP macht das nicht. Würde ein bisschen Rebellion nicht gut tun?

Fässler: Die SJ hat sich mit unglaublichem Enthusiasmus dem Kampf gegen rechts verschrieben. Dafür zolle ich Anerkennung. Aber für die aktuelle Situation der jungen Menschen hat sich die SJ nie interessiert. Wenn Jugendliche in Bregenz einen Skaterplatz wollen, dann beschäftigt sich die JVP Bregenz damit.

Sehen Sie sich als Korrektiv?

Fässler: Ja, das war immer der Ansatz.

Wichtl: Das sollte der Auftrag einer Jugendpartei sein.

Wie bewerten Sie die Arbeit der Landeskoalition?

Wichtl: Von außen wirkt es, als würde vernünftig gearbeitet. Die Koalition feindet sich nicht nach außen an. Vorarlberg steht super da und es geht etwas vorwärts.

Fässler: Es ist nicht alles einfach, wir sind zwei grundverschiedene Parteien. Aber wir haben die Integrationsvereinbarung auf die Welt gebracht und die Flüchtlingskrise gemeistert wie kein anderes Bundesland. Die Leute machen keinen großen Unterschied zur Arbeit von vor ein paar Jahren.

Sieht man der Regierung den Stempel nicht an, den die Grünen ihr aufdrücken wollten?

Fässler: Den sieht man nicht gravierend. Ich war immer ein totaler Befürworter der Koalition. Wir gehen uns manchmal gegenseitig auf die Nerven, das gehört dazu. Aber wir kommen zu Ergebnissen.

Sind Sie immer noch ein Befürworter?

Fässler: Ich habe mir sicher ein paar Sachen einfacher vorgestellt. Aber so lange wir zu Ergebnissen kommen, bin ich immer noch Befürworter.

Wann soll eigentlich Sebastian Kurz die Bundes-ÖVP übernehmen?

Fässler: Er wird der nächste Parteiobmann. Die Frage ist, wann es so weit sein wird. Wer die ÖVP gut kennt, der weiß, dass Dinge oft ganz anders kommen als viele meinen.

Welcher Bundespräsident soll Kurz als Kanzler angeloben?

Fässler: (lacht)

Wichtl: Ich werde das öfters gefragt. Unsere Mitglieder sind alle mündige, wahlberechtigte Bürger …

… das bestreitet niemand.

Wichtl: Aber das Schlimmste wäre es, jetzt eine Wahlempfehlung abzugeben. Wenn ich meine Meinung vor dem Landesparteitag kund tue, wird sie auf die Organisation umgelegt.

Fässler: Es ist eine furchtbare Wahl. Ich finde beide Kandidaten unattraktiv. Auch ich sage nicht, wen ich wähle. Jeder, der mich und meine Aussagen kennt, wird es erraten. Nur so viel: Ich bin ein sehr überzeugter Europäer.

Zur Person

Raphael Wichtl

wird heute zum neuen JVP-Obmann Vorarlberg gewählt.

Geboren: 17. 11. 1992

Wohnort: Fußach, Innsbruck

Laufbahn: Studium der Rechtswissenschaften

Sonstiges: Mitglied der Studentenverbindung AV Austria, Aktionskomittee „Pro Gymnasium“

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