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VN-Gespräch. Hans-Peter Metzler (51), neuer Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg

Ein Ermöglicher mit eigener Handschrift

von Hanna Reiner
Hans-Peter Metzler war zuvor Tourismus-Spartenobmann. Heute wird er in Wien offiziell als Wirtschaftskammerpräsident angelobt.  Fotos: VN/HB

Hans-Peter Metzler war zuvor Tourismus-Spartenobmann. Heute wird er in Wien offiziell als Wirtschaftskammerpräsident angelobt. Fotos: VN/HB

Hans-Peter Metzler will auch als Wirtschaftskammerpräsident Vorarlberger Weg gehen.

Hittisau. Hans-Peter Metzler (51) hat lange überlegt. Und klare Anforderungen gestellt, unter welchen Voraussetzungen er Wirtschaftskammerpräsident sein will. Sein Ja zum Amt ist somit auch ein klares Ja zur Erneuerung, zum Mut, neue Wege zu gehen. „Manche denken, ich würde nun alles niederreißen“, ist er sich im VN-Gespräch bewusst, dass Veränderung auch immer Widerstand mit sich bringt. Aber der Hittisauer Hotelier ist bereit, sich einzusetzen und für die Anliegen der Wirtschaft zu kämpfen, und er ist sich auch bewusst, dass er in große Fußstapfen tritt. Der plötzliche Tod von Manfred Rein hat eine große Lücke hinterlassen. Metzler will vieles in seinem Sinne weiterführen. Aber dennoch auch seinen eigenen Weg, seine eigene Handschrift finden. In der Mitarbeiterschaft der Wirtschaftskammer spüre er jedenfalls viel Motivation, Neues zu wagen. Den Anspruch seiner Präsidentschaft könnte man also durchaus mit dem Gedicht des Bizauers Gebhard Wölfle „Meor ehrod das Ault, und grüssed das Nü, und blibot üs sealb und dr Hoamat trü“ vergleichen.

Vieles möglich machen

Einer seiner Schwerpunkte wird die Bildung mit dem Kernthema duale Ausbildung sein. Die Jugend muss die Lehre weiterhin als Chance sehen. Von Wien erwartet sich Metzler dabei nicht viel. Er ist vielmehr davon überzeugt, dass man die Gestaltungsspielräume im Land für einen Vorarlberger Weg nutzen muss. Also alles was möglich ist, im Land anzupacken und das was noch nicht möglich ist, möglich machen.

Dass vieles möglich ist, was vorher undenkbar war, hat der neue Präsident bereits mit der neuen Tourismus­ausbildung bewiesen. Und deshalb sind ihm auch Allianzen wichtig. Mit dem Land, mit der Arbeiterkammer, den Bürgermeistern, der Industriellenvereinigung. „Im Vernetzen bin ich gut“, sagt Metzler.

Seine Rolle sieht er dabei als „Ermöglicher“. Als Wirtschaftskammer müsse man nicht alles selber machen und für jedes Thema eine neue Abteilung gründen. Zum Beispiel bei der Digitalisierung, dem Thema, so ist er überzeugt, das die Gesellschaft und den Wirtschaftsstandort am meisten verändern wird. Hier könne die Wirtschaftskammer Ressourcen zur Verfügung stellen, beispielsweise in Form von „Coworking Spaces“, wo junge, kreative Köpfe zusammenkommen können. Bewusst ist sich Metzler dabei durchaus, dass es viele Unternehmen gibt, die sauer sind. Eben auch weil sie durch zu viel Bürokratie gehemmt werden und dadurch die Freude am Unternehmertum verlieren. „An der Bürokratie müssen wir dringend arbeiten, aber wir müssen uns auch bewusst sein, dass vieles im Land sehr gut läuft. Die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität in Vorarlberg ist eine wichtige Basis“, so Metzler, der aber die Wertschätzung für Unternehmer vermisst. Die gebe es in Österreich bislang nur für sportliche und kulturelle Leistungen.

Viel inhaltliche Arbeit

Es gibt also viel zu tun für den obersten Interessenvertreter. Er werde jedenfalls sehr viel inhaltlich arbeiten und weniger auf Veranstaltungen Hände schütteln, sagt er. Bewiesen, dass er verändern kann, hat er als Tourismus-Spartenobmann bereits. Diese Funktion abzugeben „tut schon weh, aber das Kind Tourismusstrategie ist jetzt in einem Alter, wo man loslassen kann“. Sein Ziel für das Amt des Präsidenten formuliert er so: „Wenn sich Unternehmer in ein paar Jahren auf einer Veranstaltung treffen und über die Wirtschaftskammer sagen, die bemühen sich und sind mehr Dienstleister als Behörde, und die Pflichtmitgliedschaft ist zwar nicht das Wahre, aber das Geld ist gut investiert, dann wäre das schön.“

<p class="factbox">Michael Grahammer (52) ist noch bis Ende des Jahres Vorstandsvorsitzender der Hypobank Vorarlberg und ab 2017 als Unternehmensberater tätig (Grahammer & Partner). Für Metzler „ein super Finanzmann mit bester Vernetzung in Industrie und Handwerk“.</p>

Michael Grahammer (52) ist noch bis Ende des Jahres Vorstandsvorsitzender der Hypobank Vorarlberg und ab 2017 als Unternehmensberater tätig (Grahammer & Partner). Für Metzler „ein super Finanzmann mit bester Vernetzung in Industrie und Handwerk“.

<p class="factbox">Petra Kreuzer (46) ist geschäftsführende Gesellschafterin bei Kreuzer Immo Solution und Vorstand der F.M. Hämmerle Holding AG. „Eine starke Persönlichkeit, die mitten im Leben steht und sich alles selbst erarbeitet hat“, wie Metzler betont. </p>

Petra Kreuzer (46) ist geschäftsführende Gesellschafterin bei Kreuzer Immo Solution und Vorstand der F.M. Hämmerle Holding AG. „Eine starke Persönlichkeit, die mitten im Leben steht und sich alles selbst erarbeitet hat“, wie Metzler betont. 

<p class="factbox">Eduard Fischer (58) ist Geschäftsführer der Offsetdruckerei Schwarzach und war schon bisher Vizepräsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Zudem ist er Landesobmann der freiheitlichen Wirtschaft. „Für das Team bin ich sehr dankbar“, sagt Metzler.</p>

Eduard Fischer (58) ist Geschäftsführer der Offsetdruckerei Schwarzach und war schon bisher Vizepräsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Zudem ist er Landesobmann der freiheitlichen Wirtschaft. „Für das Team bin ich sehr dankbar“, sagt Metzler.

Müssen auf Veränderungen rasch und konsequent reagieren.

Hans-Peter Metzler

 

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