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Hunger ist noch nicht gestillt

von Christian Adam
Vergeblich versuchten die Austria-Spieler, Altach das Trikot auszuziehn. Im Bild Jens Stryger Larsen links gegen SCRA-Mittelfeldmann Louis-Clement Ngwat Mahop. Foto: gepa

Vergeblich versuchten die Austria-Spieler, Altach das Trikot auszuziehn. Im Bild Jens Stryger Larsen links gegen SCRA-Mittelfeldmann Louis-Clement Ngwat Mahop. Foto: gepa

Viele Faktoren tragen für Coach Canadi zum Erfolgslauf des Cashpoint SCR Altach bei.

Altach. Schon am Tag danach war Normalität eingetreten. Zumindest in Altach, denn bei Liga-Konkurrent Rapid war es für die Sportliche Leitung ein „black monday“. Nach der Heimpleite gegen Wolfsburg hat der Klub die Konsequenzen gezogen und Sportdirektor Andreas Müller sowie Trainer Mike Büskens mit sofortiger Wirkung entlassen. Es dauerte nicht lange, und der Name Damir Canadi machte die Runde als „heißester Kandidat“ auf den grün-weißen Trainersitz im neuen Allianz-Stadion.

Fakt ist: Der Vertrag des 46-jährigen Erfolgstrainers in Altach läuft mit Saisonende aus. Gespräche diesbezüglich, so bestätigten Canadi und Sportchef Georg Zellhofer unisono, habe es bislang noch nicht gegeben. „Ehrlich gesagt mache ich mir wenig Gedanken darüber, vielmehr liegt mein Fokus voll und ganz auf der Mannschaft“, will sich der Coach ganz auf die „Mission Altach“ konzentrieren. Zellhofer weiß natürlich, dass im Fußball alles schnell gehen kann, zumal er gerne die Winterpause für die anstehenden

Vertragsge-

spräche nutzen möchte. „Es braucht ja immer zwei Seiten, den Verein und den Trainer. Jeder hat seine Vorstellungen, die unter einen Hut gebracht werden müssen.“

Dass sich Canadi in Altach wohlfühlt, zeigt aber nicht nur seine kontinuierliche Arbeit seit Jänner 2013, sondern auch der Abschluss eines Sponsorvertrags mit Samina-Betten. Inzwischen pflegt er eine freundschaftliche Beziehung zu deren Besitzerfamilie Amann. „Beide sind sportbesessen“, erzählt Canadi, auf Firmengründer Günther W. Amann und dessen Sohn Philipp (Geschäftsleiter) angesprochen. „Wir reden viel über Sport, auch über die so erfolgreichen VEU-Zeiten unter Trainer Ralph Krueger. Ich empfinde das als sehr spannend.“ Unabhängig davon, so Canadi weiter, könne er sich jetzt wöchentliche Massagen aufgrund von Verspannungen sparen. „Es ist schon ein herrliches Gefühl, am Morgen ohne Schmerzen aufzuwachen“, schmunzelt er und macht damit beste Werbung für seinen Sponsor.

Zech mit starkem Comeback

Der glanzvolle Auftritt beim 5:1 über die Wiener Austria ist also schon wieder Geschichte. Die Spieler des Cashpoint SCR Altach gingen ihrer Arbeit nach, heißt: Regenerationstag im Home of Balance in Dornbirn. Danach folgt eine „ganz normale Trainingswoche“, wie auch Trainer Damir Canadi bestätigt. Bis Freitagmittag wird trainiert, dann wartet auf die Trainingsgruppe ein freies Wochenende inklusive dem Montag-Vormittag. Die Teamspieler sind bereits abgereist – und da hat Altach mit Andreas Lukse (A-Team), Nikola Dovedan, Lukas Jäger (beide U 21), Valentino Müller (U 18) und Dimitri Oberlin (U 21/Schweiz) gleich deren fünf im aktuellen Profikader.

Gegen die Austria überraschte Canadi viele mit der Aufstellung von Benedikt Zech. Eine mutige Entscheidung, die erst sehr spät gefallen sei, wie der Coach im VN-Gespräch bestätigte. „Ganz so leicht ist sie nicht gefallen.“ Andererseits sei es ja nicht so, dass Zech ein neuer Spieler sei. „Er trainiert seit drei Wochen wieder mit uns und seine Qualitäten sind bekannt. Gegen die Austria hat er gezeigt, welch wertvoller Spieler er sein kann.“ Die späte Aufstellung hat auch zum Schachzug geführt, Lukas Jäger ins Mittelfeld zu ziehen, um die Kreise von Alexander Grünwald einzuengen. Und der „Kilometerfresser“ im SCRA-Dress entledigte sich nicht nur dieser Aufgabe mit Bravour. „Ich gebe immer 100 Prozent und tue das gern. Das passt mir bestens“, analysierte der 22-Jährige in aller Bescheidenheit seine Leistung – und schloss dann mit: „Einfach ein super Gefühl.“ Teamkollege Andreas Lienhart geht noch einen Schritt weiter, wenn er sagt: „Wir stehen zu Recht da oben. So wie die Mannschaft gegen die Austria aufgetreten ist, haben sie den Tabellenplatz verdient.“ Neue Zielsetzungen ließ sich der 30-jährige Routinier dennoch keine entlocken: „Wir schauen von Spiel zu Spiel.“

Noch viele Möglichkeiten

Deutlich wird im bisherigen Verlauf der Saison und die zuletzt sieben Spiele ohne Niederlage vor allem eines: Trainer Damir Canadi hat es geschafft, seinen „Hunger nach drei Punkten“ auf die Spieler zu übertragen. Nicht nur das: Der gesamte Kader zieht an einem Strang und verfolgt nur ein Ziel: Spiele zu gewinnen. Nur das schlechtere Torverhältnis hat vorerst den Sprung an die Tabellenspitze verhindert. Das aber kann sich am 19. November (16 Uhr) ändern, wenn Sturm in der Cashpoint-Arena gastiert. Einen Vergleich mit den Topteams der Liga lehnt Canadi strikt ab, dennoch kommt von ihm eine klare Ansage: „Wir haben immer gesagt, dass wir da sein wollen, wenn andere schwächeln.“ Zumal er überzeugt davon ist, dass der Lernprozess noch nicht zu Ende ist und in der Mannschaft noch Möglichkeiten schlummern. Vor allem die Flexibilität und das mit den Erfolgen gestiegene Selbstvertrauen sowie auch die Qualität auf der Ersatzbank sind zu einem Markenzeichen für Altach im Herbst 2016 geworden.

<p class="caption">Damir Canadi (M.) ließ sich von den Experten, Günther W. Amann (l.) und Philipp Amann in Sachen gesunder Schlaf einweihen. Foto: Verein</p>

Damir Canadi (M.) ließ sich von den Experten, Günther W. Amann (l.) und Philipp Amann in Sachen gesunder Schlaf einweihen. Foto: Verein

<p class="caption">Ein wichtiges Erfolgserlebnis war für Dimitri Oberlin sein achter Liga­treffer, zumal er zuletzt über 300 Minuten torlos geblieben war.</p><p class="caption">
               Foto: gepa
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Ein wichtiges Erfolgserlebnis war für Dimitri Oberlin sein achter Liga­treffer, zumal er zuletzt über 300 Minuten torlos geblieben war.

Foto: gepa

Jeder, der reinkommt, versucht das Bestmögliche zu geben.

Damir Canadi
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