IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!
Hier klicken und mitmachen!

Tempo bei E-Mobilität steigt

Förderungen und zusätzliche Anreize sollen E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen.

Wien, Schwarzach. (VN-ebi, mig) Bundesregierung und Autobranche machen bei der Elektromobilität gemeinsame Sache. In Wien wurde gestern ein Paket präsentiert, das in zwei Jahren zusätzliche 16.000 Elektroautos auf die Straßen bringen soll. Alleine 1000 sollen es in Vorarlberg sein, wie der zuständige Landesrat Erich Schwärzler (63) hofft. Ankaufprämien, der Aufbau von Ladeinfrastruktur und eigene Nummerntafeln, mit deren Hilfe zusätzliche Anreize geschaffen werden können, sollen den Umstieg auf Elektroautos beschleunigen. 72 Millionen Euro werden von den Projektpartnern investiert. Schon ab März nächsten Jahres stehen die Ankaufprämien von bis zu 4000 Euro für Private, Betriebe und Vereine bereit.

Noch lässt der E-Auto-Boom auf sich warten. Allerdings sind die Zulassungszahlen zuletzt gestiegen. So wurden in Vorarlberg von Jänner bis Oktober 281 E-Autos neu zugelassen. Mit einem Anteil von 2,4 Prozent liegt das westlichste Bundesland an der Spitze. Bis 2020 sollen 10.000 Autos auf Vorarlbergs Straßen elektrisch fahren. Mit dem jetzt geschnürten Paket würden die Chancen steigen, dass deutlich mehr Elektroautos gekauft werden, sagt Schwärzler. Das Land werde zusätzlich zu den Maßnahmen des Bundes bis 31. März 2017 die eigene Förderinitiative von 4500 Euro für E-Autos im öffentlichen Interesse und für E-Taxis weiterführen und evaluieren, welche mögliche Ergänzungen es brauche. Weitere finanzielle Anreize auf Landesebene würden geprüft.

Ausbau der Ladeinfrastruktur

Geprüft wird auch, welche Möglichkeiten Land, Städte und Gemeinden durch die neuen Nummerntafeln haben. Eine Novelle der Straßenverkehrsordnung soll für E-Autos Ausnahmen beim Parken oder Befahren einzelner Straßenabschnitte ermöglichen. „Wir werden das in den entsprechenden Gremien anschauen und diskutieren“, sagt Gemeindeverbandspräsident Harald Köhlmeier.

Beschlossen ist indes der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Auch dafür stellen Bund und Handel finanzielle Mittel bereit. Die Asfinag wird auf den drei Rastplätzen des Landes Schnellladestellen errichten und auch die Illwerke VKW investieren kräftig in den Ausbau der Infrastruktur. 35 statt derzeit neun Schnellladestationen bis 2020 und eine Verdoppelung der Ladesäulen, gibt Christian Eugster (45), Leiter des Vlotte-Projekts, als Ziel vor. Der Fokus liege neben der öffentlichen Infrastruktur stark auf dem Wohnbau und Firmenparkplätzen. Hier werde am häufigsten geladen. Zudem brauche es entsprechende Infrastruktur in den Tourismusdestinationen.

Drei Fragen – Drei Antworten. E-Mobilitätspaket von Bund und Autohandel

Wie setzt sich das E-Mobilitätspaket zusammen?

Einerseits wird der Ankauf von Elektroautos und Plug-in-Hybriden gefördert. Dafür stehen insgesamt 48 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere sieben Millionen werden in die Förderung elektrischer Fuhrparks von Betrieben und Gemeinden investiert. Diese können von E-Mopeds über E-Nutzfahrzeuge bis hin zu E-Bussen reichen. Der Auf- und Ausbau der Ladestationen wird mit fünf Millionen Euro gefördert. Für die Forschung und Entwicklung bleiben zwölf Millionen.

Ab wann kann eine Förderung für ein E-Auto beantragt werden?

Die Förderung gilt für alle Elektroautos oder Elektrohybrid-Fahrzeuge (Plug-in-Hybride), die ab dem 1. Jänner 2017 erworben werden. Der Käufer kann die Prämie ab dem 1. März 2017 beantragen, die entsprechende Plattform dafür befinde sich derzeit noch in Ausarbeitung, erklärt Verkehrsminister Jörg Leichtfried (Bild, SPÖ). Insgesamt sollen so in zwei Jahren 16.000 zusätzliche E-Pkw auf die Straße gebracht werden, schätzt Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP). Kauft jemand ein Auto, das ausschließlich mit Elektroantrieb oder Brennstoffzellenantrieb ausgestattet ist, gibt es 4000 Euro, unabhängig vom Kaufpreis. Elektrohybride werden mit 1500 Euro gefördert, allerdings nur wenn sie nicht mehr als 50.000 Euro kosten und eine vollelektrische Reichweite von mindestens 40 Kilometern vorweisen können. Auch Betriebe, Vereine und Gebietskörperschaften erhalten eine Förderung, wenn sie sich ein E-Auto (3000 Euro) oder ein Elektrohybrid-Fahrzeug (1500 Euro) anschaffen.

Werden Elektroautos andere Kennzeichen haben?

Ja. Ab April 2017 wird es eine Nummerntafel mit grüner Schrift für Elektroautos geben. Wer bereits einen E-Pkw hat, muss das Kennzeichen nicht tauschen. „Ich würde aber anraten, das zu tun“, sagt Rupprechter. Schließlich soll so ein Kennzeichen zahlreiche Vorteile bringen. Welche das sind, haben die Gemeinden zu entscheiden. Laut Leichtfried wäre es etwa möglich, eigene E-Parkplätze zu schaffen und Parkgebühren für E-Autos zu vergünstigen oder ganz zu streichen. Bei Nutzfahrzeugen könnten die Lieferzeiten und -zonen ausgeweitet werden. Ebenso sei es möglich, die Busspur für E-Fahrzeuge zu öffnen, wie auch einzelne Straßenabschnitte (zum Beispiel in der Innenstadt) nur für E-Pkw zuzulassen. Auch könnten Tourismusgebiete Fahrern von Elektroautos Vergünstigungen anbieten, da diese ja eine umweltfreundliche Anreiseart gewählt hätten, heißt es im entsprechenden Papier.

 

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.