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Börsenkommentar

Nach der US-Wahl: Trump gut, alles gut?

Patrick Schuchter

Patrick Schuchter

schwarzach. Etwas mehr als eine Woche nach den US-Wahlen bringt ein Blick auf den Kurszettel weiterhin
nur ungläubiges Staunen und man muss sich ernsthaft die Frage stellen, welche Gründe es denn noch einmal gab, für Hillary Clinton zu stimmen. Nach einem kurzen Schock in den ersten Stunden nach der Wahl legten die US-Börsen eine Kursrally hin und schossen deutlich nach oben. Auch die europäischen Börsen freuten sich über Präsident Trump in einem Ausmaß, wie man es bei US-Wahlen bislang nur selten sah. Was also beflügelt die Börsen so an Präsident Trump, nachdem man in ihm vor den Wahlen noch die Verkörperung des Bösen sah?

„So weit, so gut“

Grundsätzlich sind es vor allem seine Wahlversprechen, welche Anlegerherzen höherschlagen lassen: Drastische Steuersenkungen sowie eine deutliche Erhöhung der Staatsausgaben sollen dafür sorgen, dass die Wirtschaft noch stärker wächst. Gleichzeitig soll weniger Regulierung für die Wiederentdeckung des „American Way of Life“ sorgen. So weit, so gut. In ihrer allgemeinen Euphorie vergessen Anleger aber die langfristigen Auswirkungen eines Präsidenten Trump: Die USA, jahrelang ein (selbstgerechter) Garant der Wahrung der globalen Ordnung, werden nun ein noch stärkerer Treiber der Instabilität und Unsicherheit. Der Populismus dürfte global weiter zunehmen und vor allem eine langfristige Bedrohung für das gemeinsame Europa darstellen: Die Wahlen in den Niederlanden sowie die Präsidentschaftswahlen in Frankreich im nächsten Jahr könnten einen deutlichen Rechtsruck mit sich bringen und das Fundament der Europäischen Gemeinschaft noch weiter untergraben. Folglich muss man sich in den kommenden Jahren auf verstärkten Nationalismus, weniger Zusammenarbeit und möglicherweise auch mehr militärische Konflikte einstellen.

Freuen über Donald Trump dürfen sich zumindest alle TTIP-Gegner, da Trump dieses ebenfalls ablehnt und verhindern will. Stellt sich nur die Frage, zu welchem Preis dieser „Erfolg“ errungen wurde: Ist ein Chlorhuhn im Regal – welches ich als mündiger Konsument nicht kaufen muss – schlimmer als ein impulsiver und nachtragender Weltherrscher über 2000 scharfe Atomwaffen, welcher dem Nationalismus die Türe öffnet? Kleiner Tipp: Ein Blick in ein Geschichtsbuch würde bei der Entscheidungsfindung sicherlich helfen.

patrick.schuchter@vvb.at,
Patrick Schuchter,
Vermögensverwaltung
Volksbank Vorarlberg

<p class="caption">Was bedeutet der Sieg Donald Trumps für die Börsen? Foto: AP</p>

Was bedeutet der Sieg Donald Trumps für die Börsen? Foto: AP

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