Politik
5. September 2013

Kandidaten zur NR-Wahl am VN-Telefon. Frank Stronach (80)

„Für Berufskiller soll es eine Todesstrafe geben“

Frank Stronach im Gespräch mit VN-Redakteuren. Fotos: VN/Lerch
Frank Stronach im Gespräch mit VN-Redakteuren. Fotos: VN/Lerch

Werteprogramm mit vier Punkten: Frank Stronach beantwortet Fragen von VN-Lesern.

Schwarzach. Frank Stronach, gestern auf Wahlkampftour in Vorarlberg, ist der Meinung, „keine Person hat Österreich je so gedient, wie ich gedient habe“.

Sind Sie für einen Beitritt zur NATO?

Stronach: Wir haben eine Verpflichtung. Aber ich glaube, das muss besser durchdacht werden. Das ist für mich aber keine Priorität.

Ist die Neutralität für Sie obsolet?

Stronach: Gibt’s da ein internationales Abkommen, ob Neutralität aufrechterhalten wird? Ich kenne den Akt nicht. Priorität hat für mich, das System von Freunderlwirtschaft und Korruption zu ändern.

Sind Sie für die Angleichung der Pensionen der Frauen an die der Männer?

Stronach: Da gibt es große Ungerechtigkeiten. Frauen, die zu Hause bleiben, machen gleich schwere Arbeit wie die im Büro, und das sollte meines Erachtens auch für eine Pension anerkannt sein.

Wie stehen Sie zur Mindest­sicherung und Armuts­bekämpfung?

Stronach: In einem zivilisierten Land soll keine Person hungrig oder obdachlos sein. Gesundheitspflege und Schule sind selbstverständlich. Aber mit einer Sozialkarte würde festgestellt werden, was z. B. eine Familie mit vier Kindern im Monat braucht. Natürlich würden da keine Luxus­artikel drin sein wie Alkohol und Zigaretten.

Soll „lebenslänglich“ für Mörder und Kinderschänder auch lebenslänglich bedeuten?

Stronach: Ich glaube, wir sind ein bisschen weich gegen Kinderschänder. Da müssen strengere Strafen sein.

Wie stehen Sie als Nordamerikaner zur Todesstrafe?

Stronach: Für Berufskiller soll es eine Todesstrafe geben. Denn sie gefährden die Rechtssicherheit. Die muss aufrechterhalten bleiben.

Was halten Sie von Finanz- und Lebensmittelspekulationen?

Stronach: Ein weitläufiges, kompliziertes Thema. Monopole müssen strengstens verboten werden. Da muss es große Strafen geben, wie in Amerika. Sei es ein Privat- oder Staatsmonopol. Der freie Markt funktioniert immer am besten. Die Lebensmittelpreise sind in Österreich so hoch gestiegen, und das gehört durchleuchtet.

Haben Sie ein erklärtes Ziel bei den Nationalratswahlen?

Stronach: Wir haben ein Werteprogramm mit vier Punkten: Keine weiteren Schulden, Verwaltung abbauen, Steuergesetze vereinfachen, Parlament reformieren.

Was halten Sie von einer Millionärssteuer?

Stronach: Zuerst soll man einmal eine Funktionärs­steuer einführen.

Gehören die Finanzmärkte reguliert?

Stronach: Das Schlimme ist, wir gehen immer weiter weg von der Realwirtschaft und in die Finanzwirtschaft. Nur durch Realwirtschaft kann man Wohlstand schaffen.

Stimmt es, dass Sie keine Regierungsverantwortung übernehmen wollen?

Stronach: Nein. Wir übernehmen Verantwortung. Wir sind nicht links. Wir sind nicht rechts. Wir sind sachlich. Wir würden für alles stimmen, was den Bürgern nützt.

Warum tut sich Frank Stronach so etwas mit 80 Jahren an?

Stronach: Das fragen meine Frau und meine Freunde auch. Ich will einen Beitrag für ein besseres Österreich leisten. Denn ein Land, in dem die Menschen ihr Gewissen verlieren, geht den Bach runter. Morgens, wenn die Schule anfängt, sollten die Schüler aufstehen und zwei Minuten lang darüber nachdenken, wie man Österreich besser gestalten kann.