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Riesenaufwand für eine geordnete Wahl

Im Ort Dixville Notch mit seinen 12 Wahlberechtigten gibt es traditionell das erste Ergebnis. reuters

Im Ort Dixville Notch mit seinen 12 Wahlberechtigten gibt es traditionell das erste Ergebnis. reuters

Zahlreiche freiwillige und unbezahlte Helfer sind am Wahltag im Einsatz.

Washington. Ein Millionenheer soll am am heutigen Dienstag dafür sorgen, dass die amerikanischen Präsidentschaftswahlen einigermaßen geordnet ablaufen. Und wenn die Nation Pech hat, werden sich alle möglichen Gerichte noch einige Zeit mit der Wahlsache beschäftigen müssen.

Helfer gehen von Tür zu Tür

Nach Mitteilung von Hillary Clintons Wahlkampfchef John Podesta sind für die Demokraten allein mehr als eine Million freiwillige und unbezahlte Helfer im Einsatz. Anhand ständig aktualisierter Wählerlisten auf Smartphones und Computern klopfen sie an die Türen von registrierten Sympathisanten, die ihre Stimme noch nicht abgegeben haben. Alten, Kranken, Gehbehinderten und Anhängern ohne Auto bieten sie den Transport zum Wahllokal und wieder zurück an. Mit Bussen steuern sie auch Altersheime und Kirchengemeinden an, in deren Räumlichkeiten sich potenzielle Wähler aufhalten. Sie können sich unabhängig von ihrer Parteipräferenz zur „Polling Station“ kutschieren lassen. Zu Gefängnissen fahren die „Volunteers“ nicht, denn Strafgefangene haben in den USA kein Wahlrecht.

Anhänger des republikanischen Kandidaten Donald Trump offerieren dieselben Dienste, aber mehr auf Sparflamme. Trumps Wahlkampf­organisation hat lediglich ein paar Zehntausend Freiwillige für den Wahldienst begeistern können. Das ist vielleicht auch der Grund dafür, dass Trump den Einsatz der konkurrierenden „Türklopfer“ als Teil großangelegter „Wahlbetrügereien“ der Demokraten einstuft. Die beiden landesweit als Kandidaten auftretenden und absolut chancenlosen weiteren Kandidaten, der Unabhängige Gary Johnson und die „Grüne“ Jill Stein, bieten diese Dienste nicht an.

Ab 7 Uhr Ortszeit am Morgen warten in den mehr als 50.000 Wahllokalen amtliche Wahlhelfer auf „Kundschaft“. Um „Schummeln“ zu verhindern, müssen sie jeweils zur Hälfte Sympathisanten der Demokraten und der Republikaner sein. Und bei jeder Amtshandlung (mit Ausnahme des geheimen Wahlvorgangs) gilt das Vier-Augen-Prinzip. Und überall steht ein Sheriff herum und passt auf, dass nur ja niemand fotografiert. Denn das ist im Wahllokal verboten.

Trumps Wahlkampforganisation hatte seine Anhänger aufgefordert, sich in und vor Wahllokalen in Großstädten und Wohngebieten von Minderheiten-Wählern als „Wahlbeobachter“ zu stationieren und versuchte Manipulationen sofort zu melden. Wegen der Befürchtung, dass die Beobachter in Wahrheit Wahlverhinderer sein könnten, riefen Anwälte der Demokraten in mehreren Bundesstaaten sofort die Gerichte an. Die Richter verboten den Einsatz der Beobachter-Truppe.

Für die Demokraten machen am Wahltag rund 9000, und für die Republikaner etwa 2000 Rechtsanwälte unbezahlten Wahldienst. Sie können von Wahlwilligen und Wahlhelfern sofort eingeschaltet werden, wenn es zu „Unregelmäßigkeiten“, wie das Abweisen von Wählern und sonstigen Schikanen kommt. Die juristischen Demokratenhelfer wollen auch sofort die Gerichte bemühen, wenn – wie oft in der Vergangenheit – von Republikanern geleitete Behörden Wahllokale vorzeitig schließen wollen. Die Demokraten richteten zudem im Land verstreut mit Anwälten besetzte Call-Center ein, die bei telefonischen Beschwerden oder Fragen von Wählern sofort tätig werden können.

Über 100.000 US-Polizisten sind für den Wahltag
in „Wahl-Alarmbereitschaft“ versetzt worden. Sie sollen unter anderem dafür sorgen, dass lange Warteschlagen vor Wahllokalen nicht zu Verkehrsbehinderungen führen und mögliche Handgreiflichkeiten zwischen Wählern verhindern. Für den Fall, dass es nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt, halten mehrere Bundesstaaten auch schwerbewaffnete Einheiten der Mobilen Einsatzkommandos in Reserve.

Das allererste offizielle Ergebnis der Präsidentschaftswahl von 2016 wird traditionell in der Nacht zum Mittwoch, eine Minute nach Mitternacht amerikanischer Ostküstenzeit (09.01 Uhr MESZ) aus dem Örtchen Dixville Notch in New Hampshire gemeldet werden. Dort versammeln sich vor Mitternacht die 12 Wahlberechtigten des Ortes, geben schnell ihre Stimmen ab und der Bürgermeister gibt das „amtliche Ergebnis“ bekannt. Die übrigen US-Bürger, der Rest der Welt und Hillary Clinton und Donald Trump müssen etwas länger auf das „amtlich bestätigte landesweite Endergebnis“ der Wahl warten. Trump will es sogar akzeptieren „wenn ich gewinne“.

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