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Klares Bekenntnis des Landes zur Aidshilfe

von Marlies Mohr

Finanzielle Ausfälle des Bundes werden wettgemacht. Schwerpunkt Akzeptanzarbeit.

bregenz. (VN-mm) Die Aidshilfeeinrichtungen stehen auf der Kippe. Sollte sich der Bund gänzlich aus der Finanzierung zurückziehen bzw. nur noch die anonymen Tests bezahlen, könnten Stellen geschlossen werden. In Vorarlberg ist diese Gefahr vom Tisch. Gesundheitslandesrat Christian Bernhard kündigte bei der Präsentation des Winterreports an, das Land werde, wie schon einmal, im Fall des Falles einspringen. Bislang betrugen die Förderungen aus dem Landestopf jährlich rund 140.000 Euro. Insgesamt machte das Budget der Aidshilfe gut 208.000 Euro aus. Wie es mit der Unterstützung von Bundesseite weitergeht, wird am Montag geklärt. „Ich fahre aber sicher mit einem besseren Gefühl nach Wien“, reagierte Aidshilfeleiterin Renate Fleisch erleichtert. Sie freute sich über ein Bekenntnis zur Einrichtung, das es in dieser klaren Form noch nie gegeben habe.

Wachsende Sorglosigkeit

Trotz der monetären Unsicherheiten war die Aidshilfe, die heuer ihr 30-jähriges Bestehen feiert, sehr aktiv. Neben der Betreuung und Beratung von Betroffenen standen Aufklärung und Prävention im Vordergrund. „Es ist viel erreicht, aber es gibt noch enormen Handlungsbedarf, wenn wir die Neuinfektionen bis 2030 gegen null reduzieren wollen“, betonte Fleisch. Besonders die wachsende Sorglosigkeit im Zusammenhang mit HIV und Aids bereitet ihr Kopfzerbrechen. Gleiches gilt für die Diskriminierung Betroffener. Deshalb steht nun Antidiskriminierungs- und Akzeptanzarbeit an. Für Renate Fleisch beginnt Ausgrenzung nämlich schon dort, wo Menschen sich nicht zum HIV-Test trauen, weil sie Angst vor dem Ergebnis und den damit verbundenen Konsequenzen haben. 

Zum Abbau von Barrieren sollen auch die Aidsgala am Samstag, 19. November, im Theater Kosmos in Bregenz sowie die Benefizausstellung „Life Affairs“ am 1. Dezember in der Villa Claudia in Feldkirch und weitere Aktionen beitragen. In Vorarlberg gab es im vergangenen Jahr 13 Neuinfektionen.

Die Angst vor Konsequenzen hält viele von einem Test ab.

Renate Fleisch
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