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„Achterbahnfahrt“ für Brem

Eva-Maria Brem kann morgen den Rollstuhl mit Krücken tauschen, die Operation bei ÖSV-Arzt Dr. Christian Hoser ist gut verlaufen.  Foto: APA

Eva-Maria Brem kann morgen den Rollstuhl mit Krücken tauschen, die Operation bei ÖSV-Arzt Dr. Christian Hoser ist gut verlaufen. Foto: APA

Das Ski-Ass blickt nach der Operation leicht zuversichtlich in die Zukunft.

Rum. „Es wird eine Achterbahnfahrt.“ Vier Tage nach ihrer schweren Verletzung mit Schien- und Wadenbeinbruch und der damit verbundenen Operation hat sich Eva-Maria Brem in der Privatklinik Hochrum den Fragen von Medienvertretern gestellt. „Ich kenne den Weg. Ich weiß, wie lange er ist und was das für ein Weg ist.“ Die Riesentorlauf-Weltcupsiegerin fällt für den Rest der Saison aus.

Sieben Wochen auf Krücken

Ein Einfädler im Slalom-Training am Pass Thurn beendete die Hoffnung von Österreichs Sportlerin des Jahres, ihre Traumsaison mit dem erneuten Gewinn der kleinen Kristallkugel zu wiederholen. „Die Operation ist positiv verlaufen. Sie hatte jetzt eine gute Nacht, und die Wundheilung verlief ebenfalls sehr gut“, berichtete der behandelnde Arzt Christian Hoser. Wenn dieser positive Trend anhält, kann Brem bereits morgen die Klinik verlassen.

Der Weg der Rehabilitation ist bereits vorgezeichnet. „Bis zu sieben Wochen muss Eva-Maria auf Krücken gehen, dann werden die Verriegelungsschrauben entfernt. In rund fünf Monaten kann sie erstmals wieder auf Skiern stehen. Zuvor muss jedoch der Marknagel entfernt werden“, erläuterte Hoser.

Wie sich der Weg zurück anfühlt, weiß die 28-jährige Tirolerin. Bereits 2010 zog sie sich beim freien Skifahren einen doppelten Wadenbeinbruch zu. Das aufstrebende ÖSV-Talent, das 2005 im Weltcup debütiert hatte, fiel zurück. 2013 wurde sie nicht für die Heim-WM in Schladming und 2014 nicht für das Olympia-Team in Sotschi berücksichtigt. „Da habe ich dann den Reset-Knopf gedrückt“, schilderte sie in einem vor dem Unfall aufgezeichneten Interview mit dem Magazin „Red Bulletin“.

Diesmal sei es aber noch zu früh für den Reset-Knopf. In den vier Tagen sei es ihr immer wieder gut gegangen, und sie dachte bereits ans Comeback, dann wieder ans Karriereende. „Eine Achterbahnfahrt halt“, sagte Brem im Rollstuhl sitzend und immer wieder im Kampf, eine Träne zu unterdrücken. „Wenigstens weiß ich, dass Knochen die Eigenschaften haben, zusammenzuwachsen.“ Brem sagte auch, dass es ihr eigentlich gut gehe. „Ich bin ja gesund. Habe halt nur den Unterschenkel gebrochen und kann eine Saison meinen Beruf nicht ausüben“, erklärte die Siegerin von drei Weltcup-Rennen. „Aber ich habe wunderbare Menschen in meinem Leben.“

Risiko gehört dazu

Für Damen-Cheftrainer Jürgen Kriechbaum ist die Verletzung seiner Vorzeige-Fahrerin ein schwerer Rückschlag. „Vor einem Jahr saßen wir an dieser Stelle nach der Verletzung von Anna Veith, jetzt wegen Eva-Maria. Eigentlich wollten wir zur WM in St. Moritz und kommende Saison zu den Olympischen Spielen mit einem Team mit vier Medaillenkandidaten anreisen. Und jetzt das“, sagte Kriechbaum. Der ÖSV-Cheftrainer regte aber auch an, die Sicherheitsfragen zu überdenken, wann zum Beispiel die Bindung auslöst. „Oder gibt es ein besseres System als bisher? Jedenfalls ist klar, wenn man im Rennen ans Limit gehen will, muss man das auch im Training machen. Und das bedingt Risiken“, betonte Kriechbaum.

Ich bin ja gesund. Ich habe nur den Unterschenkel gebrochen.

Eva-MAria Brem
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