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Gelöst, fokussiert und sich der einmaligen Chance bewusst

von Christian Adam
Gemeinsam für den SCR Altach: Emanuel Schreiner, Trainer Werner Grabherr und Philipp Netzer. Hofmeister

Gemeinsam für den SCR Altach: Emanuel Schreiner, Trainer Werner Grabherr und Philipp Netzer. Hofmeister

Cashpoint SCR Altach für das heutige (16 Uhr) Spitzenspiel gegen Sturm gerüstet.

Altach. Mit 31 Jahren ist er nun der jüngste aller zehn Bundesligatrainer, wenn er heute auf der Trainerbank des Cashpoint SCR Altach Platz nimmt. Das Alter aber spielte für Werner Grabherr nie eine wichtige Rolle. Schon als 24-Jähriger hatte er den A-Schein als Trainer in der Tasche, seine Bewerbung im Frühjahr für die UEFA-Pro-Lizenz scheiterte wohl auch am Bekanntheitsgrad. Das wird sich mit dem heutigen Tag aber ändern, denn der Wälder feiert im Bundesliga-Heimschlager gegen Sturm sein Debüt als Cheftrainer. „Es geht nicht um den Trainer Grabherr, wir sind ein Trainerteam – und es geht um die Mannschaft und das nächste Spiel.“

Nicht zuletzt deshalb war es ihm wichtig, dass zu Wochenbeginn nicht nur vom Verein, sondern auch von den Spielern ein klares Bekenntnis zur Zusammenarbeit kam. Viele kannten ihn eigentlich besser als Marketingchef im Verein oder als gewissenhafter Analytiker für Damir Canadi. „Damit“, so Grabherr, „habe ich keine Probleme. Ich kann sehr gut unterscheiden zwischen Marketingmann und Trainer. Das habe ich auch den Spielern gegenüber so kommuniziert.“ Dass mit Kapitän Philipp Netzer (31) und Torhüter Martin Kobras (30) zwei Akteure mit ihm in den Akademieauswahlen spielten – wie auch ÖFB-Teamtorhüter Ramazan Özcan (32) – ist eine schöne Nebenkomponente, doch im Vordergrund steht der sportliche Erfolg. Dabei verspürt er keinen Druck von außen, vielmehr umschreibt er es so: „Wir setzen uns Ziele, und so gesehen machen wir uns den Druck selbst.“ Das Thema sei aber keineswegs die Tabelle, vielmehr wolle man die Chance nützen, sich zu präsentieren. „Die Qualität ist vorhanden, ohne Zweifel. Wichtig ist jetzt eben das gegenseitige Geben.“

Eines jedenfalls verspürt der konsequente Arbeiter ohne Zweifel nicht, nämlich Nervosität. Zum einen ist es das Wissen um die Stabilität in der Mannschaft, zum anderen das eigene Zutrauen und in gewisser Hinsicht auch sein Werdegang. Nach der Matura im Sportgymnasium hatte er einen Jungprofi-Vertrag beim SCR Altach unterzeichnet und so auch den ersten Bundesliga-Aufstieg (2006) als Spieler miterlebt. Danach führte ihn sein Weg nach Innsbruck an die Universität, wo er das BWL-Studium erfolgreich abschloss. Mit dem Diplom in der Tasche führte ihn 2012 der Weg zurück nach Altach, in die Marketingabteilung des heimischen Profiklubs. Eine schwere Verletzung – Knorpelschaden im Sprunggelenk – ebnete ihm im selben Jahr zudem den Weg in die Coaching-Zone. Erst an der Seite von Peter Jakubec bei den Amateuren, die er später selbst übernahm. Seit Sommer gehörte er dem Trainerteam rund um Damir Canadi an.

Ein klares Bekenntnis

Unaufgeregt wie der Trainer sehen auch die Spieler die Situation. „Natürlich geht ein Wechsel nicht nahtlos vonstatten, aber das soll auch nicht so sein“, sagte Philipp Netzer. Wie der Kapitän ist auch Emanuel Schreiner für neue Ideen sehr offen. „Das kann uns zusätzlich weiterbringen“, meinten sie unisono. Außerdem habe man sich als Mannschaft die Ausgangslage erarbeitet. Die Vorfreude, Sturm vor einer tollen Kulisse zu Hause bekämpfen zu dürfen, ist spürbar, auch wenn beide Spieler betonen: „Egal, ob Spitzenspiel oder nicht, das Kribbeln sollte immer gleich sein.“ Deshalb gelte es im Hinblick auf heute, den „Optimalzustand“ (Grabherr) herzustellen. „Dann wird es für jeden Gegner schwer, unsere Mannschaft zu biegen“, sieht der Neo-Coach seinem Debüt optimistisch entgegen.

Der Trainer Grabherr redet anders als der Marketingmann.

Werner Grabherr

Zur Person

Werner Grabher

Feierte als Spieler am 6. August 2004 als 18-Jähriger sein Erste-Liga-Debüt gegen FC Kärnten (0:4), insgesamt kam er elf Mal zum Einsatz.

Geboren: 8. September 1985

Ausbildung: AHS-Matura, BWL-Studium

Familie: verheiratet mit Miriam

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