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Glücklich auf der anderen Seite

von Budapest, Heimo Kofler

Markus Peintner macht der Umstieg vom Eishockeyprofi in den Trainerjob viel Freude.

Budapest. Es ist nur ein kurzer Sprung von der einen auf die andere Seite der Eishockeybande. Auch im Fall von Markus Peitner, der vor zwei Jahren seine Karriere als Spieler beendete und als Trainer durchstartete. „Mit ist es nicht schwer gefallen, die Seiten zu wechseln. Du musst mit dem Einen abschließen, damit du mit dem Anderen beginnen kannst. Das ist mir gut gelungen, weil ich sehr gerne auf meine Karriere zurückblicke“, erzählt der 35-Jährige. „Ich habe von einem auf den anderen Tag das Kapitel als Spieler abgeschlossen und bereue nichts. Natürlich ist es ein großer Schritt. Du bekommst es mit Kollegen zu tun, mit denen du zusammengespielt hast. Aber heutzutage musst du als Trainer kein Diktator mehr sein. Für mich war es die richtige Entscheidung. Ich freue mich, dass ich diese Chance bekommen habe.“

Dass sein aktives Eishockeyleben keine Fortsetzung fand, bezeichnet der Lustenauer als „Business-Entscheidung. Ich habe gewusst, ich muss so gut sein, dass sich die Klubmanager für mich und nicht für einen Ausländer entscheiden. Zuletzt hat bei mir dann doch die Qualität ein wenig gefehlt. Ich habe das akzeptiert und respektiert und keine langen Diskussionen darüber verloren. Dass die Punkteregelung fürs heimische Eishockey nicht gut ist, das wissen wir. Daran wird sich so schnell nichts ändern. Vielmehr müssen wir einen Weg finden, dass wir mehr österreichische Spieler ausbilden. Dann wird es für die Klubverantwortlichen auch kein Thema mehr sein, zehn, elf oder zwölf Ausländer einzusetzen. Möglicherweise sind wir auch ein wenig verwöhnt und verstecken uns hinter der Punkteregel. Es gilt, alle an einen Tisch zu bringen. Verband, Liga, Vereine müssen eine gute Gesprächsbasis finden, offen für neue Vorschläge sein und dann die richtige Lösung finden.“

Assistent von Greg Holst

Während so mancher in Peintners Alter noch fleißig die Schlittschuhe schnürt, hat sich der beim EHC groß gewordene Ex-Stürmer bereits als Trainer etabliert. Beim Erste-Bank-Liga-Klub Villach ist er die rechte Hand von Headcoach Greg Holst. „Es gibt in diesem Bereich nur ganz wenige Jobs, ich bin der einzige österreichische Assistenzcoach in der EBEL.“ Beim Nationalteam kommt er unter Teamchef Roger Bader gerade auch im Trainerstab an. „Ich habe den Job nicht gesucht. Es hat für mich im vergangenen Jahr als Gasttrainer bei diversen Auswahlteams begonnen. Scheinbar waren sie nicht unzufrieden mit mir.“

Die Arbeit sei eine Herausforderung,

aber mit einem jungen Nationalteam wie derzeit in Budapest mache es auch sehr viel Spaß. „Erster Assistent ist Gregor Baumgartner, er schaut auf die Verteidiger, Roger Bader ist für die Stürmer zuständig, und ich analysiere taktische Dinge und bin das Bindeglied zwischen den Spielern und dem Headcoach. In einem Trainerteam ist die Chemie genauso wichtig, wie in einer Mannschaft.“ Die Arbeit beim Klub in Villach ist umfangreicher, wo auch Aufgaben im Videobereich oder die Fitnessarbeit dazukommen. Und daneben wartet als Steckenpferd noch der Nachwuchs. Das ist zum runter kommen. Die Kinder geben sehr viel zurück. Als Trainer ist man auch Lehrer. Man will nicht nur das Eishockey entwickeln, sondern auch die Menschen. Ich gehe mit allen Jugendteams auf das Eis, besonderen Spaß macht es mit den Anfängern.“

Die soziale Ader

Peintner kann sich aber auch vorstellen, etwas ganz anderes zu tun. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht, Eishockey ist mein Leben. Aber Trainer ist kein Lebensjob, das kann ganz schnell vorbei sein. Da braucht man einen Plan B. Ich bin offen für viele andere Sachen.“ So arbeitet der Mehrerau-Maturant gerne im Sozialbereich. „Das interessiert mich sehr. Ich helfe in Villach bei der Lebensmittelausgabe, sozial schwächere Menschen werden bei uns versorgt, bekommen zu essen und zu trinken.“ Zusätzlich arbeitet Peintner in einem Kinderheim. „Ich betreue einen 14-jährigen Buben. Nicht in der Vaterrolle, sondern als Kumpel. Wichtig ist, dass ich ihm Aufmerksamkeit schenke, für ihn da bin. Das ist ein Geben und Nehmen. Und ich bekomme viel Energie zurück.“

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