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Bangen um fast 3000 Hühner

von Marlies Mohr
Der Putenhof in Hard ist leer. Der gesamte Tierbestand wurde am Samstag gekeult und entsorgt. Foto: stiplovsek

Der Putenhof in Hard ist leer. Der gesamte Tierbestand wurde am Samstag gekeult und entsorgt. Foto: stiplovsek

Vogelgrippeverdacht in Betrieb in Möggers nicht eindeutig. Der heutige Tag soll Klarheit bringen.

Bregenz. (VN-mm) Er versteht die Vorsichtsmaßnahmen, nicht aber, wie es zu zwei unterschiedlichen Testergebnissen kommen kann. „Das will mir nicht in den Kopf“, sagt ein hörbar geknickter Peter Schneider. Er und seine Familie bangen nun um rund 3000 Hühner. Wie berichtet, wurde am Freitagabend bekannt gegeben, dass auch in einem Zuchtbetrieb in Möggers das aggressive H5N8-Virus grassieren könnte. Erste Proben von verendeten Tieren waren demnach positiv, was den Verdacht erhärtete. Bei weiteren Tests erwies sich die Sachlage jedoch als nicht mehr so eindeutig. Neuerliche Proben, die am Samstag und Sonntag gezogen und an das Labor der Agentur für Gesundheit und Ernährung (AGES) in Mödling geschickt wurden, sollen nun endgültige Klarheit bringen. Das Ergebnis wird für heute Montag erwartet. „Die Familie braucht Gewissheit“, betonte Landesrat Erich Schwärzler im VN-Gespräch. Er verteidigte auch die frühzeitige Information der Öffentlichkeit, denn die Aussagen des Labors seien relativ eindeutig gewesen. „Ein Verdacht muss gemeldet werden“, sagt Schwärzler.

Putenbestand gekeult

Während Peter Schneider also noch auf eine Wende zum Besseren hoffen darf, wurde der Putenbestand in einem Harder Mastbetrieb gekeult und seuchensicher entsorgt. Die Aktion koordinierten Bürgermeister Harald Köhlmeier, der sogar selbst mithalf, und Feuerwehrkommandant Manfred Lerchenmüller. Die fachliche Begleitung oblag den Amtstierärzten der Bezirke Bregenz und Feldkirch sowie Landesveterinär Norbert Greber. Die Tötung übernahm eine Schweizer Spezialfirma, die Entsorgung der Tierkadaver erfolgte in Bazenheid in St. Gallen. Insgesamt waren etwa 50 Personen im Einsatz. Das umsichtige Vorgehen zeugte laut Erich Schwärzler von breiter Solidarität für den Betrieb. Diese wünscht er sich auch, wenn der Betrieb der Familie Flatz wieder aufsperrt.

Was den Hof in Möggers betrifft, wurde dieser über das Wochenende durch den Amtstierarzt beobachtet. Im Gegensatz zum Betrieb in Hard, wo in letzter Zeit täglich zwischen 120 und 130 Puten verendeten, sind es in Möggers offenbar nur einzelne Tiere. Das nährt auch bei Erich Schwärzler die Zuversicht, dass es sich um ein weniger aggressives Virus handeln könnte. „Niemand hat Erfahrung mit dieser Krankheit“, bemerkt er. Um eine Verschleppung zu vermeiden, habe der Betrieb aber sicherheitshalber gesperrt werden müssen, zumal sich irgendein Krankheitsgeschehen im Stall abspiele. Insgesamt wurden bei 50 Hühnern Blutproben gezogen.

Die behandelnde Tierärztin ist laut Peter Schneider ebenfalls positiv gestimmt. Denn die Hühner hätten wieder Appetit und an Gewicht zugelegt. Das Warten belastet ihn trotzdem enorm.

Stallpflicht gilt für alle

Bezüglich des weiteren Vorgehens im Zusammenhang mit der Vogelgrippe bleiben die Schutz- und Überwachungszonen aufrecht. In den gewerblichen Betrieben werden Amtstierärzte binnen einer Woche Kontrollen durchführen und gegebenenfalls Proben entnehmen. Auch private Tierhalter sollten die Stallpflicht im Interesse ihres Geflügels einhalten. Schwärzler: „Wir müssen alles tun, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.“ Für Menschen ist das H5N8-Virus ungefährlich.

Schnelltests sind meist ungenauer als hochsensible Verfahren.

Christian Bernhard

Vogelgrippe-Impfstoff noch immer eingelagert

bregenz. (VN-mm) Gesundheitslandesrat Christian Bernhard schreibt die einigermaßen verwirrenden Ergebnisse im Fall Möggers den Schnelltests zu. Sie seien naturgemäß ungenauer als hochsensible Verfahren. Dass es sich um eine ausschließlich tierbezogene Seuche handelt und dies auch immer wieder kommuniziert worden sei, hat nach Meinung von Bernhard aber zumindest zur Beruhigung in der Bevölkerung beigetragen. Nichtsdestotrotz hofft er auf die baldige Eliminierung dieser Virenlast. Impfstoff, der 2009 im Zusammenhang mit dem Auftauchen des H1N1-Virus angekauft wurde, ist übrigens immer noch in großen Mengen im Land vorrätig. Er repräsentiert einen Wert von 1,3 Millionen Euro und verfügt offenbar über eine gute Haltbarkeit. Regelmäßige Beprobungen haben laut Bernhard jedenfalls die Tauglichkeit des in Pulverform gelagerten Präparats bestätigt.

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