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Leben auf der Erde durch spezielle Konstellation

Damit Leben existieren kann, dürften sich Planeten kaum von Erde unterscheiden. Foto: APA

Damit Leben existieren kann, dürften sich Planeten kaum von Erde unterscheiden. Foto: APA

Lage, Größe, Geschichte und Umfeld der Erde dürfte laut Wiener Forschern nicht viel an-ders sein.

Wien. Reihum werden fremde Planeten entdeckt und danach untersucht, ob auf ihnen Leben möglich wäre. Die Erde erweist sich dabei immer mehr als etwas Besonderes, erklärten die österreichischen Astronomen Manuel Güdel und Helmut Lammer in Wien. In nächster Zukunft werde man wohl den Mars öfters besuchen und zumindest erahnen können, ob es außerhalb des Sonnensystems belebte Planeten gibt.

Bis zur Wende zum 21. Jahrhundert war mehr oder weniger nur das eigene Sonnensystem mit seinen paar Planeten bekannt, heute weiß man von 3500 Planeten in 600 anderen Sonnensystemen, so Manuel Güdel vom Institut für Astrophysik der Universität Wien in der vom Wissenschaftsfonds FWF organisierten Vortragsreihe „Am Puls“: „Man hat also viel Material, um belebbare Himmelskörper zu suchen.“ Es stelle sich aber mehr und mehr heraus, dass sich ein Planet von der Größe, Lage und Entwicklungsgeschichte kaum von der Erde unterscheiden dürfte, und auch seine Sonne der hiesigen
sehr ähnlich sein müsste, damit dort Leben existieren kann.

Spezielle Bedingungen

Ein bisschen kleiner, und er könnte keine passende Atmosphäre halten, ein bisschen zu groß, und die Sonne würde die dicke Uratmosphäre aus Wasserstoff ein ganzes Planetenleben lang nicht mehr beseitigen, unter der es unerträglich heiß wäre. Ein wenig zu nah an der Sonne, und alles Wasser würde verdampfen so wie bei der Venus, ein wenig zu weit weg, und alles wäre gefroren.

Auch die Konstellation der anderen Planeten ist entscheidend. „Wäre Saturn nur ein klitzekleines Stück näher bei der Sonne (8,7 statt 9,5 Erdradien), dann würde sich die Erde auf einer elliptischen Bahn um die Sonne bewegen“, so Güdel. Im Jahreszyklus hätte dann die Erde von komplett vereist
bis überall mehr als 100 Grad Celsius einiges durchzumachen.

„Wäre auf der Erde in ihrer Urzeit auch nur ein bisschen mehr Wasser verblieben, gäbe es auch keine Kontinente und somit keine Landlebewesen“, sagte Helmut Lammer vom Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz. Für „höheres“ Leben, also alles was über Einzeller hinausgeht, brauche es schon sehr spezielle Bedingungen, aber einfache Lebensformen wären etwa auch auf Monden großer Planeten möglich, oder vielleicht einst auf dem Mars.

Wenn die Sonne im Vergleich zu anderen Sternen im Universum zu den weniger aktiven gehörte, als der Mars recht jung war, hätte dort laut Forschungsergebnissen für ein paar Millionen durchaus Leben existieren können, erklärte Lammer. Auch der Jupitermond Europa sei ein heißes Eisen, wenn man nach extraterrestrischem Leben sucht. Unter einer Eisschicht verbirgt sich dort ein riesiger Ozean samt Meeresboden mit möglicherweise Vulkanen und hydrothermalen Quellen, die Energie für Lebewesen bereitstellen könnten.

Auf der Suche nach extraterrestrischem Leben erwartet er in Zukunft weitere Missionen zum Mars und auch zu Europa. Wahrscheinlich nicht gleich bemannt, sondern eher in Form von mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Robotern, die im militärischen Bereich schon sehr fortgeschritten seien. Auch werde man bald Marsproben zur Erde holen, um sie nach Spuren von Leben zu untersuchen.

Spektrale Analysen

Außerdem können spektrale Analysen der Atmosphäre von Exoplaneten (Planeten fremder Sonnensysteme) Aufschluss geben, ob dort unter Umständen Leben vorkommt. Denn einige chemische Verbindungen werden zumindest auf der Erde
nur von Lebewesen produziert. Genau wissen wird
man dies aber nicht so bald, „denn diese Planeten sind verdammt weit weg“, sagte er.

Wäre auf der Erde in ihrer Urzeit auch nur ein bisschen mehr Wasser verblieben, gäbe es auch keine Kontinente und somit keine Land­lebewesen.

Helmut Lammer
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