IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!
Hier klicken und mitmachen!

Selbstbehalt für Kinder fällt

von Marlies Mohr
Gerade bei Kindern mit großen gesundheitlichen Problemen konnte der Kostenbeitrag ordentlich zu Buche schlagen. Foto: khbg

Gerade bei Kindern mit großen gesundheitlichen Problemen konnte der Kostenbeitrag ordentlich zu Buche schlagen. Foto: khbg

Langjährige Forderung erfüllt. Spitalsfonds kostet die Maßnahme rund 500.000 Euro.

Bregenz. Eine harte Nuss ist geknackt: Ab Jänner 2017 soll der Krankenhaus-Selbstbehalt für Kinder fallen. Das wurde im Zuge der Finanzausgleichsverhandlungen beschlossen. Damit entspricht der Bund einer jahrelang erhobenen Forderung von Kinderrechts- und Familienorganisationen. „Speziell für Familien mit chronisch kranken Kindern bedeutet das eine enorme finanzielle Erleichterung“, sind sich Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch sowie Andreas Prenn, der Obmann des Vorarlberger Familienverbands, einig.

Dem Spitalsfonds, auf dessen Rechnung die Krankenhäuser diese Selbstbehalte einfordern, entgehen dadurch jährlich rund 500.000 Euro. Um diesen Betrag verringern sich die Mittel, die an die Spitäler ausgeschüttet werden. Laut Gesundheitslandesrat Christian Bernhard ist dieser Ausfall im Budget jedoch bereits berücksichtigt worden.

Begrenzter Zeitraum

Im vergangenen Jahr verzeichneten allein die Kinderabteilungen der Landeskrankenhäuser Feldkirch und Bregenz sowie des Stadtspitals Dornbirn über 8500 stationäre Patienten. Dazu kommen noch weitere Kinder, die auf anderen Stationen wie der Chirurgie oder der HNO-Abteilung behandelt wurden. Die Kinder- und Jugendheilkunde umfasst das Altersspektrum von 0 bis 18 Jahren. Für jeden Krankenhaustag fällt ein Selbstbehalt von 20,60 Euro an. Die Verrechnung ist zwar mit 28 Tagen begrenzt, wird der Spitalsaufenthalt in dieser Zeit jedoch unterbrochen, beginnt die Rechnung wieder von vorne.

Wichtiger Baustein

„Auf diese Weise sind teils enorme Summen zusammengekommen“, weiß Andreas Prenn. Immer wieder ist ihm aus Ortsverbänden von finanziellen Schwierigkeiten berichtet worden, in die Eltern mit chronisch kranken Kindern aufgrund des Selbstbehalts geraten sind. Auch für Prenn stellt dieser Kostenbeitrag ein Unding dar.

Sämtliche Anläufe zu seiner Abschaffung verliefen bislang jedoch im Sand. „Die Politiker hatten zwar offene Ohren für den Wunsch, wir wurden jedoch immer wieder dahingehend vertröstet, dass eine Änderung nur im Rahmen von Finanzausgleichsverhandlungen möglich ist“, erzählt Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch. Irgendwie glaubte er deshalb schon kaum mehr an eine Umsetzung seiner Forderung. Umso größer ist jetzt die Erleichterung. Denn ein Höchstmaß an Gesundheit ist auch ein Kinderrecht; so sieht Rauch mit der Abschaffung des Kostenbeitrags wieder einen kleinen, aber wichtigen Baustein gesetzt.

Hoffen auf einfache Lösung

Gut 330.000 Euro verrechneten die Landeskrankenhäuser Feldkirch und Bregenz jährlich an Selbstbehalten für Kinder. Im Krankenhaus Dornbirn lag die Summe 2014 bei 166.294 Euro und im vergangenen Jahr bei 173.761 Euro. Heuer dürfte der Betrag etwa 180.000 Euro ausmachen. Diese Einnahmen wurden bislang an den Vorarlberger Spitalsfonds abgeliefert, der sie im Wege der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung aber wieder an die Fondsspitäler zur Auszahlung brachte. Daher werden, so die nun beschlossene Maßnahme realisiert wird, was jedoch niemand mehr anzweifelt, künftig entsprechend weniger Finanzmittel im Umlauf sein.

Wie die Administrierung erfolgen soll, ist allerdings noch offen. In den Spitalsverwaltungen hofft man auf eine einfache Lösung.

Die Politiker hatten schon offene Ohren für unseren Wunsch.

Michael Rauch
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.