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“Erwarten Angebot auf Augenhöhe”

von Hanna Reiner
Verhandler Rudolf Wagner in der VN-Redaktion. Foto: VN/Steurer

Verhandler Rudolf Wagner in der VN-Redaktion. Foto: VN/Steurer

Metaller-KV-Verhandlungen: Betriebsräte fordern von Arbeitgebern Entscheidung.

schwarzach. (VN-reh) Einfach waren die Kollektivvertragsverhandlungen für die Metaller noch nie. Und dennoch ist heuer, nachdem die dritte Runde am Montagabend ohne Ergebnis abgebrochen wurde, der Unmut besonders groß. Denn Gewerkschaften und Arbeitgeber-Vertreter sehen sich gleichermaßen provoziert.

Weil es noch kein Verhandlungsergebnis gibt, fanden gestern, Freitag, österreichweit Konferenzen der Betriebsräte statt. In Vorarlberg informierte Gewerkschafts-Verhandler Rudolf Wagner persönlich. Der Ärger bei den Betriebsräten sei groß. „Sie können es nicht nachvollziehen, dass die Arbeitgeberseite nicht bereit ist, ein Angebot zu machen“, so Wagner im VN-Gespräch. Und auch die Beschäftigten seien langsam ungeduldig. Dass die Gewerkschaft drei Prozent mehr Lohn und Gehalt fordert, sei durch die wirtschaftliche Situation der Unternehmen begründet. „Wir haben die Jahresabschlüsse analysiert. Den Betrieben geht es ausgezeichnet“, sagt Wagner. Für die Arbeitgeber sind die drei Prozent indes völlig realitätsfremd und ein „Jobkiller“.

Stein des Anstoßes

Dass die Gesprächsbasis zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber-Seite angeschlagen ist, empfindet Wagner aber nicht. Mit der Wirtschaftskammer habe man prinzipiell eine gute Gesprächsbasis. Der Stein des Anstoßes liegt für die Gewerkschaft in der gespaltenen Verhandlungsstruktur. Oder anders gesagt, im Verhalten von Christian Knill, Fachverbandsobmann der Maschinen- und Metallwarenindustrie. „Er ist außer bei der Forderungsübergabe bei den Verhandlungen gar nicht dabei“, kritisiert Wagner. „Verhandlungsführer ist bekanntlich Johannes Collini, der aber öffentlich nicht auftritt. Und Christian Knill sitzt nicht mit am Tisch, spricht aber nach außen. Das wäre in einem Unternehmen undenkbar.“ In allen anderen Fachverbänden sei es so, dass dieselbe Person nach außen und nach innen spricht.

Annäherung notwendig

Am 3. November findet die vierte Verhandlungsrunde statt. Wagner erwartet sich „ein Angebot auf Augenhöhe.“ Bei der letzten Runde hätte man jedenfalls nicht den Eindruck gehabt, dass die Arbeitgeber ernsthaft abschließen wollten. „Es ist doch normal, dass sich zwei Seiten annähern. Wir sagen, was wir wollen und die Arbeitgeber sagen, was sie bereit sind zu zahlen.“ Sollte es nächsten Donnerstag wieder keine Einigung geben, wird die Gewerkschaft mit Aktionen und Versammlungen in den Betrieben starten. 15 Unternehmen wären in Vorarlberg betroffen. „Es ist Zeit, etwas Vernünftiges auf den Tisch zu legen.“

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