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33. Vorarlberger Wirtschaftsforum. Global. Lokal. Digital.

Warnung vor der Kreditblase in China

Die Prognose des IWF-Experten Markus Rodlauer für China fällt trotz zahlreicher Herausforderungen grundlegend optimistisch aus. Foto: IWF

Die Prognose des IWF-Experten Markus Rodlauer für China fällt trotz zahlreicher Herausforderungen grundlegend optimistisch aus. Foto: IWF

China-Experte Markus Rodlauer vom IWF fordert Maßnahmen, um Finanzcrash in China zu verhindern.

SCHWARZACH. Sollte es in China zu einer Finanzkrise kommen, wird das bestimmt auch das globale Wirtschaftssystem schwer treffen. Nach den Erfahrungen von Markus Rodlauer, stellvertretender Direktor Asien und Pazifik beim Internationalen Währungsfonds (IWF), der am kommenden Donnerstag beim Vorarlberger Wirtschaftsforum referieren wird, ist bereits jetzt eine Verlangsamung des Wachstums in China weltweit spürbar. Sollte es in der chinesischen Realwirtschaft zu einer starken Abkühlung des Wachstums kommen, wird darunter auch die gesamte Weltwirtschaft zu leiden haben, erklärt Rodlauer die direkten Zusammenhänge der internationalen Wirtschaftssysteme. Chinas Bedeutung für die Weltwirtschaft wächst, zugleich nehmen natürlich die Ängste vor einem bevorstehenden Crash in der Volksrepublik zu. Für den China-Experten beim IWF sind dies gefährliche Entwicklungen, die international dramatische Auswirkungen haben können. Der IWF hat China deshalb bereits eindringlich aufgefordert, rasche Gegenmaßnahmen gegen die sich abzeichnende Kreditblase zu ergreifen, um damit eine Finanzkrise und einen drohenden Wachstumseinbruch zu verhindern.

Verschuldung in China wächst

Peking habe zwar bereits erste Maßnahmen gesetzt, es müsse aber noch deutlich mehr passieren, um diese Entwicklung wieder in andere Bahnen zu lenken, so Rodlauer: „Die Verschuldung im Finanzsektor genauso wie im Unternehmensbereich wächst in bedrohlicher Geschwindigkeit und verlangt Maßnahmen.“

Die wirtschaftliche und finanzielle Lage in China ist in letzter Zeit verstärkt in den internationalen Fokus gerückt. Rodlauer begründet, warum man sich beim IWF aktuell Sorgen um China macht: Es wird vor drastischen Verlusten chinesischer Banken durch faule Kredite gewarnt und auch die staatlichen Interventionen der Regierung zur Wachstums-Stabilisierung haben nicht den erwünschten Effekt gebracht. Rodlauer meint, dass diese Interventionen „teuer erkauft wurden und sich mittelfristig sogar negativ auswirken können“.

Dadurch besteht die Gefahr, dass sich die chinesische Wirtschaft von ihrem Schwerpunkt Exporte und Investitionen hin zu einem Wirtschaftssystem entwickelt, das primär auf dem inländischen Konsum basiert.

Abbau von Überkapazitäten

Der Schuldenstand der chinesischen Unternehmen ist mittlerweile auf über 140 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gestiegen. In dem Zusammenhang nennt Rodlauer besonders den Abbau von Überkapazitäten in den verstaatlichten Unternehmen als „Riesenherausforderung“. China habe etwa 150.000 Staatsunternehmen, die in ihrer Komplexität und Größe nicht mit Staatsbetrieben vergleichbar sind, die wir kennen. Der Zeitraum für einen Abbau der Überkapazitäten wird daher nicht zwei Jahre umfassen, sondern wird von der chinesischen Regierung mit drei bis fünf Jahren festgesetzt, was Rodlauer als pragmatisch und realistisch beurteilt. Es müsse aber mehr passieren.

Faule Kredite abbauen

Vor allem die Geldpolitik sollte vorsichtiger agieren und erkennen, dass es hoch an der Zeit sei, das rasante Kreditwachstum einzubremsen. So sollte der hohe Bestand an faulen Krediten in den Bankbilanzen dringend abgebaut werden, fordert Rodlauer – „notfalls mit Hilfe staatlicher Gelder“. Die Prognose des IWF-Experten fällt trotz dieser zahlreichen Herausforderungen grundlegend optimistisch aus. „Innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre hat China zweifellos ausreichend Mittel, um mit den Risiken fertig zu werden und eine Krise zu verhindern.“ Die große Frage nach der Zukunft kann niemand beantworten, dennoch zeichnet Rodlauer ein Szenario und vergleicht die Situation mit den Erfahrungen in Japan: „Gibt es in China irgendwann eine große Krise oder schlittert die Volksrepublik wie Japan früher in eine Phase chronischer Wachstumsschwäche?“ Die Geschichte lehrt, dass fast alle Länder, die einen Kreditboom erlebt haben, irgendwann mit einem harten Wachstumseinbruch konfrontiert wurden. Dies zeigte sich entweder in Form einer Finanzkrise oder in Form einer chronischen Wachstumsschwäche.

Wenn China seine Wachstumsziele so hoch legt und dafür auf eine Expansion der Kredite setzt, wird es irgendwann zu einem Einbruch kommen, beschreibt Rodlauer die Gefahr für diese nicht nachhaltige Entwicklung. Die Regierung in Peking plant in diesem Jahr ein Wachstum von 6,5 Prozent, im Vorjahr waren es 6,9 Prozent. Der China-Experte empfiehlt, dass die Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaft oberste Priorität habe, auch wenn das mit einem etwas reduzierten Wachstumskurs einhergehe.

Strategie des IWF für China

Wenn überhaupt, hätte der IWF eine andere Strategie der Belebung für China empfohlen. Rodlauer spricht von Steuersenkungen, höheren Sozialausgaben oder von einer Umschichtung von Staatseigentum zum Beispiel in Pensionsfonds. Außerdem hätte der Staat die Möglichkeit, Märkte zu öffnen, die derzeit von Staatsunternehmen beherrscht sind. Vor allem im Dienstleistungssektor und auch in den Provinzen sieht Rodlauer eine stärkere Dynamik in privatwirtschaftlichen Aktivitäten, und auch der Konsum lege zu.

Sollte es in China zu einem Wachstumseinbruch oder gar zu einer Finanzkrise kommen, steht für Rodlauer fest, dass die ganze Welt in Mitleidenschaft gezogen wird. Dies werde sich auf die Handelsbeziehungen ebenso auswirken wie auf die internationalen Finanzmärkte und die Aktienmärkte.

Priorität auf Reformen

Befürchtungen bezüglich negativer Folgen durch die Aufnahme des YUAN in den IWF Währungskorb mit 1. Oktober teilt Rodlauer nicht. Der China-Experte vertritt die Ansicht, dass mit der Aufnahme des Yuan keine Versprechungen verbunden seien, dass China seine Kapitalmärkte nun beschleunigt öffnet. Im Gegenteil, „wir raten zu größter Vorsicht“, so Rodlauer und betont, dass China die Priorität auf inländische Reformen lege müsse.

<p class="caption">Die Prognose des IWF-Experten Markus Rodlauer für China fällt trotz zahlreicher Herausforderungen grundlegend optimistisch aus. Foto: IWF</p>

Die Prognose des IWF-Experten Markus Rodlauer für China fällt trotz zahlreicher Herausforderungen grundlegend optimistisch aus. Foto: IWF

<p class="text_lb">Der Stuttgarter Günther Oettinger sitzt als EU-Kommissar für die digitale Wirtschaft an entscheidender Stelle für die Zukunft Europas. Er forciert die Digitalisierung in der EU mit zahlreichen Initiativen und Förderprogrammen. Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident ist seit dem Jahr 2010 Mitglied der EU-Kommission.</p><p class="text_lb">Günther Oettinger, EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft</p>

Der Stuttgarter Günther Oettinger sitzt als EU-Kommissar für die digitale Wirtschaft an entscheidender Stelle für die Zukunft Europas. Er forciert die Digitalisierung in der EU mit zahlreichen Initiativen und Förderprogrammen. Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident ist seit dem Jahr 2010 Mitglied der EU-Kommission.

Günther Oettinger,
EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft

<p class="text_lb">Marie-Helene Ametsreiter ist durch ihre Fernsehauftritte in einer Start-up-Sendung einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Sie gilt als eine der bestvernetzten Investorinnen im Start-up-Bereich. Nach Stationen bei Telekom Austria und OMV ist sie seit 2014 Partnerin bei Speed­invest mit Büros in Wien, München und Silicon Valley.</p><p class="text_lb">Marie-Helene Ametsreiter, Partnerin beim Risikokapitalgeber Speedinvest</p>

Marie-Helene Ametsreiter ist durch ihre Fernsehauftritte in einer Start-up-Sendung einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Sie gilt als eine der bestvernetzten Investorinnen im Start-up-Bereich. Nach Stationen bei Telekom Austria und OMV ist sie seit 2014 Partnerin bei Speed­invest mit Büros in Wien, München und Silicon Valley.

Marie-Helene Ametsreiter, Partnerin beim Risikokapitalgeber Speedinvest

<p class="text_lb">Thomas Giuliani leitet das Produktmanagement für die 5er-, 6er- und 7er-Serien bei der BMW Group. Nach ersten Funktionen im Vertrieb und im Marketing von BMW Motorsport wechselte er als Leiter der Kommunikation zu Audi. Seit 2004 ist Giuliani wieder bei BMW, zunächst als Leiter der Kommunikation, seit 2005 ist er im Produktmanagement.</p><p class="text_lb">Thomas Giuliani, Director Productmanagement BMW Group</p>

Thomas Giuliani leitet das Produktmanagement für die 5er-, 6er- und 7er-Serien bei der BMW Group. Nach ersten Funktionen im Vertrieb und im Marketing von BMW Motorsport wechselte er als Leiter der Kommunikation zu Audi. Seit 2004 ist Giuliani wieder bei BMW, zunächst als Leiter der Kommunikation, seit 2005 ist er im Produktmanagement.

Thomas Giuliani, Director Productmanagement BMW Group

<p class="text_lb">Der Steirer Siegfried Wolf ist einer der bekanntesten Manager Österreichs. Nach dem Aufbau des kanadischen Magna-Konzerns in Europa übernahm er die Aufsicht in Oleg Deripaskas „Russian Machines“, ist ebenfalls Aufsichtsratschef der Sberbank Europe. Der österreichische Manager gilt als einer der besten Kenner der russischen Wirtschaft.</p><p class="text_lb">Siegfried Wolf, Aufsichts­ratsvorsitzender „Russian Machines“ u. a. Unternehmen</p>

Der Steirer Siegfried Wolf ist einer der bekanntesten Manager Österreichs. Nach dem Aufbau des kanadischen Magna-Konzerns in Europa übernahm er die Aufsicht in Oleg Deripaskas „Russian Machines“, ist ebenfalls Aufsichtsratschef der Sberbank Europe. Der österreichische Manager gilt als einer der besten Kenner der russischen Wirtschaft.

Siegfried Wolf, Aufsichts­ratsvorsitzender „Russian Machines“ u. a. Unternehmen

<p class="text_lb">Seit seinem 15. Lebensjahr will der Leiter des Instituts für künstliche Intelligenz in Lugano, Jürgen Schmidhuber, eine sich selbst verbessernde künstliche Intelligenz (KI) bauen, die klüger ist als er selbst, um dann in Rente zu gehen. Die mächtigen neuronalen Netze seiner Forschungsgruppen revolutionierten bereits jetzt die Handschrift und Sprach­erkennung.</p><p class="text_lb">Jürgen Schmidhuber, IDSIA Lugano</p>

Seit seinem 15. Lebensjahr will der Leiter des Instituts für künstliche Intelligenz in Lugano, Jürgen Schmidhuber, eine sich selbst verbessernde künstliche Intelligenz (KI) bauen, die klüger ist als er selbst, um dann in Rente zu gehen. Die mächtigen neuronalen Netze seiner Forschungsgruppen revolutionierten bereits jetzt die Handschrift und Sprach­erkennung.

Jürgen Schmidhuber, 
IDSIA Lugano

Diese Interventionen wurden teuer erkauft und sie sind mittelfristig sogar negativ.

Markus Rodlauer

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