IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!
Hier klicken und mitmachen!

Eine emotionale Berg-und-Tal-Fahrt

von jochen dünser

Karate-Lady Bettina­ Plank kämpft am Samstag bei der Heim-WM in Linz um Bronze.

Linz. „Es war wirklich ein Wechselbad der Gefühle, und am Ende bin ich froh, dass die Chance auf einen Medaillengewinn weiter intakt ist.“ Nachdem Bettina Plank die erste kleine Enttäuschung verdaut und so manche Träne verdrückt hatte, hatte Vorarlbergs Sportlerin des Jahres ihren Blick bereits wieder auf die kommenden Aufgaben gerichtet. Und da wartet auf die 24-jährige Feldkircherin bei der Heim-WM in Linz am Samstag (16.15 Uhr) der Kampf um Bronze gegen Segaran Shree Sarmin aus Malaysia.

„Kurz die Kontrolle verloren“

Die seit September 2013 in der oberösterreichischen Metropole lebende HSLZ-Sportsoldatin startete im Kumite bis 50 kg (62 TN) nach einem Sieg dank Kampfrichterentscheid über die Chinesin Li Ran Ran in den Bewerb. Nach regulärer Kampfzeit stand es 1:1, die Richter sahen Plank mit 5:0 Stimmen als klar aktivere Kämpferin. Im zweiten Kampf kam es dann gegen die Weltranglistenerste Alexandra Recchia zum Duell der Giganten. Im Gegensatz zum EM-Finale 2015 bzw. dem Kampf um den Finaleinzug bei den Europaspielen, als Plank jeweils die Oberhand behielt, konnte sich diesmal die zweifache Welt- und Europameisterin aus Frankreich klar mit 5:1 durchsetzen. „Leider bin ich ihr sprichwörtlich ins offene Messer gelaufen, habe nach dem 1:1-Ausgleich kurzfristig die Kontrolle verloren und buchstäblich alle guten Vorsätze, die ich mir vorgenommen hatte, über Bord geworfen. Ehrlich gesagt ist am Kampfende fast eine kleine Welt zusammengebrochen“, betont Plank.

Wie schnell aus Trauer wieder Hoffnung werden kann, sah man in den folgenden Minuten. Da Recchia wie erhofft mit vier weiteren Siegen souverän ins Finale einzog, eröffnete sich für Plank noch einmal eine Chance. Und die nützte die Wahl-Linzerin dann in gewohnt souveräner Manier. In der Hoffnungsrunde setzte sich die in der Weltrangliste auf Position drei gereihte Plank gegen Tsang Yee Ting aus Hongkong mit 2:1 durch, und gegen die Kasachin Yekaterina Khupovets wahrte die Lokalmatadorin, deren Bild alle Plakate und das von der Kunstuniversität Linz gestaltete Programmheft ziert, mit einem 2:0-Erfolg ihre Medaillenchance. „Ehrlich gesagt habe ich nach der Niederlage gegen Recchia gar nicht mehr daran gedacht. Als mir mein Coach Juan Luis Bentiez Cardenes dann sagte, ich solle mich für die Hoffnungsrunde aufwärmen, habe ich die Sache erst realisiert. Doch vielleicht war dies gerade der Schlüssel zum Erfolg. Ich habe mich ohne Wenn und Aber an die taktische Marschroute meines Trainers gehalten, und am Ende ging alles gut. Jetzt heißt es noch einmal alle Energie in die Waagschale zu werfen, damit ich mir die Bronzemedaille hole. Ein Podestplatz bei einem WKF-Championat fehlt nämlich noch in meiner Erfolgsstatistik“, betonte die Plank.

Kein Problem sollte laut eigener Aussage der Riss des Trommelfells aus den Kampf gegen die Kasachin sein. „Zum Glück weiß ich, ohne es zu hören, was mein Trainer von mir sehen will. Nachdem Gold außer Reichweite ist, will ich mir um jeden Preis diese Bronze holen.“

Die Chance auf eine Medaille lebt – und die Freude darüber überwiegt die erste Enttäuschung.

Bettina Plank
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.