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VN-Interview. Andreas Lukse (29), Torhüter Cashpoint SCR Altach

Lieber spät, als überhaupt nicht

von Christian Adam

Für Lukse gab es nach dem Slowakei-Spiel ein Sonderlob von Teamchef Marcel Koller.

Wien, Altach. „Er hat mir gut gefallen und nichts anbrennen lassen“, urteilte Koller über seinen Tormann-Debütanten und ergänzte: „Er hat seine gute Form von Altach bestätigt.“ Letztmals hatte mit Patrick Pircher ein Spieler von einem Vorarlberger Klub aus den Sprung ins A-Team geschafft. Nun gelang dies Spätstarter Andreas Lukse, dem gebürtigen Wiener im Dress des Cashpoint SCR Altach. Wenige Minuten nach seinem Debüt und dem Interviewmarathon, meinte er denn auch augenzwinkernd: „Am Samstag gegen Sturm, oder!“ Zuletzt hatte es der 29-Jährige vor allem Trainer Damir Canadi zu verdanken, dass er nach Monaten ohne Verein wieder in die Spur fand. Dabei hatte Lukse sein Bundesliga-Debüt im Oktober 2008 im Rapid-Dress gefeiert, ehe es langsam still um ihn wurde. Nach dem Abgang von Canadi zu Rapid scheint es nun durchaus denkbar, dass der ehemalige Rapid-Nachwuchsspieler seinem Lieblingstrainer nach Wien folgt. Zumal sein bis 2019 laufender Vertrag in Altach eine Ausstiegsklausel beinhaltet, wonach er zu einer fix vereinbarten Summe wechseln könnte. Vorerst aber gilt seine ganze Konzentration schon wieder dem nächsten Match mit Altach (Anm. d. Red.: Samstag, 16 Uhr, Heimspiel gegen Tabellenführer Sturm), wenngleich bei ihm das persönliche Hochgefühl des Länderspieldebüts noch ein wenig anhalten dürfte.

Kein Gegentor erhalten. Mit der eigenen Leistung können Sie zufrieden sein?

Lukse: Ein 0:0 ist irgendwie zweischneidig. Wir hatten uns alle einen Sieg erhofft. Dafür aber hätten wir uns mehr Torchancen herausspielen müssen. Die wenigen, die wir vorgefunden haben, haben wir leider nicht genutzt. Wenn man vorne kein Tor schießt, muss man hinten schauen, dass man die Null hält. Das ist uns gelungen, und deswegen kann ich persönlich auch zufrieden sein.

War es für Sie ein besonderes Gefühl, das erste A-Länderspiel. Als erster Altach-Spieler überhaupt?

Lukse: Natürlich war es ein besonderer Abend für mich, den ich nicht vergessen werde. Über ein A-Team-Spiel geht nicht viel drüber und dann gleich über die volle Distanz.

Wer hätte vor vier, fünf Jahren geglaubt, dass Sie diesen Moment noch erleben werden? Sie haben ja nicht den einfachsten Karriereweg bestritten.

Lukse: Das stimmt. Ich habe mir viele Steine, teilweise selber, in den Weg gelegt, aber dann Gott-sei-Dank noch die Kurve bekommen. Deswegen ist es umso schöner, acht Jahre nach dem letzten Nachwuchsländerspiel das A-Team-Debüt zu feiern. Deshalb bin ich jetzt überglücklich.

Was war der Moment, wo Ihnen sozusagen der Knopf aufgegangen ist und Sie angefangen haben, all die vielen Steine aus dem Weg zu räumen?

Lukse: Das ist schon einige Jahre her und es war ein längerer Prozess. Angefangen hat alles mit dem FC Lustenau, wohin mich Damir Canadi, mehr oder weniger aus der Versenkung, geholt hat. Dann waren es vier, fünf harte Jahre in der zweiten Liga. Schlussendlich erleben wir mit Altach derzeit alle einen Höhenflug, und ich bin sehr glücklich, ein Teil davon zu sein.

Nach Ihrem tollen Reflex in der 18. Minute, spürt man da als Torhüter instinktiv: Jetzt bin ich drin?

Lukse: Als Tormann braucht man dann auch immer das Quäntchen Glück, dass man gleich den ersten Ball so halten kann. Ich habe mich aber schon vor dem Spiel gut gefühlt, mit so einem Ball ist man dann voll in der Partie drin. Schließlich war auch der Unterschied zur Bundesliga für mich am Platz nicht allzu groß.

Mit Michael Madl und Ihnen feierten zum Jahresabschluss zwei Spieler aus dem Kader des U-20-WM-Vierten von 2007 ihr Debüt im Nationalteam (Anm. d. Red.: Zuvor war dies schon Erwin Hoffer, Sebastian Prödl, Martin Harnik, Zlatko Junuzovic, Markus Suttner, Rubin Okotie und Veli Kavlak gelungen). War das zwischen Ihnen beiden vor dem Spiel überhaupt ein Thema?

Lukse: Wir haben vor dem Spiel natürlich noch ein paar Scherze gemacht und haben beide gesagt, dass wir wirklich nicht mehr daran geglaubt haben, nach so langer Zeit noch gemeinsam das Debüt feiern zu dürfen. Ich glaube, er hat eine Topperformance abgeliefert. Er war sicherlich mit der beste Mann am Platz. Ich bin sehr stolz, dass wir beide uns über 90 Minuten zeigen haben können.

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