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WM-Triumph im Zitterfinale

Zieleinlauf in Abu Dhabi: Lewis Hamilton vor Nico Rosberg und Sebastian Vettel.  foto: ap

Zieleinlauf in Abu Dhabi: Lewis Hamilton vor Nico Rosberg und Sebastian Vettel. foto: ap

Das Finale in Abu Dhabi war für Nico Rosberg noch einmal eine echte Nervenprobe.

abu Dhabi. Überwältigt von seinem ersten Titelglück herzte Nico Rosberg innig seine Frau Vivian, dann stemmte er übermütig Formel-1-Chef Bernie Ecclestone in die Höhe. In der funkelnden Wüsten-Dämmerung von Abu Dhabi genügte Rosberg Platz zwei beim Zitterfinale hinter dem nun entthronten Titelverteidiger Lewis Hamilton, um sich als dritter Deutscher nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel zum Champion der Königsklasse zu krönen.

Tränen ohne Ende

„Das ist ein Kindheitstraum, der jetzt hier in Erfüllung geht. Ich will jetzt nur noch feiern und die Sau rauslassen“, sagte der erschöpfte 31-Jährige, der gar nicht wusste, wohin mit seinen Emotionen. „Auf der Auslaufrunde kamen die Tränen ohne Ende“, berichtete er. Zehneinhalb Jahre nach seinem Formel-1-Debüt und 34 Jahre nach dem Titelgewinn von Papa Keke holte sich Rosberg mit kalkuliertem Risiko und letztlich fünf Punkten Vorsprung den lange ersehnten WM-Triumph. „Ich bin sehr stolz, dass ich in die Fußstapfen meines Vaters treten konnte“, sagte der vom enormen Druck befreite Rosberg, nachdem er zuvor etwas gequält den geschlagenen Hamilton umarmt hatte. Nie zuvor in seinen 206 Grand Prix machte Rosberg ein zweiter Platz so glücklich. In der Box drückte er mit feuchten Augen jeden Mechaniker an die Brust, auch Mutter Sina nahm den Sohn fest in den Arm.

Vergessen waren für den 33. Weltmeister der F-1-Geschichte auch die zwei bitteren Niederlagen gegen Dauerrivalen Hamilton in den Titelkämpfen 2014 und 2015. „Nico war einfach besser, mehr konnte ich nicht tun“, sagte Hamilton.

Als die roten Ampeln dann erloschen, reihte sich Rosberg wie so oft in den gemeinsamen Mercedes-Jahren hinter Hamilton ein. Dass Red-Bull-Jüngling Max Verstappen sich nach einer Kollision mit Hülkenberg drehte, sahen die Mercedes-Piloten bestenfalls im Rückspiegel. Spannend wurde es daher erst durch die Reifenwechsel. Rosberg musste wegen des ebenfalls in die Box kommenden Vettel kurz seine Abfahrt verzögern und kam deshalb als Dritter hinter Hamilton und Verstappen zurück auf die Strecke.

Nervenprobe bestanden

Diese Situation konnte Rosberg gar nicht passen, zumal weitere Verfolger dicht hinter ihm lauerten. Nur ein Missgeschick – und der Titel wäre weg. Rundenlang hing er hinter Verstappen fest. Im 20. Umlauf dann zeigte der Deutsche seine Härte und Mut, der ihn in dieser Saison ausgezeichnet hatten. Mit einem weltmeisterlichen Manöver zwängte er sich im Kurvengeschlängel an Verstappen vorbei zurück auf den zweiten Platz.

Auch den Rest der Nervenprobe bestand Rosberg mit Bravour. Hamiltons taktische Manöver brachten letztlich nichts, auch wenn durch seine Bummelrunden die Spitze noch einmal ganz eng zusammenrückte. „Könnt Ihr nichts tun? Ich könnte viel schneller fahren“, funkte Rosberg an die Box. „Fahr schneller“, befahl Technikdirektor Paddy Lowe dem verbitterten Hamilton, der aber widersprach. Am Ende war es egal – Rosberg war am Ziel.

Nico war einfach besser, mehr konnte ich nicht tun.

Lewis Hamilton
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