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Skihersteller Kästle fährt auf erfolgreichem Kurs

von Hanna Reiner
Für Geschäftsführer Bernd Knünz ist Kästle eine Marke für alle, die wissen, was dahintersteckt. VN/Hofmeister

Für Geschäftsführer Bernd Knünz ist Kästle eine Marke für alle, die wissen, was dahintersteckt. VN/Hofmeister

Steigender Absatz und gutes Ergebnis. Höchster Wertschöpfungsanteil in Österreich.

Hohenems. Eineinhalb Jahre sind seit der Rückkehr von Kästle in die alte Heimat, das Firmenareal in Hohenems, vergangen. Eine ereignisreiche Zeit für Geschäftsführer Bernd Knünz und sein Team. Nicht nur, dass die Produktionsflächen deutlich erweitert und die Mitarbeiterzahl auf 50 verdoppelt wurde. Auch das Lager, das zuvor an einen Logistikpartner ausgelagert war, wurde wieder zurück an den Standort geholt. Dadurch gewinne man deutlich an Qualität, sagt Bernd Knünz im VN-Gespräch. Denn die Skier werden somit öfters kontrolliert. Ein wichtiger Punkt, wenn man im Premiumsegment positioniert ist.

Die größte Veränderung in den vergangenen Monaten war aber mit Sicherheit die Zusammenführung von Kästle und Differences, jener Vorarlberger Skimarke, an der Kästle mittlerweile die Mehrheit hält. Beide Unternehmen sind zwar rechtlich getrennt, aber in einer Organisation verbunden. Differences verantwortet beispielsweise die Entwicklung und Produktion von Kleinserien. Die erste Entwicklungskooperation der beiden Skimarken war dann gleich eine sehr erfolgreiche, denn der Tourenski TX mit neuer Technologie ist heuer bereits ausverkauft, obwohl großzügig produziert wurde. „Er punktet mit bester Abfahrtsperformance bei gleichzeitig geringem Gewicht“, ist Knünz stolz.  

Manifestiert wird der Weg auch in den Zahlen. Denn bei Kästle zeigen Absatz und Ergebnis in die richtige Richtung. Die Mengen konnten auf über 16.000 Paar Ski gesteigert und das Absatzziel somit erreicht werden. „Die Kombination aus Nischen wie Tourenskier und Allmountainskier im Premiumsegment zusammen mit unseren Spezialserien spricht am Markt gut an“, sagt Knünz.

Positiver Cashflow

Auch beim Ergebnis ist Kästle einen Schritt weiter, denn im Geschäftsjahr 2015/16 wurde trotz Umzugs- und Investitionskosten ein positiver Cashflow verbucht. Der konsolidierte Umsatz lag bei 5,7 Millionen Euro. Erfreulich für Knünz ist die Tatsache, dass dabei eine deutlich bessere Marge erzielt werden konnte als erwartet. Zudem wurden in den USA mehr Skier verkauft. Das Land ist mittlerweile für ein Drittel des Kästle-Umsatzes verantwortlich. Ein weiteres Drittel fällt auf Österreich, den eindeutig wichtigsten Markt und auch jenen mit dem höchsten Marktanteil. Am Heimmarkt wolle man aber noch besser werden, erklärt Knünz.

Dabei geht es ihm vor allem um das Verständnis, wieso man für einen Kästle-Ski meist mehr bezahlt. Nicht nur die Personalkosten seien in Österreich höher, der Ski sei zudem ein handwerklich erzeugtes Produkt. „Kästle ist die Skimarke mit dem höchsten Wertschöpfungsanteil in Österreich. Alle Skier werden ausschließlich im Land produziert“, so der Geschäftsführer, der dabei auch einen kleinen „Nachteil“ des hohen Qualitätsanspruchs in Kauf nimmt. Die Skier halten nämlich länger. Das merke man vor allem im Skiverleih.

Lange Tradition

Kästle hat etwas geschafft, was nicht viele schaffen: den Sprung von der großen Skimarke zum feinen Premiumanbieter, ohne dabei aber auf die lange Tradition der Marke zu vergessen. 1924 gegründet, haben viele auf Kästle-Skiern das Skifahren gelernt und mitverfolgt, als die Stars der Skirennszene insgesamt 130 Medaillen bei Großveranstaltungen einfuhren. Diese Erinnerungen seien ein wichtiger Teil des Erfolgs, sagt Bernd Knünz. Schließlich hätten von allen 350 registrierten Skimarken, die es aktuell gibt, nur eine Handvoll eine so lange Tradition vorzuweisen.

Stärken besser nutzen

Im kommenden Jahr soll die Produktentwicklung weiter forciert werden. Man könne die Stärken von Differences noch besser nutzen, ohne dass sich die beiden Marken kannibalisieren, ist Knünz überzeugt. Vor allem im Leichtbau wolle man sich weiter verbessern. Den Umsatz massiv zu steigern, ist dabei nicht das Ziel. Zwar wolle man leicht wachsen, aber der Fokus liege klar auf der weiteren Verbesserung der Marge. Und was wünscht sich der Chef einer Skimarke für den Winter? „Bestenfalls schneit es bereits Ende November und an Weihnachten dann bis hinunter in die niedrig gelegenen Skigebiete.“

Kästle und Differences passen sehr gut zusammen.

Bernd Knünz
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