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Historische Einigung auf ein Meeresschutzgebiet

Das Schutzabkommen löst Freudensprünge aus. Foto:AFP

Das Schutzabkommen löst Freudensprünge aus. Foto:AFP

USA, Russland und weitere Staaten richten große Schutzzone an der Antarktis ein. Naturschützer jubeln.

Brisbane. Die internationale Gemeinschaft hat nach jahrelangen Verhandlungen die Schaffung des größten Meeresschutzgebiets der Welt vereinbart. 24 Staaten, die Mitspracherecht über das Schicksal der Antarktis haben, sowie die EU beschlossen am Freitag im neuseeländischen Hobart, 1,6 Millionen Quadratkilometer des Rossmeers unter Schutz zu stellen.

Das Abkommen, das im Dezember kommenden Jahres für erst einmal 35 Jahre in Kraft treten soll, gilt als historisch, weil es erstmals ein Gebiet schützt, das in internationalen Gewässern liegt und deswegen nicht unter der Rechtshoheit eines einzigen Staates liegt. Ein Abkommen war schwierig zu erreichen, da dafür ein Konsens aller Staaten mit rechtlichen Ansprüchen in der Antarktis erforderlich war.

Umweltschützer euphorisch

Die USA und Neuseeland hatten 2012 einen ersten Vorschlag für das Meeresschutzgebiet vorgelegt, gegen den die Ukraine, China und Russland Einsprüche einlegten. Schließlich war nach fünf gescheiterten Verhandlungsrunden Russland die letzte Hürde vor dem Durchbruch. Der neuseeländische Außenminister Murray McCully gab die Einigung bekannt. Die Amerikaner zeigten sich nach der Einigung zufrieden, Umweltschützer euphorisch.

Die Schutzzone soll im Rossmeer im Südlichen Ozean vor der Antarktis geschaffen werden und mit
1,6 Millionen Quadratkilometern eine Fläche umfassen, die fast zwanzig Mal so groß wie Österreich ist. Für drei Viertel des Gebiets soll ein Verbot kommerzieller Fischerei gelten, im Rest soll dies eingeschränkt möglich sein. Fischerei zu Forschungszwecken soll in kleinem Umfang in der gesamten Schutzzone erlaubt werden. Etliche Länder fischen in den Gewässern rund um die Antarktis nach lukrativem Seehecht.

Die Zulassung von mehr gewerbsmäßiger Fischerei habe zu den Punkten gehört, bei denen die Verhandlungsführer Russland entgegengekommen seien, berichtete Neuseelands Chefdiplomat McCully. Zu den weiteren Zugeständnissen an Moskau zählte eine Anpassung der Grenzen des Reservats.

Nichtsdestotrotz sei er angenehm überrascht, dass Russland und die USA angesichts der aktuellen Spannungen im Syrien-Konflikt überhaupt eine Übereinkunft erzielt hätten, sagte McCully. „Daran zeigt sich, dass man nie voreilige Schlüsse ziehen kann. Ab und zu hat man Glück.“

„Unberührtes Wildnisgebiet“

US-Außenminister John Kerry, der als leidenschaftlicher Verfechter des Meeresschutzgebiets gilt, zeigte sich ebenfalls zufrieden. Die Einigung werde „den Schutz einer der letzten unberührten ozeanischen Wildnisgebiete garantieren – Heimat beispielloser meeresbiologischer Diversität und blühender Bestände von Pinguinen, Seehunden, Seevögeln und Fischen“, erklärte er.

Andrea Cavanagh von der US-Non-Profit-Organisation Pew Charitable Trusts sagte, die Meeresschutzzone sei eines der Lieblingsprojekte von Sergej Iwanow, dem Ex-Stabschef von Kremlchef Wladimir Putin, gewesen. „Wir könnten nicht glücklicher über das Ergebnis sein“, sagte sie. „Das ist historisch.“ Sie hoffe, dass die Einigung der erste Schritt hin zu einem weltweiten Netzwerk von Meeresreservaten sein werde, sagte Cavanagh.

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