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Vorarlberger, über die man spricht. Martin Schöch (54)

Mentor und Vertrauter

von Marlies Mohr
Neben seinem Hauptberuf als Lehrer zweigt Martin Schöch auch gerne noch Zeit für einen jungen Flüchtling ab. Foto: schöch

Neben seinem Hauptberuf als Lehrer zweigt Martin Schöch auch gerne noch Zeit für einen jungen Flüchtling ab. Foto: schöch

Martin Schöch engagiert sich ehrenamtlich für einen 15-jährigen Flüchtling.

feldkirch (VN-mm) Nicht nur darüber reden, sondern etwas dafür tun: Das war die Motivation, die Martin Schöch antrieb, sich als Mentor für einen jungen Flüchtling einzubringen. Seit gut einem Jahr betreut er einen 15-jährigen Jugendlichen, der auf steinigen Wegen aus Afghanistan geflüchtet war, wo er einer verfolgten Minderheit angehörte. Untergebracht ist der junge Mann in dem von der Caritas geführten Haus „David“ in Feldkirch. „Die Chemie zwischen uns hat sofort gepasst“, schildert Martin Schöch die erste Begegnung mit dem Jugendlichen. Der Berufsschullehrer hat seine Entscheidung noch keine Sekunde bereut und würde jedem ohne Zögern ein solches Engagement ans Herz legen.

Sportliche Begegnungen

Einfach ist es nicht, Mentoren für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu finden. Beständig ist die Caritas auf der Suche nach Menschen, die bereit sind, Zeit und Zuwendung zu investieren. In Martin Schöch haben sie einen gefunden. Er lebt diese Aufgabe ohne Aufdringlichkeit. „Was es braucht, ist ein bisschen Zeit und Interesse für fremde Kulturen“, erzählt er. Beides bringt Schöch mit. Gut drei Stunden pro Woche wendet er als Mentor auf. Es sind intensive Begegnungen zwischen ihm und seinem Schützling. „Er ist sehr sportlich“, merkt er mit einem fröhlichen Lachen an. Was das betrifft, kann Martin Schöch aber mithalten. Als begeisterter Tennisspieler hat er eines seiner größten Hobbys auch schon dem Afghanen nähergebracht. Im Gegenzug stellt sich Schöch an den Fußballplatz und feuert den Jugendlichen auf dem grünen Rasen an.

Martin Schöch ist für ihn aber auch ein Vertrauter geworden. Der Junge hat mit ihm über seine strapaziöse Flucht gesprochen, er erzählt ihm von seinen Eltern, die in Afghanistan zurückblieben. Die Kinder von Martin Schöch sind schon erwachsen. Bei seinen Überlegungen, eine Mentorenschaft einzugehen, spielten jedoch auch sie eine Rolle. „Ich habe mich gefragt, wie es wäre, wenn meine Söhne ins Ausland flüchten müssten. Dann wäre ich ebenfalls froh, wenn jemand sich um sie kümmern und für sie sorgen würde“, nennt er einen weiteren Beweggrund für sein Engagement, hinter dem die Familie steht.

Die Freude, die Martin Schöch mit dem jungen Mann hat, spricht aus jedem Wort. Er beschreibt ihn als strebsam, interessiert und hilfsbereit. Als es unlängst galt, auf einer Alpe, die Schöch für den Skiverein an den Winterwochenenden bewirtschaftet, Holz einzulagern, packte auch sein Schützling fleißig mit an. Von Fremdheit keine Spur.

Zwischenzeitlich besucht der 15-Jährige eine Übergangsklasse im Bundesoberstufenrealgymnasium. „Er spricht auch schon erstaunlich gut Deutsch“, lobt ihn sein Mentor. Nach den Wünschen des Jugendlichen befragt, kommt die einfache Antwort: „Sie unterscheiden sich nicht allzu sehr von denen unserer Kinder.“ Ganz oben auf dem Wunschzettel des jungen Mannes steht jedoch eine Wohnung. Später, wenn er auf eigenen Füßen steht.

Probezeit möglich

Auch von der Caritas fühlt sich Martin Schöch in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bestens unterstützt. „Ich kann mich jederzeit an die Verantwortlichen wenden“, berichtet er von einer guten Organisation der Flüchtlingsbetreuung. Deshalb will er es noch einmal gesagt haben: „Probieren lohnt sich.“ Außerdem wird eine Probezeit eingeräumt. Funktioniert das Verhältnis nicht, kann es gelöst werden. Für Martin Schöch kein Thema.

Es braucht Zeit und Interesse für fremde Kulturen.

Martin Schöch

Zur Person

Martin Schöch

Geboren: 4. August 1962 in Feldkirch

Wohnort: Klaus

Familienstand: verheiratet, 2 Söhne (22 und 24 Jahre)

Beruf: Berufsschullehrer

Hobbys: Tennis, Wandern, Pokern

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