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Wähler-Mobilisierung um jeden Preis

von Johannes Huber
Warnung vor dem Mitbewerber: Van der Bellens Slogan „Wählen! Nicht wundern“ und Hofers Österreichbezug „mit Herz und Seele“.  APA

Warnung vor dem Mitbewerber: Van der Bellens Slogan „Wählen! Nicht wundern“ und Hofers Österreichbezug „mit Herz und Seele“.  APA

Mit den Anhängern ihrer Parteien würden Van der Bellen und Hofer nicht weit kommen.

Wien. (joh) „Entscheidet Oma Gertrude die Ösi-Wahl?“ titelte das deutsche Massenblatt „Bild“ am Wochenende: In einem Video auf der Facebook-Seite des Präsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen richtet sich eine 89-jährige Auschwitz-Überlebende gegen den untergriffigen Wahlkampf im Allgemeinen und den Mitbewerber Van der Bellens, Norbert Hofer, im Besonderen. Das Niedrigste und nicht das Anständigste sei in diesem Land schon einmal aus dem Volk herausgeholt worden, erinnert sie an die 1930er-Jahre. Und dass Hofer mit dem Slogan „So wahr mir Gott helfe“ für sich werbe, betrachtet die Frau Gertrude in Anbetracht eines Menschen, „der mit Religion eigentlich net viel am Hut“ habe, als „Falschheit“. 3,1 Millionen Mal ist das Video bis gestern Nachmittag angeklickt worden. Ob es wahlentscheidend ist, wird sich jedoch erst beim Urnengang am Sonntag weisen. Zumal Hofer auch nicht schläft, sondern alles tut, um Van der Bellen in ein schiefes Licht zu rücken. Zuletzt stellte er diesen in eine Reihe mit Kommunisten.

Dass der Eindruck entsteht, die Präsidentschaftskandidaten würden weniger für sich selbst werben als voreinander zu warnen, ist kein Zufall: Mit den Anhängern ihrer Parteien würden sie nicht weit kommen. Laut einer Analyse des Sozialforschungsinstituts SORA waren beim Urnengang im Mai gerade einmal ein Viertel der Van der Bellen-Wähler Frauen und Männer, die bei der Nationalratswahl 2013 die Grünen unterstützt hatten, deren Chef er einst war. Drei Viertel konnte er aus anderen Lagern überzeugen. Und gerade bei ihnen spielt das Motiv, den Gegenkandidaten als Staatsoberhaupt zu verhindern, eine vorrangige Rolle. Bei Hofer ist das nicht viel anders, auch bei ihm sind im Mai bisherige FPÖ-Wähler mit etwas mehr als einem Drittel in der Minderheit gewesen.

Relevant sind für beide vor allem ÖVP-Sympathisanten: Sie zog es im Frühjahr je zur Hälfte zu den beiden Kandidaten. Und daher bemüht sich etwa Hofer mit seinem Gottesverweis ebenso um sie, wie er es mit dem Versuch tut, Van der Bellen in ein extrem linkes Eck zu stellen; das soll sie zumindest davon abhalten, ihn zu wählen.

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