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“Grüne in Regierungsverantwortung”

von Anton Walser
VN-Bericht vom 23. November 2016.

VN-Bericht vom 23. November 2016.

Der VN-Exklusivbericht zum Ministerratsbeschluss in Sachen Riedstraße hat zahlreiche Reaktionen ausgelöst.

Bregenz. (VN-tw) Verkehrssprecher Ernst Hagen (64, FP) begrüßt freilich den Beschluss für den Bau der über Jahre als S 18 bekannten Riedstraße ausdrücklich. „Mit diesem Beschluss ist ein Hindernis von vielen im Hürdenlauf zur Verwirklichung der Entlastungsstraße genommen worden. Nun müssen die nächsten Schritte rasch gesetzt werden. Es ist schon genug Zeit verstrichen“, betont Hagen. Die Aussagen des Lustenauer Bürgermeisters Kurt Fischer (54, VP) bezeichnet Hagen wörtlich als „überschwänglich“ und will angemerkt wissen: „Es freut mich zwar für ihn, wenn ihm die Nachricht vom Beschluss fast eine Gänsehaut aufgezogen hat. Die verkehrsgeplagten Lustenauer sind weniger euphorisch und erst dann zufrieden, wenn die Straße tatsächlich gebaut wird.“

Wenig Euphorie bei Anrainern

Stichwort Blechlawine: Für Karina Lechtaler, Sprecherin der verkehrsgeplagten Anrainer an der L 203 durch Lustenau, sind die erfolgten Weichenstellungen für eine Entlastungsstraße ein Grund, etwas zuversichtlicher in die Zukunft zu blicken. „Immerhin besteht jetzt eine Chance, dass meine Generation das noch erlebt“, sagt die Frontfrau von „Lebensraum Lustenau“ lakonisch. Die Initiative für den Bau einer Entlastungsstraße gibt es schon seit fast vier Jahrzehnten. Viele Aktivisten von früher sind zwischenzeitlich schon verstorben. „Wir kämpfen für diese Straße jetzt schon in zweiter Generation. Da wird man auch in solchen Momenten etwas nüchterner.“

IV mit Kritik an Grünen

Für die Grünen bleibt ungeachtet des Ministerratsbeschlusses die Verkehrsentlastung für das untere Rheintal in weiter Ferne, meint Christoph Metzler (53), Mobilitäts- und Umweltsprecher der Grünen im Landtag. Metzler spricht im Hinblick auf den Beschluss von einem reinen Formalakt auf Bundesebene: „Klar ist: Es braucht eine Lösung für die betroffenen Anrainer, die tagtäglich unter dem Lkw-Verkehr zu leiden haben.“ Jetzt müsse abgewägt werden, wie sich der Bau der Riedstraße auf Natur sowie Umwelt auswirkt und ob das Ganze technisch überhaupt möglich ist.

„Das ist kein Formalakt, sondern ein wichtiger Etappenerfolg“, kontert Mathias Burtscher (36) als Geschäftsführer der Industriellenvereinigung (IV). „Die Grünen sollten endlich kapieren, dass sie nicht mehr Opposition, sondern in Regierungsverantwortung sind und Probleme lösen müssen. Es wurde genug diskutiert, jetzt geht es darum, das gemeinsame Arbeitsprogramm abzuarbeiten.“

Eine kompromisslose Umsetzung der Verbindung der Rheintal-Autobahn mit dem Schweizer Autobahnnetz hat für die Industrie oberste Priorität: „Wenn wir uns weiterhin als erfolgreicher Wirtschafts- und Lebensraum behaupten wollen, müssen wir auch die Voraussetzungen einer leistungsfähigen Infrastruktur schaffen.“ Sabine Scheffknecht (38, Neos) befürwortet zwar den Ministerratsbeschluss, fordert aber kurzfristigere Maßnahmen für die verkehrsgeplagten Lustenauer.

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