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Gaschurner Wärmeprojekt ist vorerst auf Eis gelegt

von Joachim Schwald
Ob die Kraftwerksabwärme von der Gemeinde Gaschurn genutzt werden kann, ist nach der negativen Volksabstimmung fraglich.

Ob die Kraftwerksabwärme von der Gemeinde Gaschurn genutzt werden kann, ist nach der negativen Volksabstimmung fraglich.

59,44 Prozent der Bevölkerung gegen eine Haftungsübernahme der Gemeinde.

Gaschurn. Gaschurn-Partenen ist gespalten. Zumindest was die Frage nach der Haftungsübernahme des Fernwärmeprojekts betrifft. Während sich im Rahmen der gestrigen Volksabstimmung über 60 Prozent der Bewohner in Partenen für die Übernahme der Haftung aussprachen, war man talauswärts genau gegenteiliger Meinung. 67 Prozent der in Gaschurn abgegebenen 570 Stimmen waren negativ.

„Keine Haftung, kein Projekt“

Unter dem Strich waren – wie so oft bei einer Volksabstimmung – die Gegner in der Überzahl: Konkret waren es 59,44 Prozent bzw. 447 Wähler, die ihr Kreuz beim Nein machten. Lediglich 40,56 Prozent bzw. 305 Personen stimmten mit Ja. „Keine Haftung, keine Finanzierung, kein Projekt“, fasst Bürgermeister Martin Netzer das Ergebnis nüchtern zusammen, um dann doch seiner Enttäuschung Ausdruck zu verleihen: „Mit diesem Ergebnis haben aus unserer Sicht die Menschen aus Gaschurn und Partenen verloren.“

Zukunft ungewiss

Im Zuge der Umsetzung des Obervermuntwerks II hatten die Illwerke der Gemeinde kostenlose Abwärme aus ihren Kraftwerksanlagen zugesichert. Nachdem monatelang geplant, diskutiert und schließlich präsentiert wurde, fanden sich knapp 200 Anschlussnehmer. Für die Umsetzung des 6,6-Millionen-Euro-Projekts bedurfte es einer Haftung, die die Gemeinde selbst übernehmen wollte. Durch das Nein bei der Volksabstimmung steht die Zukunft des Projekts laut dem Gemeindeoberhaupt nun in den Sternen. „Da wir von einem anderen Ausgang der Abstimmung ausgegangen sind, gibt es derzeit keine Überlegungen, wie eine Finanzierung ohne Haftung bewerkstelligt werden kann“, sagt Netzer.

Verärgert zeigt sich der Bürgermeister insbesondere über die Vorgehensweise der Opposition. „Zuerst sind sie aus der Gemeindevertretung ausgezogen, dann wurde eine Volksabstimmung angezettelt und Falschinformationen gestreut, und nun wird die Verantwortung auf das Volk abgewälzt. Wir hingegen haben versucht, das Ganze sachlich abzuhandeln. Leider waren unsere Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt“, so Netzer, der befürchtet, dass es „aufgrund solcher Ergebnisse in Zukunft immer schwieriger wird, Leute zu finden, die sich für die Allgemeinheit einsetzen“.

Projekt noch nicht gestorben

Ganz abschreiben will Netzer das Fernwärmeprojekt aber nicht: „Ich habe meine Ziele bisher immer erreicht. Daher hoffe ich, dass die Verwirklichung dieses Projekts – auch unter widrigsten Umständen – doch noch gelingt.“

Kurz gesagt: Wer gegen alles ist, ist auch für nichts.

Bürgermeister Martin Netzer

Volksabstimmung

„Soll die Gemeinde Gaschurn für das Fernwärmeprojekt eine Haftung übernehmen?“

» 1235 Wahlberechtigte

» 752 abgegebene Stimmen
(60,9 %)

» 447 Nein (59,44 %)

» 305 Ja (40,56 %)

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