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Strommarkt-Trennung: Pochen auf die Verträge

von Andreas Scalet
Obervermunt II wird nach der Fertigstellung vor allem deutsche Energiekonzerne beliefern.  Foto: illwerke

Obervermunt II wird nach der Fertigstellung vor allem deutsche Energiekonzerne beliefern.  Foto: illwerke

Trotz wasserdichter Verträge im Strom­handel baut Vorarlberg auf Rückendeckung.

Bregenz. Die Ankündigung der europäischen Energieagentur ACER, das gemeinsame Strommarktgebiet Deutschland-Österreich zu trennen, sorgt sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft weiter für Aufregung. Deutsche wie auch österreichische Wirtschaftsverbände haben sich deutlich gegen diesen Schritt, ausgesprochen. Landeshauptmann Markus Wallner hat sich gegenüber den VN ebenso gegen diese Maßnahme ausgesprochen, obwohl Verträge, die Vorarlberg mit dem Partner Energie Baden Württemberg geschlossen habe, wasserdicht seien.

„Zerstörung des Markts“

Die deutsche Bundesnetzagentur, welche die Trennung aktiv lobbyiert, will den deutschen Stromexport nach Österreich begrenzen, um einer Überlastung der Leitungen vorzubeugen, wie die VN berichteten. Die Behörde forderte die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber am Freitag auf, ein entsprechendes Engpass-Management vorzubereiten. Von da an soll nur noch so viel Strom zwischen den Ländern ge- und verkauft werden können, wie sich über vorhandene Leitungen transportieren lässt. Dazu kommt aus der deutschen CDU harsche Kritik: „Mit dieser Entscheidung zerstört Deutschland ein Stück weit den EU-Strom-Binnenmarkt“, sagte das CDU-Vorstandsmitglied Thomas Bareiß.

Trotz der breiten Ablehnung der Maßnahme, die in Österreich zu einer Strompreiserhöhung für gewerbliche wie private Abnehmer führen würde, versichert sich Wallner bereits jetzt der Unterstützung aus Wien und weist in einem Brief an Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner darauf hin, dass Vorarlberg seit den 1930er-Jahren dem deutschen Regelblock zugeordnet ist. „Zu den Kunden, die von den Illwerken beliefert werden, zählen alle Übertragungs­netzbetreiber in Deutschland, die Regelenergie beziehen.“

In der Vereinbarung, die die Vorarlberger Illwerke AG mit den Netzbetreibern abgeschlossen hat, ist bereits der Fall geregelt, dass es zu einem Engpass zwischen Deutschland und Österreich kommt. „Die Vertragsparteien haben vereinbart, dass auch im Fall einer Engpasssituation zwischen Deutschland und Österreich die Werksgruppe Obere Ill-Lünersee dem deutschen Regelblock zugeordnet bleibt“, stellt Wallner fest und bittet den Wirtschaftsminister bei allfälligen Rechtsstreitigkeiten um Rückendeckung, falls es wirklich zur Trennung kommen sollte.

Werksgruppe soll auch in Engpasssituationen dem deutschen Regelblock zugeordnet bleiben.

LH Markus Wallner

Strommarkt D/A

Österreichische Energieversorger kaufen derzeit in großem Umfang deutschen Strom, der durch die deutsche Energiewende oft billig und im Überangebot vorliegt. Nach Schätzungen von Fachleuten beträgt das Handelsvolumen in der Spitze acht Gigawatt, die Leitungen zwischen den Ländern können aber nur drei bis vier Gigawatt transportieren. Die fehlende Kapazität erfordert teure Eingriffe in den europaweiten Stromfluss.

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