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Eine kulinarische Diplomarbeit

Gemeinsam mit syrischen Flüchtlingen wurde in der Riedenburg gekocht. Fotos: VN/hartinger

Gemeinsam mit syrischen Flüchtlingen wurde in der Riedenburg gekocht. Fotos: VN/hartinger

Schülerinnen des Sacré Coeur Riedenburg veranstalteten einen Kochworkshop mit  Flüchtlingen.

Bregenz.(VN-chc/lim) Fleisch brutzelt in Pfannen. Saucen köcheln vor sich hin. Es riecht nach angebratenen Zwiebeln und Knoblauch. In der Lehrküche des Sacré Coeur Riedenburg herrscht reges Treiben. Schülerinnen des ersten Jahrgangs stehen mit sieben syrischen Flüchtlingen, darunter drei Frauen und vier Männer, an den Herden und Schneidbrettern. Die Flüchtlinge zeigen den Mädchen, wie man Spezialitäten aus ihrer Heimat Syrien zubereitet. Es ist Freitagnachmittag, und in der Lehrküche findet ein Kochworkshop statt. Dabei handelt es sich um einen Teil der Diplomarbeit der Riedenburg-Schülerinnen Isabella Stöckler, Melanie Kumpusch und Sarah Schmidler mit dem Titel „Auf der Flucht – der Weg in ein besseres Leben?“.

Melanie und Sarah behandeln in ihren Workshops die Themen Geschichte und Religion der Syrer sowie Volkstänze, Geschichten der Flucht und Rechte und Pflichten von Flüchtlingen in Österreich. Isabellas Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Esskultur der Syrer. „Zu diesem Thema passt meiner Meinung nach ein Kochworkshop gemeinsam mit Flüchtlingen aus diesem Land am besten“, sagt Isabella.

Idee für den Workshop

Für das Thema Flüchtlinge haben sich die drei Mädchen Isabella, Melanie und Sarah, bereits vor einem Jahr entschieden. Um noch tiefer in die Thematik eintauchen zu können, beschlossen sie, in Kontakt mit Flüchtlingen in Vorarlberg zu treten. Seit Mitte Oktober dieses Jahres treffen sich die Schülerinnen mit den sieben Syrern, die alle anerkannte Flüchtlinge sind. Einige von ihnen wohnen bereits ein Jahr in Österreich, andere erst sechs Monate. „Obwohl ihr Deutsch noch nicht perfekt ist, kann man sich schon gut mit ihnen unterhalten. Kulturunterschiede sind schon zu bemerken, wenn es zum Beispiel um Pünktlichkeit geht“, sagt Isabella und schmunzelt.

Das Treffen zwischen den Schülerinnen und Flüchtlingen arrangierte Carina Zengerle, Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde Lauterach. Dabei entstand die Idee, diese Workshops zu veranstalten.

Verschiedene Gerichte

Heute werden Falafel, Reis und Hummus sowie „Fatteh“ eine Art Kichererbsenauflauf mit Joghurtsauce und Brot, und andere syrische Spezialitäten gekocht. Verschiedene Salate werden ebenfalls zubereitet. Das gemeinsame Arbeiten in der Küche bereitet sowohl den Flüchtlingen als auch den Schülerinnen sichtlich Freude. „Es macht extrem Spaß, mit den Syrern gemeinsam zu kochen. Man versteht sich auch ohne viele Worte und kann so einiges von ihnen lernen“, betont eine der Schülerinnen.

Inzwischen ist der Tisch gedeckt, die Gerichte sehen fantastisch aus, und alle fangen zu essen an. Es wird viel geplaudert, und auch Berührungsängste sind keine zu spüren. Währenddessen erzählt die 17-jährige Lava, wie ihre Mutter Asisa aus Syrien geflüchtet ist. „Sie hat sich vor zwei Jahren mit meiner kleinen Schwester zu Fuß auf den Weg nach Europa gemacht. Nach sechs Monaten schafften sie es schließlich, über die Türkei, Serbien und Ungarn nach Österreich zu gelangen“, erzählt Lava. Im Rahmen der Familienzusammenführung konnten Lava und ihr Vater nach Österreich nachkommen. Heute lebt die ganze Familie in Lauterach.

Mit ihrer Diplomarbeit wollen die drei Riedenburg-Schülerinnen vor allem eines bewirken: Sie möchten die Barrieren zwischen Flüchtlingen und Einheimischen verringern.  

<p class="caption">Die Organisatorinnen des Workshops und Verfasserinnen der Diplom­arbeit: Melanie Kumpusch, Isabella Stöckler und Sarah Schmidler.</p>

Die Organisatorinnen des Workshops und Verfasserinnen der Diplom­arbeit: Melanie Kumpusch, Isabella Stöckler und Sarah Schmidler.

<p>Die Syrerin Faten und eine Schülerin arbeiten Hand in Hand.</p>

Die Syrerin Faten und eine Schülerin arbeiten Hand in Hand.

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