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Paare wollen Pension nicht freiwillig splitten

von Birgit Entner
Seit 2005 kann ein Teil der Pensionsansprüche auf jenen Elternteil übertragen werden, der für die Kindererziehung daheim bleibt.

Seit 2005 kann ein Teil der Pensionsansprüche auf jenen Elternteil übertragen werden, der für die Kindererziehung daheim bleibt.

Erst 500 Elternpaare haben sich Pensionsbeiträge geteilt. Neos für Verpflichtung. 

Wien. 66 Vorarlberger Elternpaare haben sich seit 2005 für das Pensionssplitting entschieden. Das heißt, sie teilen sich ihre Pensionsbeiträge auf, solange ein Elternteil aufgrund der Kindererziehung zu Hause bleibt oder nur Teilzeit arbeiten kann. Diese Idee findet in Österreich allerdings nur wenig Anklang. Erst 485 Paare haben laut Pensionsversicherungsanstalt von diesem Recht Gebrauch gemacht. Rund 20 weitere waren es bei den anderen Versicherungsanstalten.

Wenig Bekanntheit

Das Pensionssplitting sei eben noch zu wenig bekannt, hieß es aus dem Familienministerium. Man werde es stärker bewerben. Änderungen seien derzeit aber nicht erforderlich, sagt ein Sprecher. Anders sieht das der Vorarlberger Neos-Mandatar Gerald Loacker. Er fordert ein verpflichtendes Pensionssplitting. Erstens würden viele junge Eltern nicht an ihre Pension mit 65 denken und schon gar nicht daran, dass es auch zu einer Trennung oder Scheidung kommen könnte. Wichtige Jahre für die Pensionsbeiträge wären für einen Elternteil aber verloren. Bei einer Scheidung etwa könnten sie nicht zurückgefordert werden. Ein verpflichtendes Splitting würde das verhindern. Nur jene Paare, die sich gemeinsam bewusst dagegen entscheiden, sollen aussteigen können (Opt-Out).

Eine weitere Änderung ist laut dem Neos-Abgeordneten auch bei den Kindererziehungszeiten nötig. Deren Anrechnung bleibe einem Elternteil vorenthalten und führe dazu, dass der jeweils andere nicht animiert werde, sich in der Kinderbetreuung zu engagieren. Insgesamt sollten die Beitragsgrundlagen aus der Erwerbsarbeit, die Teilbeträge für Kindererziehungszeiten sowie Beiträge aus anderen Versicherungen zusammengerechnet und dann 50:50 auf die Pensionskonten beider Eltern aufgeteilt werden, sagt Loacker.

Derzeit wird das anders geregelt. So kann nur ein Elternteil einen Teil seiner Beiträge an den anderen übertragen. Bis zum vierten Lebensjahr des Kindes ist es möglich, bis zu 50 Prozent der eigenen Pensionsansprüche dem daheim bleibenden Partner freiwillig zu überlassen. Mit der aktuellen Pensionsreform soll dieses Recht ausgeweitet werden und künftig bis zum siebten Lebensjahr bestehen.

Für Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) reichen die Maßnahmen der Reform aus. Bei einem verpflichtenden Splitting würden die Nachteile die Vorteile überwiegen, die Konsequenzen könnten nicht abgeschätzt werden, erklärt ihr Sprecher den VN. Dies habe eine Prüfung der Experten ergeben, nachdem die Familienreferenten der Länder eine solche vor rund zweieinhalb Jahren gefordert hatten. Ein spezielles Papier dazu liege nicht vor. Im SPÖ-geführten Sozialministerium wurde auf VN-Anfrage auf die jüngste Pensionsreform verwiesen. Weitere Vorschläge könne man aber gerne diskutieren.

Antrag im Landtag

Das will auch Martina Rüscher, Frauensprecherin der ÖVP Vorarlberg, tun. Sie wird einen Antrag zum Pensionssplitting im Landtag einbringen. Familien sollten selbst entscheiden können, wie sie Erwerbs- und Familienarbeit vereinbaren, meint sie: „Doch oft gibt es beim Pensionsantritt ein böses Erwachen: Versicherungszeiten fehlen. Und das meist bei Frauen.“ Daher wäre laut Rüscher ein verpflichtendes Splitting der richtige Schritt. Es würde einen Ausgleich zwischen den oft unterschiedlichen Pensionen in einer Partnerschaft oder Ehe schaffen.

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