IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!
Hier klicken und mitmachen!

Massenflucht aus Ost-Aleppo

Flüchtende aus Ost-Aleppo warten auf Busse, die sie in den von der Regierung kontrollierten Westen der Stadt bringen sollen.  Foto: AFP

Flüchtende aus Ost-Aleppo warten auf Busse, die sie in den von der Regierung kontrollierten Westen der Stadt bringen sollen.  Foto: AFP

Lage für Zivilisten wird immer schlimmer. Moskau sieht Durchbruch in der Schlacht um die syrische Stadt. 

aleppo. (VN) Nach den weitreichenden Geländegewinnen der Regierungstruppen in der syrischen Metropole Aleppo spitzt sich die Lage für die Zivilbevölkerung weiter zu. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind fast 16.000 Menschen vor den jüngsten Kämpfen in Ost-Aleppo geflohen. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London sprach sogar von fast 30.000 Menschen, die vertrieben worden seien.

Keine Krankenhäuser

Im von der Regierung belagerten Osten der Stadt gebe es keine funktionierenden Krankenhäuser mehr, sagte der UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe, Stephen O’Brien. Die Reserven an Nahrungsmitteln seien weitgehend aufgebraucht. Das UN-Menschenrechtsbüro erklärte, Zehntausende säßen noch in den von den Rebellen kontrollierten Gebieten fest und lebten unter dauerhaften Bombardements. Es gebe Berichte, wonach Oppositionsgruppen Zivilisten an der Flucht hinderten. Zugleich wächst die Angst vor Racheakten des syrischen Regimes. Amnesty International warnte, die Regierung habe eine „lange und dunkle Geschichte“ von willkürlichen Festnahmen und verschwundenen Personen.

Nach Angaben der Rebellen gingen die Kämpfe am Dienstag unvermindert weiter. Bei einem Luftangriff kamen demnach mindestens zehn Menschen ums Leben, die zu Fuß auf der Flucht in weniger gefährliche Gebiete waren. Dutzende seien in dem von Rebellen gehaltenen Stadtteil Bab al-Nairab verletzt worden, erklärte die Beobachtungsstelle. Die zivile Rettungsorganisation Weißhelme berichtete von 25 Toten.

Das russische Verteidigungsministerium meldete, dass die syrische Armee fast die Hälfte des Ostteils der ehemaligen Handelsmetropole zurückerobert habe. Innerhalb von 24 Stunden sei ihr ein Durchbruch gelungen. Russland ist der wichtigste Verbündete der syrischen Regierung. Bereits in den vergangenen Tagen waren die Truppen weit in die von Rebellen und Extremisten beherrschten Gebiete vorgerückt. Die Aufständischen wollen indes nicht aufgeben. „Der Kampf geht weiter“, sagte Usama Abu Seid, Berater der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) zur Deutschen Presse-Agentur.

Aufruf an Sicherheitsrat

Frankreich forderte den UN-Sicherheitsrat auf, sich mit den Möglichkeiten zur Hilfeleistung für die Bevölkerung zu befassen. „Die Kampfhandlungen müssen dringend eingestellt und ein ungehinderter Zugang für humanitäre Hilfe ermöglicht werden“, erklärte Außenminister Jean-Marc Ayrault.

Sein deutscher Amtskollege Frank-Walter Steinmeier warnte die syrische und russische Regierung vor der Annahme, mit der Einnahme Aleppos den entscheidenden Sieg im Bürgerkrieg zu erringen. „Dieser Konflikt wird nicht zu Ende gehen, unabhängig davon was gegenwärtig in Ost-Aleppo militärisch passiert“, sagte Steinmeier. Er verwies darauf, dass viele regionale Akteure in den Konflikt „investiert“ hätten. In dem 2011 ausgebrochenen Krieg verfolgen die Türkei, der Iran sowie Saudi-Arabien unterschiedliche Interessen und unterstützen verschiedene Gruppen. Zudem bekämpft eine von den USA geführte Koalition islamistische Rebellen aus der Luft, während die russische Luftwaffe die Armee von Präsident Baschar al-Assad unterstützt.

Die Kampfhandlungen müssen dringend eingestellt werden.

Jean-Marc Ayrault
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.